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HARDTHAUSEN

Broschüren, Hanuta und Banner am Himmel

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Hausbesuche und Bürgergespräche statt Plakate: Vier Kandidaten sind im Wahlkampf unterwegs

Auch Arnd Oskar Beck verteilt aktuell seine Broschüre. Als einziger wirbt er mit einem Banner über Hardthausen, das am 16. Juni nochmal zu sehen sein wird.
Auch Arnd Oskar Beck verteilt aktuell seine Broschüre. Als einziger wirbt er mit einem Banner über Hardthausen, das am 16. Juni nochmal zu sehen sein wird.  Foto: privat

Der Wahlkampf in Hardthausen ist dieser Tage eine heiße Angelegenheit: Die vier Kandidaten Thomas Einfalt, Martin Hellemann-Brenner, Ralph Matousek und Arnd Oskar Beck sind in allen drei Ortsteilen unterwegs und dankbar über jeden, der ihnen die Tür öffnet und ein Glas Wasser anbietet. Bei Temperaturen bis zu 30 Grad kommen die Bewerber um die Nachfolge von Bürgermeister Harry Brunnet ganz schön ins Schwitzen. Alle vier setzen auf das persönliche Gespräch mit den Bürgern bei ihren Hausbesuchen, plakatiert hat keiner. Alle vier sind unermüdlich im Einsatz - wenn auch sehr unterschiedlich lang. Thomas Einfalt hat im April mit seinem Wahlkampf begonnen, Arnd Oskar Beck ist erst seit vergangener Woche dabei. Den Umgang untereinander beschreiben alle als fair. Dauerkandidatin Fridi Miller ist gerade in Weinheim im Wahlkampf aktiv und kommt nicht ins Kochertal.

Engagement zahlt sich aus

"Rufen Sie einfach an, wenn Sie Fragen zu meinen Standpunkten haben", sagt Thomas Einfalt, wenn ihm an diesem Morgen in Gochsen jemand die Tür öffnet. Weit über 70 Gespräche hat der 29-Jährige in den vergangenen Wochen schon geführt mit Funktionsträgern, Ehrenamtlichen, Verantwortlichen. Gleich zu Beginn, nachdem er seine Kandidatur bekannt gegeben hatte, fing der Verwaltungsfachmann an, seine Flyer zu verteilen und Bürgergespräche anzubieten. Aktuell ist der Löwensteiner Hauptsamtsleiter in der Gemeinde noch unterwegs, um seine Broschüre zu verteilen und Hausbesuche zu machen. Das Engagement scheint sich auszuzahlen: Kaum ein Auto oder Radler fährt vorüber, ohne dass dem 29-Jährigen jemand winkt. "Ganz viele Menschen bitten einen herein", bekräftigt Einfalt. "Die Resonanz ist wirklich positiv. Ich bekomme viele Anrufe, ob ich nicht vorbeikommen kann." Seine Homepage war vom ersten Tag der Bewerbung an online, auch bei Facebook ist der Kandidat aktiv.

Rundgänge durch den Ort

"Es macht Spaß, aber es ist auch wahnsinnig anstrengend", sagt Martin Hellemann-Brenner. Rund 1000 Haushalte hat der 48-Jährige besucht, seit er Ende April seine Kandidatur bekanntgab. "Die Bevölkerung ist total aufgeschlossen." Anfang der Woche startete der Verwaltungsfachwirt und Politologe in Lampoldshausen seine Ortsrundgänge. Auch eine Fahrradtour hat er schon angeboten.

Immerhin vier Bürger finden trotz Hitze den Weg zur Gemeindehalle. Unterstützt wird der Leiter der Stabsstelle Kreisentwicklung und Europa im Landratsamt Hohenlohe von seiner Frau Roswitha und seinen vier Kindern. Der Verkehr in der Ortsdurchfahrt, aber auch der Schulweg werden lebhaft diskutiert. Ebenso, wie man Traditionen wie das Backhausfest sichern kann. Hellemann-Brenner macht sich immer wieder Notizen und nimmt die Anregungen auf. Seine Broschüre hat er überall im Ort verteilt, über die Homepage ebenso wie bei Facebook kann man mit ihm Kontakt aufnehmen.

