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Neuenstadt/Weinsberg

Auf den Erdbeerfeldern in der Region ist viel los

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Die Coronavirus-Pandemie steigert die Zahl der Selbstpflücker auf den Erdbeerfeldern in der Region. Dank verschiedener Sorten ist die Ernte bis zum Spätsommer möglich.

Von unserer Redaktion
Andreas Frank (r.) und Vorarbeiterin Katarina auf einem Erdbeerfeld, wo die Sorte Faith wächst.   
Foto: Karin Freudenberger
Andreas Frank (r.) und Vorarbeiterin Katarina auf einem Erdbeerfeld, wo die Sorte Faith wächst. Foto: Karin Freudenberger  Foto: Freudenberger, Karin

Clery und Faith sind nun an der Reihe, später kommt Malvina: Die Erdbeersaison ist im vollen Gange - zum Beispiel auf dem Hof von Andreas Frank in Gellmersbach. Hier kann man Erdbeeren selbst pflücken.

Botanisch zählen die süßen Früchte zwar zu den Nüssen, dennoch gelten sie als das beliebteste Sommerobst der Deutschen. Kein Wunder also, dass in Coronavirus-Zeiten besonders viele Erdbeer-Liebhaber in die Selbstpflückanlagen ziehen. Andreas Frank baut die süßen Früchte auf rund neun Hektar an. Für ihn ist es wichtig, mit verschiedenen Sorten zu arbeiten, damit sich die Erdbeersaison von Mitte April bis in den Spätsommer hineinziehen kann. Dafür gibt es bei Frank auch verschiedene Anbauformen.

Felder für spätere Ernte präpariert

Die Plastiktunnel lassen erahnen, wo es im Frühjahr mit der Ernte los geht. Auch die Kulturen mit Doppelfolie oder Einfachvlies sorgen für einen zeitigen Erntebeginn, der finanziell besonders lukrativ ist. Neben den klassischen Erdbeerfeldern gibt es solche, die bewusst für spätere Ernten präpariert werden. "Wir nennen das "Stroh verspätet", weil durch das Aufschütten von Stroh im Winter Licht und im Frühjahr Temperatur reduziert werden", erklärt Frank. Diese Erdbeeren bringen dann die größte Menge, wenn die Erträge der anderen Sorten nachlassen.

Alle Pflanzen sitzen als Dammkultur in der Erde. Die Dämme sind 15 Zentimeter hoch und werden mit Plastikfolie abgedeckt, aus denen die Pflanzen herausschauen. Die Abdeckung verhindert nicht nur Unkraut, sondern hilft auch gegen Fäulnis. Zudem geben sauberere Früchte für die Käufer ein schönes Bild ab. Das schätzen die Selbstpflücker, die auf Franks Hof einen großen Anteil ausmachen. Zusammen mit der Ware, die an Verkaufsständen der Region an die Kunden gehen, machen sie etwa ein Drittel des Umsatzes aus. Für ein weiteres Drittel stehen Händler der Region, der Rest geht in den Großhandel.

Viele Familie kommen zum Pflücken

Frank hat beobachtet, dass in diesem Jahr besonders viele Familien zum Selbstpflücken kommen. Am Erdbeerfeld weist Franks Mutter Annemarie die Kunden ein. Und erklärt auch einmal, wie man die Frucht mit Kelchblatt am besten abknipst. Die Mindestmenge beträgt zwei Kilo, sonst ist bei manchen Kunden der "Naschverlust" größer als die bezahlte Menge. Auf den anderen Feldern sind 24 Pflücker aus Polen und Rumänien beschäftigt. Alle kommen schon seit vielen Jahren. Vorarbeiterin Katarina erklärt, warum: "Man wohnt hier sehr gut und der Chef macht keinen Stress." Frank hat eigens große Container besorgt, in denen maximal zwei Personen leben. Arbeitsbeginn ist morgens zwischen fünf und sechs Uhr.

In den Fischer Obstkulturen in Kochertürn arbeiten nur professionelle Pflücker. Auch Marcus Fischer kann auf einen Erntehelferstamm aus Osteuropa zurückgreifen. "Aber es war dieses Jahr deutlich aufwendiger, bis alle hier waren." Seine Hauptsorten heißen Clery, Asia und Susette. Als Besonderheit gibt es noch Mieze Schindler. "Das ist eine alte Sorte mit dem Aroma von Walderdbeeren, die Feinschmecker anspricht und teurer ist", erklärt Fischer.

Verkauf bis nach Nordskandinavien

Via Großhandel verkauft er seine Früchte bis nach Nordskandinavien. Die ersten Erdbeeren hat er dieses Jahr schon am 11. April geerntet. Fischer und Frank haben übrigens bemerkt, dass die Kunden momentan wegen des Virus den Landwirten mehr Wertschätzung entgegen bringen. Sie wünschen sich, dass das so bleibt, schließlich ist Erdbeerpflücken reine Handarbeit.

Biobauer Andreas Frank empfiehlt, die Erdbeeren möglichst früh am Morgen zu ernten. Etwas Grün sollte daran bleiben, damit die Erdbeeren länger und besser frisch bleiben. Die Gefäße zum Aufbewahren müssen zudem relativ flach sein. Am besten schmecken die Erdbeeren aber ganz frisch, im Kühlschrank halten sie sich ein bis zwei Tage. Im Hof-Café von Ruth-Li Frank gibt es neben Erdbeerkuchen auch Erdbeersirup, Marmelade, Secco und Tipps, was man mit Erdbeeren noch so anfangen kann.

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