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HerzMahl in der Mediathek: Neuer Laden für gerettete Lebensmittel

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Im Erdgeschoss der Mediathek öffnet im Oktober ein Café mit Verkauf von geretteten Backwaren, Obst und Gemüse. Welche Rolle die soziale Komponente für die Betreiber spielt.

Hanni Meissner, Florian und Svenja Zeitz (von links) verkaufen ab Oktober noch gut erhaltenes Obst, Salat oder Gemüse in der Urbanstaße 12.
Hanni Meissner, Florian und Svenja Zeitz (von links) verkaufen ab Oktober noch gut erhaltenes Obst, Salat oder Gemüse in der Urbanstaße 12.  Foto: Frank Wittmer

Noch haben sie andere Jobs, aber ab Oktober werden Florian und Svenja Zeitz diese an den Nagel hängen und hauptberuflich für "HerzMahl" aktiv sein. Der Laden für gerettete Lebensmittel mit Café soll am 1. Oktober öffnen.

Bis dahin gibt es noch viel zu tun, denn auch die Einrichtung wird komplett nachhaltig sein. Tische und Stühle für das Café fehlen noch, ein Sofa für die Bücherecke haben die Geschwister schon in Aussicht. Auch Regale und Möbel aus der Küche der Ballei und von der Heimstätte können weiter verwendet werden.

Ein Verein unterstützt HerzMahl dabei, gegen die Verschwendung von Lebensmitteln aktiv zu werden

Unterstützt wird das rührige Duo von einem neu gegründeten Verein, dem auch Hanni Meissner angehört. "Wir wollen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln vorgehen. Es wird einfach zu viel weggeschmissen, was eigentlich noch gut wäre." Als Beispiel hat die Lebensmittelretterin eine Wassermelone dabei. "Die ist nur ein bissle angedätscht", meint Svenja Zeitz. Im Laden würde das noch essbare Obst im Container landen. Oft wandern Lebensmittel in den Müll, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht ist, oder weil es einen optischen Makel gibt, der sich nicht auf die Qualität auswirkt.


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In Abfall-Container steige aber niemand von HerzMahl ein, stellt Florian Zeitz klar. "Wir retten nichts aus dem Müll, sondern vor dem Müll." Für die Unternehmen und Läden, darunter auch regionale Bäcker, sei es ein Gewinn, wenn sie ihre Waren rechtzeitig abgeben können. Die Entsorgung im Restmüll koste die Unternehmen eine Stange Geld.

Stadt Neckarsulm erlässt die Miete für ein halbes Jahr

Im Unterschied zu einem Tafelladen dürfen im Erdgeschoss der Mediathek alle Bevölkerungsschichten einkaufen. Im Café können die Gäste auch arbeiten oder ein Buch lesen. Veranstaltungen und Lesungen − in Zusammenarbeit mit dem benachbarten Weltladen oder der Mediathek − kann man sich ebenfalls vorstellen. Die Stadt Neckarsulm unterstützt die Innenstadtbelebung, indem der Mietvertrag die ersten sechs Monate kostenfrei bleibt. "Für die Instandsetzung der 287 Quadratmeter großen Ladenfläche haben wir 115.000 Euro investiert", erklärt City-Manager Daniel Bürkle.

Die Idee für HerzMahl haben Svenja und Florian Zeitz bei ihrer Mutter Bernadette quasi am Mittagstisch mit aufgesogen. "Liebe geht durch den Magen und Liebe verteilt sich beim Essen", ist das Motto der in Polen aufgewachsenen Frau. "Unsere Mutter hat dort erlebt, dass man für Lebensmittel viele Stunden anstehen muss, und es tut ihr weh, dass hier so vieles weggeworfen wird."


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Ihre Herzlichkeit wird man in den Räumen von HerzMahl sicher auch erleben, denn Bernadette Zeitz wird im Laden und im Café mit dabei sein und sicher auch die ein oder andere Mahlzeit von Herzen mit ihren Geschichten spicken. Das Ziel der Lebensmittelretter von HerzMahl ist neben einem veränderten Konsumverhalten auch ein Lebensmittelpunkt für viele Menschen zu werden.

 

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