Ballei und Golfklub: Martin Kübler hat als Gastronom bald zwei Standorte
Martin Kübler kehrt als Pächter zurück nach Bad Rappenau: Zur Neckarsulmer Ballei kommt ein Restaurant im Stadtteil Zimmerhof hinzu.

Martin Kübler kommt als Gastronom zurück nach Bad Rappenau: Der einstige Kurhaus-Pächter übernimmt das Restaurant des Golfklubs im Stadtteil Zimmerhof. Die Neckarsulmer Ballei, die der Dehoga-Kreisvorsitzende führt, behält er weiterhin. Beide Standbeine ergänzen sich, findet der 58-Jährige.
Für Gastronomen ist das ein positives Signal
Martin Kübler sieht es auch als ein wichtiges, positives Signal an seine vielen Kollegen an. Gerade im Corona-Jahr, wenn er als Ansprechpartner im Hotel- und Gaststättenverband so viele Gespräche führt, kommt bei ihm ein zweites Restaurant hinzu. "Der Redebedarf der Kollegen ist gigantisch", sagt Martin Kübler.
Der Vollblut-Gastronom ist in der Küche zum Wenigtun verdammt. Er vergleicht sich mit Diskotheken, die seit Beginn der Pandemie geschlossen sind. Das Restaurant ist offen, derzeit nur zur Essensausgabe, aber alle anderen Veranstaltungen in der Ballei sind abgesagt. Keine Firmenfeiern, keine Kultur. "Mir fehlen 80 Prozent des Umsatzes." Immerhin: Er kann Essen zum Mitnehmen servieren. Er gibt sein Bestes, damit es optisch etwas hermacht. Nur was ist das schon, gute Mahlzeiten zusammengedrückt in einem Behälter auf den Fahrrad-Gepäckträger gespannt? Immerhin: "Die Gäste essen noch richtig", sagt er. "Nicht nur TK." Also Tiefkühlkost.
Die Pandemie wirkt sich auf die Restaurantlandschaft aus
Corona wird an der Gastrobranche nicht spurlos vorübergehen. Davon ist Martin Kübler, der sich auch auf Landesebene im Branchenverband einbringt, überzeugt. 25 Prozent der Betriebe würden die Pandemie nicht überleben. "Wir leben alle mit einer Zeitbombe." Verpächter, Lieferanten und Banken stünden zurzeit den Betrieben zur Seite.Sobald die Restaurants wieder öffnen, liefen sofort die einstigen Zahlungsaufforderungen ein. Damit rechnet Martin Kübler. Manchem könnte spätestens dann das Aus drohen.

Martin Kübler startet dennoch beim Golfklub Bad Rappenau durch. Als ihn die Anfrage aus der Kurstadt erreichte, überlegte er und kam dann zum Schluss: Es passt. "Zurzeit habe ich viel Zeit zum Nachdenken." Im Juni, spätestens, hofft er, die Gaststätte öffnen zu können, Mitarbeiter-Gespräche führt er bereits.
Die beiden Standorte passen zusammen
Ballei und Golfklub sind für den erfahrenen Gastronomen eine ideale Ergänzung. Zum einen beim Personal: Er benötigt mehr Mitarbeiter, sodass er bei größeren Veranstaltungen auf einen größeren Pool an Kollegen zugreifen kann. Und er setzt darauf, dass sich beide Standorte gegenseitig befruchten. Wenn Firmenchefs golfen und mit dem Essen zufrieden sind, dann könnten sie vielleicht mit einer Firmenveranstaltung nach Neckarsulm in die Ballei mit den großen Sälen kommen. Und wer in der Ballei ist, der geht vielleicht auch mal nach Bad Rappenau ins Grüne.
Die idyllische Lage, die umfassenden Pläne des Golfvereins für ihr Restaurant: Das Gesamtpaket hat Martin Kübler zugesagt. "Wir werden ein Alltagsrestaurant sein." Er verspricht, dass es Essen zu Familienpreisen geben wird, Spaziergänger und Touristen seien jederzeit willkommen, betont er.
Martin Kübler, der gern Ski fährt und selbst "mit mäßigem Erfolg golft", hat sich auch schon einen Namen für das Restaurant in Zimmerhof überlegt: Neunzehn. Denn nach einer 18-Loch-Runde geht es zum Ausklang ins Loch 19, eben dem Restaurant. Auch der Klang passe, findet er. Wenn Bad Rappenauer abends etwas trinken wollen, dann können sie sagen: "Wir gehen ins Neunzehner."

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