Neuer Penny- und Edeka-Markt: So geht es in Möckmühl weiter
Neuordnung im Waagener Tal: Möckmühl bringt den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für einen Nahversorger auf den Weg.

Der Wunsch nach einem Lebensmittelgeschäft mit deutlich größerem Warensortiment treibt Verwaltung und Gemeinderat schon seit Jahren um. Nun bringt der mit einer Gegenstimme getroffene Einleitungsbeschluss zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Einzelhandel Penny und Edeka im Waagener Tal" Bewegung in die Sache.
Die Planung gibt laut Bürgermeister Ulrich Stammer den Ablauf vor. Zuerst sollen Gebäude und Anlagen des früheren Autohauses abgerissen, das Gelände freigeräumt und an dieser Stelle ein Penny gebaut werden. Wenn der Discounter fertig sei, werde der alte Penny abgerissen, um dort den neuen Edeka als Vollsortimenter zu errichten.
Die Absprache mit dem Regionalverband sei nicht ganz einfach gewesen. Denn laut Einzelhandelserlass dürfe die Verkaufsfläche in Möckmühl nicht zu negativen Auswirkungen andernorts führen. Auf die Frage, was mit dem alten Edeka geschehe, gestand er zu: "Das weiß ich nicht, weil das Gelände nicht der Stadt gehört." Allerdings lasse sich an der Berechnung des Regionalverbands ablesen, dass der alte Edeka keine Rolle mehr spiele. Thorsten Kern (FWV) begrüßte, "dass Bewegung in die Sache kommt und die Gewerbegebietsbrache eine Entwicklung vollzieht, die dem angemessen ist". Die Kombination Vollsortimenter und Discounter nebeneinander funktioniere auch in anderen Städten.
Auswirkungen auf Verkehr befürchtet
Zugleich regte Kern an, was neben der Verfahrenseinleitung mit frühzeitiger Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung schließlich als Forderung des Gemeinderats an einer Beteiligung zur Verkehrsplanung in die Beschlussfassung Eingang fand.
Er befürchte Auswirkungen auf die Zufahrt über die Züttlinger Straße sowie die Ein- und Ausfahrt über das Waagener Tal, denn schon jetzt sehe man vor allem vor Feiertagen, "wie es dort zugeht". Darüber hinaus mit der Absicht, Verbesserungen für Fußgänger, nicht zuletzt auch für Schulkinder oder die zukünftige Bewohner der seniorengerechten Wohnungen im Haag zu erreichen. Schließlich gebe es keinerlei Fußwege für die Querung des Parkplatzes, um die weiter hinten liegenden Geschäfte zu erreichen.
Regine Böhm (Grüne) drang auf eine Verkehrsplanung gleichzeitig oder vorher. Dazu sagte der Rathauschef: "Ich bin gottfroh, dass es endlich nach Jahrzehnten gelingt, einen der heutigen Zeit entsprechenden Einzelhandel zu realisieren. Wenn wir jetzt noch die Verkehrsplanung abwarten, wird es in den nächsten fünf Jahren wieder nichts." Die Untersuchung sei bereits beauftragt: "Wir warten doch nur noch auf das Ergebnis."
Zum Areal selbst legte Thorsten Kern nach. Man müsse mit den Baubeteiligten rechtzeitig ins Gespräch kommen. "Nicht erst, wenn der Investor seinen Plan fertig hat." Dazu verdeutlichte der Rathauschef: "Träger der Planung ist die Stadt Möckmühl." Mit Beschluss des Gemeinderats beauftrage sie nun das Neudenauer Büro Kehle, den Plan auszuarbeiten und bestimme, wie er aussehe: "Wir sind Herr des Verfahrens."
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