Historische Bahnhofsgebäude in Bad Friedrichshall werden wiederbelebt
Die Bad Friedrichshaller Bahnhöfe entlang der Stadtbahnlinie sollen zu neuen Anlaufstelle werden. Weit vorangeschritten ist das Projekt Kochendorf. Etwas tut sich auch in Jagstfeld.

Die historischen Bahnhofsgebäude in Bad Friedrichshall-Jagstfeld und Kochendorf werden wiederbelebt. Gut sieht es mit dem historischen Gebäude an den Gleisen in Kochendorf aus: Die Sanierung schreitet voran, der Eigentümer sucht sogar schon einen Nutzer. Noch nicht ganz so weit ist es in Jagstfeld am Hauptbahnhof. Dort arbeiten Experten an einem Wert-Gutachten. Das soll Grundlage sein, damit die Stadt das Gebäude kaufen kann.
Das Ensemble in Kochendorf entwickelt sich zur Perle. Der Eigentümer Marcus Dürrwang hat eine überregionale Anzeige geschaltet, um einen Pächter für das zukünftige Restaurant zu finden. Zu viel will der Architekt aus Leingarten zum jetzigen Zeitpunkt nicht verraten. Nur so viel lässt er raus: Er führe Gespräche. Was er sich wünscht, verdeutlicht die Annonce im Branchenblatt. In der Allgemeinen Hotel- und Gaststättenzeitung wirbt er für die Immobilie, die ab September zur Verfügung stehen soll.
Der Bahnhof sei komplett eingerichtet beziehungsweise möbliert. In der Anzeige verspricht der Architekt einen modernen und "sehr hochwertigen Stil". Die Lage sei gut und habe "sehr gutes Potenzial". In der weiteren Umgebung befinde sich kein anderes Restaurant in dieser Qualität. "Gesucht wird deshalb eine hochwertige bis Sterneküche." Innen gebe es 70 Plätze, außen 60. Die Außenanlage werden ebenfalls komplett neu und aufwendig angelegt.
Bürgermeister Timo Frey erwartet für die Stadt "eine tolle Geschichte"
Über diese Entwicklung freut sich Bad Friedrichshalls Bürgermeister Timo Frey. "Das ist für Bad Friedrichshall eine tolle Geschichte." Der Rathauschef spricht von einer "optischen Aufwertung". Ob es Synergien mit dem Radweg beziehungsweise dem Besucherbergwerk in unmittelbarer Nachbarschaft gibt, will er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilen. Dennoch betont er: Sollte die geplante Nutzung tatsächlich umgesetzt werden können, profitiert das weitere Umfeld. "Wir versprechen uns eine Belebung von Kochendorf und eine Ergänzung des gastronomischen Angebots."
Unterdessen wartet Jagstfeld auf eine intensive Nutzung

Während es in Kochendorf gut aussieht, verbirgt der Bürgermeister seinen Unmut nicht, was die Immobilie im Stadtteil Jagstfeld angeht. Er gibt ein vernichtendes Urteil: "Optisch hässlich, wenig einladend." Das Anwesen gehört einem privaten Investor, der es 2014 von der Bahn gekauft hat. Die Nutzungspläne waren vielversprechend, deshalb verzichtete der Gemeinderat damals, es zu kaufen.
Allerdings sicherte sich die Stadt ein Ankaufsrecht zu - aus jetziger Sicht ein Glücksgriff: Ein Vertrag mit dem Eigentümer sieht vor, dass die Stadt es kaufen kann, sollte es mit der Sanierung und der Nutzung nicht klappen. Das ist aus Sicht des Gemeinderats geschehen. Mittlerweile ermitteln Gutachter den Wert. Timo Frey rechnet damit, dass die Expertise in Kürze fertig ist und das Gebäude im Herbst an die Stadt übergeht.
Das soll in den Hauptbahnhof kommen
Wohnungen sollten ins Gebäude kommen und ein öffentliches WC. Außerdem denkt Timo Frey an weitere Gastronomie und Büros. Optisch aufgewertet solle der Bahnhof zur Visitenkarten für die Stadt werden. Über die Umsetzung entscheidet der Gemeinderat: Denkbar ist, dass es die Stadt allein angeht oder dass die Stadt den Bahnhof weiterverkauft. Frey befürwortet den Weg, das Anwesen zu behalten und einen Projektentwickler ins Boot zu holen.

Stimme.de
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