In Neckarsulm fehlen Sporthallen
Die Ballei bekommt einen neuen Boden, die Sulmturnhalle ist abgerissen. Bei den Hallen ist es gerade eng. Ein Schulleiter bleibt dennoch gelassen.

Die Stadt Neckarsulm braucht seit langem Hallenflächen für den Sport. Zurzeit ist die Situation angespannt, weil die Ballei-Halle für wenige Wochen wegfällt. Die Pichterichhalle muss außerdem saniert werden. Marco Haaf, der als Geschäftsführender Schulleiter für die Schulen spricht, sieht aber "keinen Grund zur Panik".
Während der Bauzeit ist es eng
Seit Jahren fehlen Hallenflächen. Es sei klar, dass es knapp sei, sagt Marco Haaf. Sieben Hallenteile, wie es sie bis vor wenigen Monaten in der Kernstadt gab, seien "ein bisschen wenig". Gemeinderat und Stadtverwaltung haben den Weg freigemacht und die Sulmturnhalle abgerissen, damit dort eine neue Schule samt dreiteilbarer Halle entstehen kann. Es sei den Verantwortlichen auch in den Schulen klar gewesen, dass es mit einer Halle weniger während der Bauzeit eng werde - aber danach werde es besser, betont Marco Haaf.
In den nächsten Wochen ist die Situation in der Kernstadt etwas angespannter, weil der Boden in der Ballei-Sporthalle erneuert wird. "Er war kaputt und gefährlich", sagt Marco Haaf. Der Zeitpunkt, in der ohnehin schon eine Halle fehle, sei natürlich einerseits "nicht optimal", andererseits sieht er es ganz pragmatisch: Die Hautpsache sei, dass ein neuer Boden hineinkomme. Ansonsten passt für Marco Haaf die jetzige Wetterlage: Mit Klassen könne man noch raus ins Freie.
Die Pichterichhalle ist ein nächstes Großprojekt
Zuletzt sorgte die Pichterichhalle für Schlagzeilen, als es bei einem starken Regen in die Halle tropfte - just an einem Abend, als die Handballerinnen der Sport-Union spielen wollten. Von größeren Auswirkungen ist Marco Haaf nichts bekannt. "Die Pichterichhalle wird rege genutzt", sagt der Geschäftsführende Schulleiter. Sie sei voll in Betrieb.
"Die Pichterichhalle bietet zwar aufgrund des baulichen Zustands aktuell nicht den baulichen Standard wie andere städtische Hallen", sagt Rathaussprecher Andreas Bracht auf Anfrage. "Der Sportunterricht kann aber dennoch weiterhin im bisherigen, gewohnten Umfang stattfinden." Eine gewisse Einschränkung gebe es lediglich bei Sportarten, "die mit Netzen ausgetragen werden".
Weil es Unebenheiten im Boden gebe, können die Bodenhülsen schon seit längerem nicht genutzt werden, erklärt Andreas Bracht. "Daher können Netze, wie sie zum Beispiel für Badminton oder Volleyball benötigt werden, nicht aufgestellt und gespannt werden." Der Vereinssport übe solche Sportarten in der Pichterichhalle nicht aus. "Beim Schulsport werden teilweise mobile Netzständer als Behelfslösung eingesetzt."
So geht es weiter
Die Halle muss saniert werden. Das ist schon länger bekannt. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht möglich, weil ohnehin schon Sportflächen fehlen. Erst wenn die Franz-Binder-Verbundschule sowie die Sporthalle nebenan fertig sind, geht es an die Pichterichhalle - frühestens im Jahr 2024 kann sie laut Rathaus in Angriff genommen werden.
Bis dahin setzt die Stadt laut Andreas Bracht "provisorische Maßnahmen um, damit der Sportbetrieb weiterhin gewährleistet bleibt". Er ergänzt: "Eine notwendige Sofortmaßnahme ist die Abdichtung der Dachaufbauten in Satteldachform. Außerdem werden die Rauch- und Wärmeabzüge umgebaut und der Hallenboden renoviert."
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