Mit tatkräftiger Unterstützung

Rund zehn Stunden täglich war auch Ralph Matousek in den Pfingstferien täglich zu Hausbesuchen unterwegs. "Ich habe nicht ganz das geschafft, was ich mir vorgenommen habe", sagt der 43-Jährige. In dieser Woche verteilt er noch seine Wahlbroschüre in den Ortsteilen - mit tatkräftiger Unterstützung seiner Frau Heike und seinen Kindern Annika und Julian. Dazu gibt es Hanuta mit einem Wahlaufkleber darauf. "95 Prozent der Bürger waren sehr offen und haben das Angebot genutzt", sagt Jagsthausens Kämmerer. Viele riefen auch an oder hielten an der Straße, wenn sie ihn sehen. Matousek nimmt sich Zeit. Dann kann ein Gespräch auch mal zwei Stunden dauern. "So eine Kandidatur ist schon zeitintensiv. Aber die Hausbesuche finde ich wichtig, da erfährt man Konkretes." Seine Homepage war von Beginn an online, nachdem er zeitgleich mit Hellemann-Brenner seine Bewerbung abgab. Bei Facebook ist Matousek hingegen weniger aktiv. Auch er hat Bürgergespräche in allen Ortsteilen angeboten.

Mit dem Flieger

Am vergangenen Montag waren die vier Kandidaten schon zu einer Vorstellungsrunde bei der evangelischen Kirche in Gochsen eingeladen. "Man merkt, dass die anderen Profis sind", sagt Arnd Oskar Beck, der einzige Nicht-Verwaltungsmann unter den Kandidaten. "Das ist nicht ganz einfach, aber ich versuche das wettzumachen mit viel Herz." Vor zwei Wochen hat der Lampoldshausener seine Bewerbung abgegeben. Seit einigen Tagen verteilt er in der ganzen Gemeinde seinen Flyer. Und ein Flieger mit dem Banner "Beck für Hardthausen" ist schon über die Ortsteile hinweggeflogen. Einige fänden das übertrieben, andere wiederum gut. Am Samstag, 16. Juni, soll der Flieger noch einmal starten. "Viele Fragen, warum ich kandidiere", sagt der 50-Jährige, der bei der Straßenmeisterei Neuenstadt arbeitet. "Der Wahlkampf ist anstrengend, aber er macht wirklich Spaß."

Fragen an die KAnduídaten stellen

Beim Stimme-Forum am Dienstag, 12. Juni, um 19 Uhr in der Gemeindehalle Lampoldshausen werden die vier Kandidaten Thomas Einfalt, Martin Hellemann-Brenner, Ralph Matousek und Arnd Oskar Beck sein. Hardthausener Bürger können bis Montag ihre Fragen an die Kandidaten mitteilen: per E-Mail an landkreis@stimme.de.

Martin Hellemann-Brenner (r.) bietet in allen drei Ortsteilen Rundgänge an, um mit den Bürgern zu sprechen. Los ging es am Dienstagabend in Lampoldshausen.
Martin Hellemann-Brenner (r.) bietet in allen drei Ortsteilen Rundgänge an, um mit den Bürgern zu sprechen. Los ging es am Dienstagabend in Lampoldshausen.  Foto: Neuert, Julia
Thomas Einfalt ist in Gochsen unterwegs und wirft seine Broschüre in die Briefkästen, wenn niemand öffnet. Die Hausbesuche haben für ihn aktuell Priorität.
Thomas Einfalt ist in Gochsen unterwegs und wirft seine Broschüre in die Briefkästen, wenn niemand öffnet. Die Hausbesuche haben für ihn aktuell Priorität.  Foto: privat
 Foto: Mugler, Dennis
Die ganze Familie ist im Einsatz: Ralph Matousek verteilt seine Broschüre mit Ehefrau Heike und seinen beiden Kindern Annika und Julian.
Fotos: Neuert (3), privat
Die ganze Familie ist im Einsatz: Ralph Matousek verteilt seine Broschüre mit Ehefrau Heike und seinen beiden Kindern Annika und Julian. Fotos: Neuert (3), privat  Foto: privat
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