Annnette Beermann eröffnet im Oktober neue Hausarztpraxis in Roigheim
Neue Ärztin will sich ivel Zeit für jeden Patienten nehmen und freut sich auf ihre neue Aufgabe.

Dass die Roigheimer ihre neue Ärztin brennend erwarten, wird beim Gespräch unserer Zeitung mit Annette Beermann sehr deutlich. Vier Patienten stehen innerhalb einer Stunde in der leeren Praxis, wollen behandelt werden, brauchen ein Rezept. Jedes Mal muss Beermann sie an die Vertretungsärzte in Möckmühl verweisen und auf den 1. Oktober vertrösten.
Im Juni hat der bisherige Hausarzt Valentin Frolov die Praxis geschlossen, weil er künftig in der Schweiz arbeitet. Nun werden die Räume in der Baumgartenstraße, die Beermann bei der Gemeinde Roigheim angemietet hat, umgebaut. Aus dem Förderprogramm "Landärzte" hat sie dafür Zuschüsse vom Ministerium für Soziales und Integration in Stuttgart erhalten, das Praxisübernahmen im ländlichen Raum unterstützt.
Renovierung steht in den kommenden Wochen an
In den nächsten beiden Wochen beginnen Schreiner und Elektriker mit der Arbeit. Anfang August streicht der Maler die Wände, anschließend kommen technische Geräte und Möbel. Die bisherige OP-Ecke entfällt, dafür wird eines der Behandlungszimmer vergrößert und behaglich eingerichtet. Dort will Beermann künftig Naturheilverfahren und Akupunktur durchführen.
Denn die 55-Jährige verfolgt einen ganzheitlichen medizinischen Ansatz, wie sie sagt. Dazu behandle sie nicht nur die Symptome, sondern betrachte den Patienten aus verschiedenen Blickwinkeln. "Wenn ein Patient seit Jahren unter Rückenschmerzen leidet, dann schaue ich zuerst auf seine Füße."
Die Fachärztin für Allgemeinmedizin mit den Zusatzbezeichnungen Notfallmedizin und Naturheilverfahren hat eigens eine Ausbildung für Traditionelle Chinesische Medizin absolviert und besitzt das B-Diplom in Akupunktur, das eine Ausbildung von 350 Stunden beinhaltet. "Ich sehe das als gute Ergänzung zur westlichen Medizin", sagt sie. Neben klassischer Allgemeinmedizin habe sie ein Händchen für Orthopädie, Schmerzerkrankungen, Probleme des Magen-Darm-Bereichs und psychosomatische Erkrankungen.
Ärztin bringt viel Erfahrung mit
Ihre vielfältigen Erfahrungen und Kenntnisse hat die gebürtige Nordrhein-Westfälin während ihres Studiums an der Medizinischen Hochschule in Hannover und ihrer inzwischen 22- jährigen Tätigkeit als Ärztin gesammelt, zuletzt in der Reha-Klinik von Dr. Thomas Wessinghage in Bad Wiessee, wo sie Stationsärztin war. Dort hat sie sich zur Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin weitergebildet. Vorherige Stationen waren die Neckar-Odenwald-Kliniken und die Salinenklinik in Bad Rappenau.
Im Jahr 2001 hat sie den ersten Notarztstützpunkt in Möckmühl aufgebaut. Die Hausarztpraxis in Roigheim zu übernehmen, sei für sie ein Glücksfall, sagt Beermann. Schließlich lebt sie seit 16 Jahren mit ihrem Mann und ihrem heute 24-jährigen Sohn in der Seckachtalgemeinde. Während ihrer Zeit in Bayern sind sie und ihre Familie regelmäßig gependelt. Der Grund für ihre Rückkehr liegt damit auf der Hand: "Ich wollte wieder zu meiner Familie." Außerdem könne sie sich jetzt auch wieder stärker für den Heimatverein in Roigheim engagieren, deren Gründungsmitglied sie ist. In der verbleibenden Zeit reist Beermann gerne, geht wandern oder liest, am liebsten Phantasie- und Mittelalter-Bücher. "Ich bin der größte Harry-Potter-Fan überhaupt", erzählt sie.
Extra Zeitfenster frei halten
Auf die Aufgabe in Roigheim freut sie sich. "Das ist ein großes Abenteuer für mich, hier kann ich mich selbst verwirklichen". Besonders wichtig sei ihr dabei, sich ausreichend Zeit für jeden Patienten zu nehmen. Für besonders ausführliche Untersuchungen oder längere Gespräche reserviere sie sich deshalb eigens ein Zeitfenster.
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