Kaltstart bei kuscheligen 28 Grad: Hallenbad in Oedheim ist wieder offen
Das Oedheimer Hallenbad zeigt sich nach der Sanierung im modernen Gewand. Die ersten Badegäste haben bereits ihre Bahnen gedreht.

Schon ein paar Minuten vor der Wiedereröffnung des Hallenbads steht Inge Grimm als allererster Badegast vor der Tür. "Als ich davon erfahren habe, bin ich erst mal meine Badeanzüge durchgegangen", erzählt die Herbolzheimerin, die den langersehnten Eintritt ins kühle Nass nach vier Jahren kaum erwarten kann. Früher mehrfach wöchentlich zu Besuch, hat der 73-Jährigen das Gesundheitstraining schwer gefehlt: "Schwimmen ist das Schönste, was es gibt, und in Oedheim fühle ich mich am wohlsten."
Ein "Wow" entfährt ihr schon im Gang zu den Umkleiden. Früher ein dunkler Korridor, ist er jetzt in warmen Beige- und Cremetönen, mit schalldämpfender Decke und angenehmer Beleuchtung gestaltet. Eine neue Nottür aus Glas gibt zusätzliches Licht.
Gesundheit und Wellness
"Von den Betonelementen haben wir das kräftige Blau abgeschliffen und mit einer Beschichtung versehen, damit das Material spürbar bleibt", erläutert Architekt Marcus Teske vom Heilbronner Büro Krummlauf, Teske, Happold. "Es geht nicht mehr nur um den Sportcharakter, sondern auch um Gesundheit und Wellness", sagt er zur veränderten Atmosphäre.
Neue Türen mit stilvoller Beschriftung sowie in der Badehalle eine Wandverkleidung mit Kunststoffplatten im Look von gekalkter Eiche, das Oedheimer Logo mit Wasserturm integriert, und die hohe Decke mit freigelegten Balken kommen bei Ursula Rau hervorragend an. Die Bad Friedrichshallerin schwimmt mit ihrem Bruder Heinz die ersten Bahnen. "Sehr schön und hell", lobt sie. "Das Bad hat mir die ganzen Winter über sehr gefehlt."
Zum Neustart parat steht auch Elisabeth Kluge. Ihr Urteil: "Es sieht toll aus." Ob sie jetzt regelmäßig kommt? "Unbedingt." Zumal das Wasser "schön warm" sei. 28 Grad, die durch die Nutzung der Abwärme des mit Gas betriebenen und zur Stromerzeugung für Sporthalle, Turnhalle, Kita Kochertal und Kochertalschule genutzten Blockheizkraftwerks entstehen.
Leckere Schwimmringe in rot-weiß
Extra zum Freudentag hat die Bäckerei rot-weiße Schwimmringe gebacken. Trotzdem ein "Kaltstart", wie Bürgermeister Matthias Schmitt am Dienstag einräumt. Die Fenster sind noch mit Folie abgehängt. Draußen sind die Handwerker zu Gange. Gerade kam die neue Beschriftung mit Hintergrundbeleuchtung. Bis Ende der Woche soll das Gerüst abgebaut sein. Kommende Woche wird mit der Pflasterung, dem Anschluss an die Entwässerung und dem Weg nach unten ins Wiesental begonnen. Bis Anfang oder Mitte Februar soll der Außenbereich fertig sein, bevor die offizielle Eröffnungsfeier folgt.
Außerdem steht laut Architekt Teske ein Effektlicht für Abend- und Warmbadeaktionen aus. Wie der Rathauschef verrät, sind Spieltiere und Wassermatten für Kinderbadetage, die im Ein- oder Zweimonatsrhythmus freitags stattfinden sollen, bereits bestellt.
Jetzt aber erst einmal Bahnen schwimmen. Wie Christine und Walter Dierolf, die bis zur Aquafitness bleiben wollen. "Das Bad ist sehr schön geworden", sagt die Untergriesheimerin. Ihr Mann bestätigt: "Wir haben uns gleich eine Zehnerkarte herausgelassen." Der Oedheimer Roland Prinz ist mit Tochter Mia Sophie vorbeigekommen. Mit ihren Schwimmflügeln hat die Dreijährige im Wasser Riesenspaß.
Bald wieder Schwimmunterricht
Esin (8) und Selin (5) würden am liebsten sofort ins Wasser springen. "Wir haben eine Zehnerkarte gekauft", sagt Mama Serpil Üstün. Mit dem Versprechen, sie noch in dieser Woche einzulösen. Zusammen mit 248 anderen Kochertalschülern kommt Esin auch schulisch bald zum Zug.
Seit der Gesamtlehrerkonferenz steht fest: Ab 23. Januar gibt es wieder Schwimmunterricht für alle Klassen. Rektorin Stephanie Pfeiffer betont das Alleinstellungsmerkmal, das für mehrere Schulen im näheren Umfeld wichtig sei. Auch sie hat sich im Voraus einen Überblick verschafft: "Wunderschön, modern und ansprechend."
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