Startschuss für neues "Haus Diemer" im April
Das umgebaute Traditionsgebäude in Neckarsulm enthält 18 Wohnungen, Büroräume und zwei Ladenflächen. Ein Teil der Fläche ist bereits vermietet.

Die Bestürzung war groß, als nach den Geschäftsaufgaben von Spielwaren-Bolch und Beeren-Bauer auch das Modegeschäft Diemer vor einem Jahr den Abverkauf startete, um die Pforten für immer zu schließen. Damit ging nicht nur die Ära eines Familienunternehmens nach 190 Jahren zu Ende, sondern auch eine weitere Einkaufsmöglichkeit an zentraler Stelle in Neckarsulms Innenstadt verloren.
Nun kündigt sich die Neueröffnung des Gebäudes an. Nach Abschluss der Generalsanierung, zu der sich drei Privatfamilien zusammengetan hatten, wird das "neue Haus Diemer" mit 18 hochwertigen Mietwohnungen zwischen 59 und 105 Quadratmetern, zwei Büroflächen sowie im Erdgeschoss mit zwei Ladenflächen an den Start gehen.
Mehrere Mieter stehen bereits fest
Der Zeitplan ist straff. Noch stehen jede Menge Handwerkerfahrzeuge vor der Ladenzeile in der Marktstraße. Eberhard Kern, im Hauptberuf Geschäftsführer der KK Wohnbau aus Neckarsulm, ist zuversichtlich: "Im April wird der Wunderschön-Store aufmachen." Was vor allem die Damenwelt freuen dürfte, da Inhaber Stephan Rütz aus Bensheim, der 20 weitere Geschäfte vor allem im Rhein-Main-Gebiet und in Sinsheim betreibt, auf 250 Quadratmetern im linken Erdgeschossbereich ein Multi-Label-Konzept mit Damenoberbekleidung fünf namhafter Marken fahren wird. Er plant, acht Mitarbeiter zu beschäftigen.
Kern war bei der Bannerenthüllung ebenso vor Ort wie Vertreter des Rechtsanwaltsbüros THSB, das als Mieter einer Bürofläche schon feststeht. Eine weitere Bürofläche mit 128 Quadratmetern ist noch frei. Ebenso wie die rechte Ladenfläche im Erdgeschoss mit 177 Quadratmetern. Bei einer geschätzten Investitionssumme von voraussichtlich acht Millionen Euro kündigte Eberhard Kern angepasste, aber moderate Mietpreise an. Kritik daran, dass nur neun Parkplätze im Innenhof sowie acht weitere von der Stadt angemietete Tiefgaragenplätze zur Verfügung stehen, relativierte er mit dem Hinweis auf einen erstarkenden ÖPNV.
Die Außenwirkung des Hauses orientiert sich am historischen Vorbild
Das "Haus Diemer" erhält eine ähnliche Fassade wie seither, in altweißer Farbe bei Fenstergewänden aus Sandstein sowie teilweise französischen Balkonen mit geschwungenem Geländer, analog zum Neckarsulmer Logo. Dass sich mit Eberhard Kern und seiner Frau Barbara Kruse, Architekt Ingo Vogt und seiner Frau Jutta Vogt sowie Architekt Emil Heller und seiner Tochter Anna Strasser drei Familien um das Traditionsgebäude bemühen, wertete Oberbürgermeister Steffen Hertwig als "tolles Signal an zentraler Stelle" und "wertvolle Investition von Privatleuten". Der Rathauschef ist sich sicher: "Das Haus Diemer hat Zugkraft." Immerhin habe es für die Stärke und die Attraktivität der Innenstadt große Bedeutung.
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