Saniertes Hallenbad in Oedheim eröffnet am Dienstag

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Nach fast vier Jahren Schließung öffnet das sanierte Hallenbad in Oedheim am Dienstag (10.1.). Mitarbeiterinnen schwärmen über das Ergebnis der Sanierungsarbeiten.

Bis das Oedheimer Hallenbad am Dienstag wieder für Besucher öffnet, muss noch fleißig geputzt und gewerkelt werden. Im Innenraum ist die Sanierung aber abgeschlossen. Die hohe Decke über dem Schwimmbecken sorgt für modernes Flair.
Bis das Oedheimer Hallenbad am Dienstag wieder für Besucher öffnet, muss noch fleißig geputzt und gewerkelt werden. Im Innenraum ist die Sanierung aber abgeschlossen. Die hohe Decke über dem Schwimmbecken sorgt für modernes Flair.  Foto: Veigel, Andreas

Von außen sieht das Hallenbad in Oedheim noch ziemlich nach Baustelle aus. Das Gerüst und Container stehen noch am Gebäude, die Fenster sind zum Teil mit Schutzfolie abgeklebt und Arbeiter gehen ein und aus. Der Schein trügt aber: Ab Dienstag um 15 Uhr sind die Türen wieder für Badegäste geöffnet.

"Wir hätten auch noch warten können, bis die letzte Schraube sitzt, oder wir können die Leute schwimmen lassen", sagt Bürgermeister Matthias Schmitt. Er und der Gemeinderat haben sich für letzteres entscheiden, auch wenn im Außenbereich noch nicht alles fertig ist. "Die Leute warten lange genug", findet Matthias Schmitt.

Er bezeichnet das Hallenbad auch als Lehrschwimmbecken, da viele Generationen an Grundschülern dort in der Vergangenheit schwimmen gelernt haben. Dass das nun knapp drei Jahre nicht möglich war, sei schlimm.


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Seit Februar 2019 ist das Hallenbad geschlossen, weil das Dach durch Feuchtigkeitsschäden nicht mehr tragfähig war. Mit der Sanierung konnte es erst zwei Jahre später losgehen, da Gutachter das Dach untersuchten. Es läuft ein gerichtliches Verfahren, um zu klären, ob die Firma, die das alte Dach erst 2009 einbaute, gepfuscht hat. Eine Begehung hatte 2019 ergeben, dass manche Balken feucht und andere richtig verfault waren, berichtet Matthias Schmitt. "Das darf nicht sein."

Neue Schließtechnik in der Umkleide funktioniert ohne Kleingeld

Im März 2022 konnte das alte Dach endlich runter. Inzwischen ist das neue Pultdach fertig. Geht man durch den Eingang, steht der Besucher direkt vor einem neuen Kassenautomat. Im Einlassbereich und dahinter ist vieles, was früher aus Kunststoff war, inzwischen aus Glas. In den Umkleiden wurde zudem eine neue Schließtechnik eingebaut, sodass kein Kleingeld mehr zum Einsperren von Kleidung und Wertsachen notwendig ist. Das Einstecken der Eintrittskarte genügt, berichtet Thomas Feeser, der im Rathaus für Hochbau zuständig ist.

Die Hälfte eines Lagerraums für die DLRG wurde zu einer barrierefreien Dusche und Umkleide umgebaut. Auch einen Lifter gebe es jetzt, um Menschen mit Behinderung ins Schwimmbecken helfen zu können, informiert Matthias Schmitt. Die restlichen Duschen sind unverändert. Sollte Geld übrig bleiben, will die Gemeinde auch diese noch modernisieren. "Eventuell in den Sommerferien", so der Bürgermeister.

Bis zur Eröffnung wird das Oedheim-Logo noch fertig angebracht.
Bis zur Eröffnung wird das Oedheim-Logo noch fertig angebracht.  Foto: Veigel, Andreas

Im Schwimmbecken ist eine neue Folie verlegt worden, die Startblöcke sind neu, die Wandverkleidung ebenso. Bisher hängt sie zwar nur zur Hälfte, das werde am Montag aber noch abgeschlossen, versichert Matthias Schmitt. Wenn es fertig ist, ziert die Wand das beleuchtete Logo der Gemeinde Oedheim.

Die Atmosphäre im Bad ist durch die hohe Decke mit freigelegten Dachbalken sehr luftig. Wände und Decken sind im gesamten Gebäude frisch gestrichen. Auch die Technik wurde erneuert. Sodass künftig zum Beispiel Chlorpulver anstatt Chlorgas für das Wasser verwendet werden kann. "Das ist nochmal sicherer", erläutert Schmitt. Eine neue Lüftung sorgt laut Feeser dafür, dass in Umkleide und Halle künftig unterschiedliche Temperaturen eingestellt werden können. Das spare auch Energie.

Warmbadetag fällt vorerst aus, um Energie zu sparen

Eine weitere, nur vorübergehende Maßnahme zum Energiesparen, ist das Streichen des Warmbadetages, an dem das Wasser einmal pro Woche auf 33 Grad hochgeheizt wurde, sagt Matthias Schmitt. Generell werde die Wassertemperatur von 29 auf 28 Grad gesenkt, um einen Beitrag in der Energiekrise zu leisten. Noch kälter wäre für die Kinder beim Schwimmkurs aber zu kalt gewesen, betont er.

An der Fassade ist noch nicht alles fertig, weshalb das Gerüst nicht abgebaut werden kann. Es fehlt auch ein Vordach am Eingang.
An der Fassade ist noch nicht alles fertig, weshalb das Gerüst nicht abgebaut werden kann. Es fehlt auch ein Vordach am Eingang.  Foto: Veigel, Andreas

Auf die Eröffnung freuen sich nicht nur Vereine, Schulen und Badegäste, sondern auch Bademeisterin Tanja Steinrück und Rettungsschwimmerin Nicole Walter, die dieser Tage noch fleißig beim Putzen helfen. Beide haben während der Schließung in anderen Bereichen ausgeholfen. "Das war ungewohnt", sagt Steinrück. "Aber auch interessant", fügt ihre Kollegin hinzu. Sie hätten zum Beispiel in der Kernzeitbetreuung gearbeitet. Trotzdem sind die Frauen froh, wieder ihrer gewohnten Aufgabe nachgehen zu können. Vom neuen Bad schwärmen beide: "Es ist größer, schöner, moderner, luftiger."

Kosten konnten nur durch Förderung gestemmt werden

Die Kosten für die Sanierung des Hallenbads liegen bei rund 3,5 Millionen Euro. Eine Summe, die die Gemeinde niemals ohne Unterstützung aufgebracht hätte, sagt Bürgermeister Matthias Schmitt. Ein neues Förderprogramm machte es möglich. Insgesamt erhielt Oedheim daraus etwas über zwei Millionen Euro. Nur so sei es auch möglich gewesen, nicht nur das Dach, sondern das ganze Bad zu sanieren. Um die Baustelle abzuschließen, müssen noch ein Vordach sowie Lamellen an der Fassade eingebaut werden, so Schmitt. Wenn das Gerüst weg ist, folgten Pflasterarbeiten im Außenbereich.

 
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