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Untereisesheim

Duo trägt jetzt im Rathaus Untereisesheim die Verantwortung

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Ohne hauptamtlichen Bürgermeister: In Untereisesheim übernehmen ehrenamtlichen Bürgermeister-Stellvertreter momentan wichtige Aufgaben im Rathaus. Eines hat beide überrascht.

Wenn der hauptamtliche Bürgermeister verhindert ist, sind die ehrenamtlichen Stellvertreter gefragt: Seit Untereisesheim keinen Bürgermeister mehr hat, müssen Elke Rebscher und Dirk Dierolf die Geschäfte übernehmen.
Foto: Simon Gajer
Wenn der hauptamtliche Bürgermeister verhindert ist, sind die ehrenamtlichen Stellvertreter gefragt: Seit Untereisesheim keinen Bürgermeister mehr hat, müssen Elke Rebscher und Dirk Dierolf die Geschäfte übernehmen. Foto: Simon Gajer  Foto: Gajer, Simon

Untereisesheim hat keinen hauptamtlichen Bürgermeister. Bernd Bordon hat das Amt abgegeben und ist als Rathauschef nach Ilsfeld gewechselt, Christian Tretow ist mittlerweile gewählt, aber längst noch nicht im Amt.

Nur: Ohne Unterschrift eines Bürgermeisters kommen Bauvorhaben nicht voran, können auch kleine Aufträge nicht vergeben werden. Dafür sind Elke Rebscher und Dirk Dierolf derzeit verantwortlich. Sie sind Mitglieder des Gemeinderats. Das Gremium hat sie zu ehrenamtlichen Stellvertretern des Bürgermeisters gewählt.

Bei Bernd Bordon waren Bürgermeister-Stellvertreter kaum gefordert

Die Stellvertreter eines Bürgermeisters sind üblicherweise selten gefordert. So war es auch in Untereisesheim bei Bernd Bordon, der kaum vertreten werden musste: mal einen Kranz niederlegen, mal beim Erntedankfest dabei sein, mal den Gemeinderat leiten, erzählen Dirk Dierolf und Elke Rebscher.

Dass aber über einen langen Zeitraum überhaupt kein Bürgermeister im Rathaus sein würde, das konnten sich die beiden nicht vorstellen. "So etwas kommt bei uns selten vor", sagt Elke Rebscher. Zuletzt mussten in Neuenstadt die Bürgermeister-Stellvertreter einspringen, weil Norbert Heuser bereits Landrat in Heilbronn war. Andreas Konrad wurde erst im Spätjahr 2021 gewählt. Üblich sind meist andere Zeiten, sagen die beiden Untereisesheimer. Geht ein Bürgermeister etwa in den Ruhestand, steht der Neue meist schon in den Startlöchern.

Der eine geht, der andere kommt? Das war die Hoffnung

Auf einen solchen Ablauf hatten sich auch die beiden Bürgermeister-Stellvertreter eingestellt, als klar war, dass Bernd Bordon in Ilsfeld antritt und gewählt werden könnte. Der eine geht, der neue kommt. "Mit einer Vakanz haben wir nicht gerechnet", gibt Elke Rebscher zu. Irgendwann war aber eines sicher: Wegen einzuhaltender Fristen klappt es nicht mit dem reibungslosen Übergang. "Das ist schon eine große Verantwortung, die wir übernehmen", sagt sie.

Zahlreiche Unterschriften sind nötig

Bauanträge müssen unterschrieben werden, weil Fristen einzuhalten sind. Damit die Eigentümer von Grundstücken im neuen Sanierungsgebiet befragt werden können, muss eine Firma beauftragt werden - natürlich per Unterschrift.

Die Idee, ein besonderes Mehrfamilienhaus-Projekt zu realisieren, will weiter vorangetrieben werden. Und auch die Bürgermeisterwahl musste vorbereitet werden. "Die Verwaltung hält uns den Rücken frei", sagt Dirk Dierolf. Nur: Manches gehe halt nicht ohne Rücksprache mit den ehrenamtlichen Bürgermeistern.

Den Posten im Rathaus üben die Stellvertreter neben dem eigentlichen Beruf aus

Elke Rebscher als erste Bürgermeister-Stellvertreterin fängt die meiste Arbeit auf, viele Mails werden mittlerweile an sie adressiert. Den Mittwochnachmittag hält sich die Tierärztin fürs Rathaus frei. Das ist aber nicht das einzige Zeitfenster für die Verwaltungsarbeit. "Vieles geht so nebenbei", erzählt sie über Momente, in denen sie beispielsweise Mails überfliegt. "Man kann einen hauptamtlichen Bürgermeister nicht ersetzen", blickt sie auf die Fülle an Aufgaben, die zu leisten ist.

Elke Rebscher und Dirk Dierolf denken dabei einerseits an die Zeit, die ein Bürgermeister hat. Beide sind selbstständig, müssen sich jetzt um ihren eigentlichen Beruf und ums Rathaus kümmern. "Was uns an Zeit fehlt, müssen wir woanders nachholen", sagt Dirk Dierolf, der als Raumausstatter tätig ist. "Vielen ist nicht bewusst, dass es ein Ehrenamt ist", sagt Elke Rebscher. Hinzu kommt das Fachwissen, dass ein hauptamtlicher Bürgermeister hat: Als Gemeinderäte kennen sie zwar Sachentscheidungen, sagt Elke Rebscher. "Die Verwaltungsarbeit kennen wir aber nicht."

Der zukünftige Bürgermeister ist schon bei wichtigen Gesprächen dabei

Christian Tretow wird der neue Bürgermeister von Untereisesheim sein. Wegen seiner Kündigungsfristen beim Landtag ist unklar, wann er Untereisesheim zur Verfügung steht. "Schön wäre der 1. September", sagt Elke Rebscher. Der Sontheimer ist aber schon bei wichtigen Gesprächen im Rathaus dabei. Mit Dienstantritt von Tretow können sich die Stellvertreter wohl nicht sofort in die zweite Reihe zurückziehen - der neue Bürgermeister werde sich erst noch richtig einarbeiten müssen, wissen die beiden.

Ein Bürgermeister oder ein Stellvertreter ist immer vor Ort: Mit Bernd Bordon als hauptamtlicher Rathauschef in Untereisesheim haben sich Dirk Dierolf und Elke Rebscher nie über den Urlaub abgesprochen. Jetzt stehen die beiden ehrenamtlichen Bürgermeister-Stellvertreter in der Verantwortung, sie klärten also vorab, wer wann nicht da ist. "Das war vorher nie ein Thema", erzählt Dirk Dierolf.

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