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Möckmühl

Sport-Profil kommt bei Kindern am Gymnasium Möckmühl sehr gut an

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Das Jagsttal-Gymnasium in Möckmühl punktet bei Jugendlichen und Lehrern. Und es erfährt große Unterstützung durch Stadtverwaltung und Gemeinderat.

Das Jagsttal-Gymnasium Möckmühl ist bei Referendaren beliebt. Das Familiäre begeistert offenbar viele angehende Lehrer. Foto: Archiv/Slaby
Das Jagsttal-Gymnasium Möckmühl ist bei Referendaren beliebt. Das Familiäre begeistert offenbar viele angehende Lehrer. Foto: Archiv/Slaby  Foto: Nadine Slaby

Schulen haben derzeit ein großes Problem: Es fällt ihnen ungemein schwer, neue Lehrer zu finden. Dem Möckmühler Jagsttal-Gymnasium geht es genauso, doch der Schulleiter hat bei der Versorgung seiner Bildungsstätte Positives zu vermelden. Unterdessen kommt die Anbindung der Möckmühler Schulen ans schnelle Internet voran.

Ein großes Problem für viele Schulen

"Der Lehrermangel ist ein großes Problem", sagt Marcus Dunke, der als Direktor das Jagsttal-Gymnasium leitet. Doch seine Schule verkündet zugleich gute Nachrichten: Da gebe es eine Lehrkraft, erzählt er, die von mehreren Schulen im Land umworben worden sei. Die Person entschied sich aber fürs Jagsttal, freut sich Marcus Dunke. Die technische Ausstattung habe genauso gezogen wie die Sportstätten, erzählt er.

Das sei kein Einzelfall. Der Schulstandort habe sich unter Referendaren herumgesprochen. Das Jagsttal-Gymnasium sei für die Ausbildung gut, sagt der Schulleiter. Klein und familiär sei der Standort. Hinzu komme für viele der Aspekt "Ländlicher Raum". Die Schüler seien noch verhältnismäßig friedlich im Vergleich zu größeren Städten, sagt er. "Der Standort kann sich sehen lassen."

Die Lehrerversorgung treibt viele Rektoren um. In Kollegien ist sogar von Schulleitern zu hören, die einen sehr guten Draht zu ehemaligen Schülern pflegen, die sich zum Lehrer ausbilden lassen. Kaum sind die mit ihrem Studium fertig, können sie an ihrer einstigen Schule selbst unterrichten.

Das können Gründe für den Lehrermangel sein 

Marcus Dunke macht mehrere Gründe dafür aus, dass es weniger Pädagogen gibt. Zum einen gehört für ihn die Reform des Studiums dazu: Früher musste man sich mit Studienbeginn festlegen, dass man auf Lehramt studiert. Das sei nicht mehr der Fall. Mittlerweile hörten viele Studenten mit dem ersten Uni-Abschluss auf und suchten einen Job in der freien Wirtschaft, anstatt in Richtung Lehrer weiterzumachen. Hinzu komme, dass überall Fachkräfte gesucht werden. Jüngere legten außerdem einen großen Wert auf die Work-Life-Balance - da gelte eine Stelle an einer Schule für viele offenbar als nicht attraktiv.


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Marcus Dunke vertritt als Geschäftsführender Schulleiter alle Schulen in der Stadt Möckmühl. Dazu gehört der direkt nebenan liegende Jagsttal-Schulverbund mit Real- und Werkrealschulzweig, ebenfalls spricht er für die Grundschulen. In den nächsten Monaten erhalten die Bildungsstätten einen Anschluss ans Glasfasernetz. Seinen Informationen nach ist die Grundschule Möckmühl als erstes an der Reihe.

"Glasfaser sollte bis zum nächsten Herbst fertig sein", freut sich Marcus Dunke. Auch an anderer Stelle gibt es sehr große Unterstützung durch Gemeinderat und Stadtverwaltung. Sichtbarstes Zeichen zurzeit sind die Investitionen in den Schulverbund, an dem sich umliegende Städte und Gemeinden finanziell beteiligen.

Das Vor-Profil im Sport läuft schon gut

Unterdessen hat sich am Gymnasium das Sport-Profil etabliert. Die Siebener sind die ersten, die kommendes Schuljahr nun Sport wählen können - neben den etablierten Profilfächern Naturwissenschaft und Technik (NWT) sowie Spanisch. Sport wird damit zum Hauptfach. "Mit Sport kann man eine Fünf in Mathe ausgleichen", beschreibt Marcus Dunke einen Vorteil.

Als ein weiteres Indiz dafür, dass das neue Profil punktet, gilt das Anmeldeverhalten in Klasse fünf: Um sich überhaupt als Achtklässler für Sport entscheiden zu können, muss in den ersten drei Jahre am Gymnasium ein sogenanntes Sport-Vor-Profil besucht werden. Fast alle Fünfer und Sechser hätten sich dafür entschieden, sagt Marcus Dunke. Wie sich die Jugendlichen dann in Klasse acht tatsächlich entscheiden, ist unklar. Er rechnet damit, dass alle Profile zustande kommen. "Es ist für jeden etwas dabei."

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