Frießinger Mühle in Bad Wimpfen gehört zu den Top fünf Mühlenbetrieben in Deutschland
Die Erfolgsgeschichte begann mit einer kleinen Wassermühle in Kirchberg an der Murr. Wie das Familienunternehmen nach dem Umzug an den Neckar in 35 Jahren den Wandel vom Handwerks- zum Industriebetrieb schaffte.

Südlich der Stadt Bad Wimpfen, mitten im Herzen des Unterlandes, liegt das Mühlenunternehmen der Familie Frießinger.
Unmittelbar am Ufer des Neckar ragen die mächtigen Gebäude der Großmühle auf einer Fläche von zehn Hektar in den Himmel. Das höchste, weithin sichtbare Silo misst 63 Meter. Mit Binnenhafenanschluss und Autobahnanbindung ist der Betriebsstandort optimal für den Umschlag großer Mengen an Transportgütern wie Getreide und Mehl.
Tagesleistung der Frießinger Mühle liegt bei 1200 Tonnen
Das Familienunternehmen Frießinger Mühle wuchs in den vergangenen 35 Jahren am Standort Bad Wimpfen kontinuierlich. Von einer kleinen Mühle im Murrtal mit einer Tonne Getreidekapazität pro Tag entwickelte sich das Unternehmen permanent und erreicht heute eine Tagesleistung von 1200 Tonnen. "Das ist eine gigantische Entwicklung", sagt Juniorchef Willi Erich Frießinger, der im Jahr 2015 in sechster Generation in den Familienbetrieb einstieg.
Die sechste Generation fährt zweigleisig mit akademischer und praktischer Ausbildung
Nach dem Dualen Studium der Betriebswirtschaft, Fachrichtung Logistik, und ersten Erfahrungen bei einem großen Lebensmitteleinzelhändler folgte für Willi Erich Frießinger die Lehre als Müller mit Meisterbrief und die Weiterbildung zum Müllereitechniker. Vor zweieinhalb Jahren kam seine Schwester Lisa Frießinger dazu. Nach dem Dualen Studium der Betriebswirtschaft, Fachrichtung internationaler Handel und Einkauf, und ersten beruflichen Erfahrungen in einem Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels trat sie in den elterlichen Mühlenbetrieb ein. Ihr Vater Willi Frießinger ist nach wie vor der Kopf des dynamischen Unternehmens.
Die sichere Versorgung mit Qualitätsmehlen wird in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt der Firmenstrategie sein. Der Klimawandel mit extremen Heiß- und Trockenphasen im Sommer erfordert die Züchtung neuer Getreidesorten, die Wetterschwankungen ausgleichen. 180 000 Tonnen Getreide lagern in den Silos der Frießinger-Gruppe.
Jederzeit steht Nachschub bereit
Aus externen Lagerstätten kann jederzeit Nachschub geordert werden, um die Jahreskapazität von 400 000 Tonnen des Grundnahrungsmittels zu gewährleisten. Dafür arbeiten die angestellten Müller sieben Tage die Woche rund um die Uhr im Dreischichtbetrieb. 250 Mitarbeiter kümmern sich um Disposition, Vertrieb, Getreideeinkauf, Qualitätssicherung, Buchhaltung, Technik, EDV und Verwaltung.
Die Anlieferung des Getreides erfolgt per Schiff, Lastwagen oder durch regionale Landwirte. Der Trend geht jedoch zum Transport auf dem Wasser. Der entscheidende Vorteil: Ein Schiffes verfügt über eine Ladekapazität von 1500 Tonnen. Dafür wären 60 Lastwagen-Fahrten nötig. Der Großteil der Mehlproduktion wird per Silo-Laster an Bäckereien und die Nahrungsmittelindustrie geliefert. Verpackte Ware, etwa in Ein-Kilo-Tüten, erreichen die deutschen Großhändler ebenfalls per Lkw.
Backmischungen wurden zum Renner
Inzwischen gehen bereits 30 Prozent der Produkte ins europäische Ausland. Die ab den 1990er Jahren kreierten Brotbackmischungen wurden zum Renner: 45 Millionen Backmischungen werden pro Jahr produziert und ausgeliefert. Neben den klassischen Mehlen entwickelte das Unternehmen zahlreiche spezielle Mehlsorten. Alle Produktionsprozesse sind automatisiert und weitgehend computergesteuert.
Von der Anlieferung und Qualitätskontrolle bis zur Einlagerung des Getreides in die 120 Silozellen mit jeweils 1000 Tonnen Aufnahmekapazität sind viele Schritte nötig. "Da Getreide ein Naturprodukt ist, das ständig in unterschiedlichen Qualitäten bei uns ankommt, bleibt ein stets gleichbleibendes Endprodukt unser oberstes Ziel", erklärt Willi Erich Frießinger.
Was kaum jemand weiß: In der Versuchsbäckerei wird in bewährter Handwerkstradition gearbeitet. "So können wir sicher sein, dass unsere Produkte auch unter praktischen Backstubenbedingungen optimale Eigenschaften aufweisen", sagt Frießinger.
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