Neuenstadter Händler für Medizintechnik zieht nach Widdern
Hestomed und Helbig investiert bis zu sechs Millionen Euro im neuen Gewerbegebiet an der Autobahn bei Widdern. Das Gebiet ist begehrt, eine weitere Ansiedlung zeichnet sich ab.

Die Stadt hat mit der Erschließung des Gewerbegebiets Löhren begonnen. Und jetzt geht auch der erste Investor in die Öffentlichkeit, der in der Hildegard-Helbig-Straße bauen wird: Die neue Straße am Widderner Ortsrand bekommt den Namen der Gründerin der Hestomed + Helbig Medizintechnik GmbH & Co. KG, die von Neuenstadt nach Widdern umziehen wird. Das Gebiet ist gefragt: Für die Stadt steht ein weiterer Notartermin an, bei dem die nächste Fläche verkauft wird.
In Neuenstadt fehlt der Platz
Hestomed + Helbig und braucht Platz. Das verdeutlichen die Geschäftsführer Steffen Helms und Dirk Rothschild während eines Vor-Ort-Termins in Widdern, bei dem der Beginn der Erschließungsarbeiten im Mittelpunkt steht . In Neuenstadt habe die Firma keine Wachstungsmöglichkeiten mehr. "Wir platzen aus allen Nähten", beschreibt Dirk Rothschild die Situation am aktuellen Standort. Die Firma, einst Helbig Medizintechnik Vertriebs-GmbH & Co. KG, hat sich auf den Handel mit sogenanntem medizinischem Verbrauchsmaterial spezialisiert. Dazu gehören nach Angaben der beiden Geschäftsführer auch Pflaster oder Spritzen.
Zurzeit beschäftigt das Unternehmen in Neuenstadt 40 Mitarbeiter, die mit nach Widdern kommen sollen. Geplant ist, so die beiden Chefs, dass der Neubau im zweiten Quartal 2022 bezogen werden kann. "Perspektivisch stocken wir das Personal auf", kündigt Dirk Rothschild bereits an. Die Investitionssumme für den Neubau beziffern die beiden Geschäftsführer auf fünf bis sechs Millionen Euro.
Eine weitere Firma will kommen
Das Unternehmen ist das erste, das 14 000 Quadratmeter im neuen Gewerbegebiet an der Autobahn von der Stadt kauft. Insgesamt stehen damit derzeit noch drei Hektar zur Verfügung. Allerdings ändert sich das schon wieder in den nächsten Tagen. Laut Bürgermeister Kevin Kopf steht der nächste Notar-Termin im Kalender, bei dem eine Firma ein Grundstück kauft. Nach dem Deal bleiben gut 2,5 Hektar übrig. Auch das ist im Fluss. Noch einen weiteren Interessenten gebe es, sagt der Bürgermeister. Namen nennt er nicht. Die Stadt vermarktet das Areal nicht mit fertigen Bauplätzen. Je nach Interesse würden die Betriebe die Grundstücke erhalten.
Die Stadt Widdern ist darauf angewiesen, dass sich das Areal vermarktet. Die Stadt hat zurzeit keinen finanziellen Spielraum, um eigene Projekte auf den Weg zu bringen. Stattdessen trat der Gemeinderat erst vor wenigen Monaten auf die Bremse - selbst das wichtige Projekt Jagst-Brücke liegt erst einmal auf Eis. Einziges Vorhaben ist die Erschließung des Gewerbegebiets - eben weil sich die Ausgaben über den Verkauf der Grundstücke finanzieren und weil die Betriebe langfristig an die Stadt Gewerbesteuer überweisen.
Als sich der Gemeinderat vor einigen Wochen mit dem Haushalt des Jahres befasst hat, rechnete Kevin Kopf mit Einnahmen von einer Million Euro durch den Verkauf. Ein Defizit von mehreren Hunderttausend Euro bei der Erschließung bleibt aber bis Jahresende, weil die Stadt nicht gleich alle Grundstücke auf einmal verkaufen kann.
Kommentare öffnen


Stimme.de
Kommentare