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Möckmühl ohne Krankenhaus: Bürgermeister bedauert weiterhin die Schließung

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Der SLK-Klinikverbund aus Heilbronn hat vor einigen Jahren das Krankenhaus in Möckmühl geschlossen. Das Gesundheitszentrum als Alternative, das ist der Stadt zu wenig. Bürgermeister Ulrich Stammer nennt mehrere Gründe.

Als das Krankenhaus noch in Betrieb war: Bei einem Tag der offenen Tür wird in der Möckmühler Klinik die Notfallversorgung präsentiert.
Foto: Archiv/Andritsch
Als das Krankenhaus noch in Betrieb war: Bei einem Tag der offenen Tür wird in der Möckmühler Klinik die Notfallversorgung präsentiert. Foto: Archiv/Andritsch  Foto: Andritsch

Die SLK-Kliniken haben das Krankenhaus in Möckmühl geschlossen und in eine Alternative investiert: Das Gesundheitszentrum gleich neben der einstigen Klinik steht, Ärzte und Gesundheitsdienstleister sind darin enthalten.

Möckmühls Bürgermeister Ulrich Stammer bedauert allerdings nach wie vor die Entscheidung, das Krankenhaus im Jagsttal überhaupt zu schließen. Die SLK-Kliniken trennten sich ebenfalls von der Brackenheimer Klinik, groß investiert wurde in Heilbronn und in Bad Friedrichshall-Plattenwald.


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Die Öffnungszeiten sind nicht mit der Rundumversorgung eines Krankenhauses zu vergleichen

Wenn eine Klinik zumache, sei das nie gut, sagt Möckmühls Bürgermeister Ulrich Stammer im Gespräch mit unserer Zeitung. Er blickt allein schon auf die Öffnungszeiten der im Gesundheitszentrum angesiedelten medizinischen Angebote. Mit der Rundumversorgung, die es zu Krankenhauszeiten gab, sei das nicht zu vergleichen. Immerhin: Die Notfallambulanz sei noch in Möckmühl, es gebe für bestimmte Fälle auch Operationen. Das sei gut, betont Ulrich Stammer.

Die Fahrt in die Kliniken ist nun länger

Die Stadt Möckmühl hatte gehofft, dass mit dem medizinischen Gesundheitszentrum weitere Fachärzte für die Stadt gewonnen werden. Ulrich Stammer lobt die SLK-Verantwortlichen, die sich sehr engagierten. Nur: Ärzte für den ländlichen Raum werden überall händeringend gesucht. "Die können sich auch niemanden aus dem Hut zaubern", weiß er von vergeblichen Mühen. Den Heilbronner Klinikverbund kritisiert er deshalb nicht. Die hätten auch Zwänge und stünden durch politische Vorgaben unter Druck. Was in Möckmühl fehle, sagt Ulrich Stammer, sei ein Augenarzt. Die Bürger aus Möckmühl, die einen solchen Spezialisten bräuchten, gingen dafür überwiegend nach Neckarsulm.

Wenn Ulrich Stammer über das fehlende Krankenhaus spricht, denkt er nicht allein an die Patienten, die nun längere Wege auf sich nehmen müssen. Auch für Angehörige sei es nicht ohne, die Standorte in Heilbronn und Bad Friedrichshall zu erreichen. Mit dem öffentlichen Personennahverkehr seien diese Krankenhäuser sehr schwer zu erreichen, erzählt er. Die Kliniken des Neckar-Odenwald-Kreises würden nur wenige Möckmühler in Anspruch nehmen. Die meisten Patienten, sagt Ulrich Stammer, führen zum SLK-Verbund.

Der ländliche Raum im Schatten der Ballungszentren? Das begründet Ulrich Stammer wie folgt

Möckmühls Bürgermeister Ulrich Stammer macht keinen Hehl daraus, dass seiner Ansicht nach der ländliche Raum in vielen Bereichen von den Ballungszentren abgehängt wird. Für Windkraft und Photovoltaikanlagen im Freien sei der ländlichen Raum gut, sagt er. Woanders gebe es deutliche Abstriche. Ulrich Stammer gibt ein Beispiel: Auch das Notariat in Möckmühl sei geschlossen. Diese Dienste seien nicht nur nötig, wenn es um Kaufverträge gehe. Der Rathauschef sagt: Auf notarielle Dienstleistungen sei beispielsweise die Stadtverwaltung angewiesen, wenn auf privatem Grund Versorgungsleitungen verlegt werden sollen. Dann müsse man den Eigentümer bitten, zu einem Notar mitzufahren - der aber einige Kilometer entfernt liege.

Die Kernstadt Möckmühl sei mit der Frankenbahn noch gut versorgt. "Da können wir zufrieden sein", sagt Ulrich Stammer. Aus den kleinen Stadtteilen wie Korb oder Bittelbronn mit dem Bus rauszukommen, sei aber schon schwierig. Gut sehe es aus, wenn Schüler unterwegs seien. "Unterm Tag ist es eher schlecht."

Die Stadt Möckmühl bekommt einen Vollsortimenter

Seit 20 Jahren setzen in Möckmühl Stadtverwaltung und der Gemeinderat darauf, dass sich ein sogenannter Vollsortimenter in der Stadt ansiedelt, der deutlich mehr Waren anbietet als die Discounter und der aktuelle Edeka. Lange Zeit war es schwierig, einen Standort dafür zu gewinnen. Jetzt soll das Geschäft auf dem Gelände eines ehemaligen Autohauses errichtet werden. Laut Bürgermeister Ulrich Stammer sieht es gut aus. Geprüft wurde auch, ob ein Discounter überhaupt kommen darf. Denn: Es gab Sorgen, dass darunter der Dorfladen in Jagsthausen zu leiden habe, weil mehr Kunden nach Möckmühl gehen könnten. Diese Bedenken sind ausgeräumt.

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