Neues Heim für "Leguane" und "Hasen"
Die Arbeiten am Erweiterungsbau des Kindersolbads sind im Zeitplan. Die Kreissparkassenstiftung spendet 2000 Euro.

Benjamin Kaufmann ist zufrieden. Die Arbeiten am Erweiterungsbau des Bad Friedrichshaller Kindersolbads liegen exakt im Zeitplan. Der Rohbau neben dem Stammhaus in der Jagstfelder Salinestraße steht. Derzeit sind die Arbeiter mit Installationsarbeiten beschäftigt. "Es läuft bisher alles reibungslos, und es fühlt sich sehr gut an", sagt der Geschäftsführer der Kindersolbads.
Im Gebäude herrscht reges Treiben. Heizungsrohre verlegen, Elektroarbeiten verrichten, Gas, Wasser, Sanitär. "Gleichzeitig wird die Installation des Aufzugs vorbereitet", sagt Kaufmann. In rund anderthalb Wochen kommen bereits die Gipser. Für innen und außen. Vor Weihnachten soll schließlich noch der Estrich verlegt werden. Und wenn alles gut geht, können zwei Wohngruppen des Kinderheims ihr neues Domizil bereits beziehen.
Wohngruppen tragen Tiernamen
Die "Hasen" und die "Leguane" werden dort wohnen. Die Wohngruppen im Kindersolbad tragen alle Tiernamen. "Das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl", sagt Kaufmann. Acht Kinder pro Gruppe macht 16 Bewohner des Neubaus. Das Gebäude besteht aus zwei Flügeln, die spiegelverkehrt aufgebaut sind. Jedes Kind bezieht ein eigenes rund zwölf Quadratmeter großes Zimmer. Es gibt einen großen Aufenthaltsraum und eine Gemeinschaftsküche.
Die "Leguane" sind derzeit in einer Außengruppe in Gundelsheim untergebracht. Eine angemietete Wohnung, die zwar genügend Platz bietet. "Vom Zuschnitt ist sie aber vollkommen ungeeignet", sagt Kaufmann. Grund: Wegen zu wenigen Zimmern müssen sich Kinder Räume teilen. "Das birgt Konfliktpotenzial in sich", sagt Kaufmann.
Rund 2,5 Millionen Euro

Die "Leguane" bestehen aus Flüchtlingskindern ohne Begleitung. Im neuen Haus in der Salinestraße soll die Gruppe dann durchmischt werden. Im Sinne der Integration. Auch der Austausch mit den "Hasen" ist gewollt. Auch wenn beide Gruppen einen separaten Hauseingang haben werden. Die "Hasen" sind derzeit in einem alten Gebäude mit angebauten Containern untergebracht. "Das ist nicht mehr sanierungsfähig", sagt Kaufmann.
Rund 2,5 Millionen Euro kostet das Projekt insgesamt − mit Außenanlage und komplett möblierter Innenausstattung. Finanziert wird diese Summe zu 100 Prozent über Darlehen. Spenden sind hochgradig willkommen, so dass der Geschäftsführer jetzt über den Besuch der Kreissparkassenstiftung erfreut war. Deren Geschäftsführer Mathias Bastin hatte einen symbolischen Scheck über 2000 Euro mitgebracht. "Für uns war die Spende keine Frage", sagt Bastin. Die Flüchtlingsfrage sei ein großes gesellschaftliches Thema. Und für Wolfgang Steidle, Filialdirektor der Kreissparkasse in Bad Friedrichshall, steht fest, "dass es hier um Menschen in besonderen Lebensumständen geht". Und die Sparkasse habe schließlich einen öffentlichen Auftrag.
Benjamin Kaufmann freut sich über die Summe. "Wir brauchen solche Hilfen einfach." Dass seine Einrichtung von der Kreissparkassenstiftung berücksichtigt worden ist, bezeichnete der Geschäftsführer als eine Form der Wertschätzung. "Das Geld ist das eine, aber es es ist eben auch wichtig, dass wir wahrgenommen werden.
Stimme.de
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