Erste Pflanzenbörse in Kochertürn
Strahlend schön zeigt sich der Samstagmorgen - wie geschaffen für ein Treffen der Pflanzenliebhaber. Strahlend zeigen sich auch die Mitglieder des rührigen Vereins "Kultur im Dorf" in Neuenstadts Teilort Kochertürn.

Liebevoll präsentieren vor allem Hobby-Gärtnerinnen auf Tischen ihre mitgebrachten Blumen, Kräuter und andere Gartenpflanzen, vielfach mit Schildchen gekennzeichnet. Dabei kommt auch der Gedankenaustausch nicht zu kurz.
"Ich bin gar nicht dazu gekommen, eigene Pflanzen aus meinem Garten auszugraben", bekennt Christine Graf aus Oedheim. Gegen eine Spende in die Vereinskasse darf auch sie mitnehmen, was ihr Gärtnerinnenherz begehrt. Freudestrahlend zeigt sie Akelei, armenischen Mohn und eine besonders alte Sorte Schneeglöckchen. "Bei einer Gartengröße von zehn Ar bekomme ich viele Pflanzen unter", erklärt sie.
Schätze mit anderen teilen
Aus Oberohrn ist Michaela Duhme angereist, um ihre Schätze mit anderen zu teilen. "Mein Garten ist zwar nicht groß, dafür aber vielfältig", berichtet sie. Vor allem Blühendes sei ihr wichtig. "Meine Nachbarn züchten Bienen, und da wurden entsprechende Pflanzen auch zu meiner Herzensangelegenheit." Als Expertin der Aktion "Offene Gärten in Öhringen und Umgebung" gibt Ingrid Kusserow aus Pfedelbach-Buchhorn gerne ihr Wissen an andere weiter.
"Die meisten meiner Pflanzen habe ich schon hergegeben" zeigt sich Maria Spindler aus Kochertürn zufrieden. "Dafür habe ich ein paar sehr schöne Exemplare von Eiertomatenpflanzen erhalten."
Schwindender Gartenkultur etwas entgegensetzen
Als "absolute Gartenfreundin" bezeichnet sich Sabine Gaumann, die Initiatorin der Pflanzenbörse. Sie möchte mit dieser Aktion der "schwindenden Gartenkultur" etwas entgegensetzen. Bei den Vereinsmitgliedern von "Kultur im Dorf" fand sie sofort Mitstreiter für ihre Idee. "Wir kennen das von früher, als jeder seinen Garten noch selbst gestaltete", erklärt Steffi Beyer ihre Motivation. Ihr Mann Walter ergänzt: "Viele lassen heutzutage ihren Garten anlegen - wir möchten Anregungen geben, wieder selbst aktiv zu werden."
Möglichkeit, sich zu treffen
Die soziale Komponente der Aktion betont Vereinsvorsitzende Herta Baumgart: "Hier hat man die Möglichkeit, locker zusammenzukommen und sich auszutauschen." Zur Geselligkeit tragen nicht zuletzt das von den Mitgliedern gebackene Fingerfood sowie eigens vom Verein hergestellter Most von Streuobstwiesen bei.
Zuversichtlich blickt Herta Baumgart bereits ins nächste Jahr voraus: "Wenn sich erst herumgesprochen hat, dass niemand unbedingt selbst Pflanzen mitbringen muss, wird der Zuspruch für die zweite Pflanzenbörse bestimmt noch größer sein!"
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