Krankenhaus Möckmühl: Schon immer ein bisschen familiärer (13.04.2010)

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Serie: 50 Jahre Krankenhaus Möckmühl - Teil 1: Im Mai 1960 wurde in Möckmühl das Krankenhaus eröffnet

Ein Dreibettzimmer im Möckmühler Krankenhaus in den 60er Jahren: Damals galt die Aufteilung als besonders "wohnlich".Foto: Archiv/SLK-Kliniken
Ein Dreibettzimmer im Möckmühler Krankenhaus in den 60er Jahren: Damals galt die Aufteilung als besonders "wohnlich".Foto: Archiv/SLK-Kliniken

Möckmühl - Diese Erfolgsgeschichte war vor 50 Jahren noch nicht abzusehen. Als die Chefärzte Johannes Körner und Hermann Buck 1960 hier ihre Arbeit aufnahmen, mussten sie Pionierarbeit leisten. Rund um die Uhr hatten sie Bereitschaft, dafür durften sie auf dem Krankenhaus-Gelände wohnen. "Wenn es einen Notfall gab, wurden sie herausgeklingelt", erzählt die heutige Betriebsleiterin Ingeborg Schneider, die seit 1968 im Krankenhaus arbeitet.

Diese Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft hatte auch die ehemalige OP-Schwester Rosel Pohl am eigenen Leib erfahren. "Man musste immer seine Telefonnummer hinterlassen. Und besonders im Sommer wurde man immer wieder mal angerufen", erzählt die heute 83-Jährige. Sie war 1967 aus Karlsruhe gekommen, weil sie der "Fließbandarbeit" dort entfliehen wollte. In Möckmühl sei dann doch vieles persönlicher gewesen, das Verhältnis zu den Patienten, aber auch zu Ärzten oder Schülern.

Diese persönliche Komponente zählt auch heute noch zu den Stärken des relativ kleinen Krankenhauses. "Das Familiäre haben wir uns erhalten", sagt Ingeborg Schneider. Seit 28 Jahren leitet die inzwischen 60-Jährige die Verwaltung des Krankenhauses. Ihre Mitarbeiter, da ist sie sich sicher, identifizieren sich mit ihrer Arbeit hier. "Das ist nicht nur ein Job."

Veränderung

Trotzdem hat sich in den 50 Jahren die Welt im Gesundheitswesen geändert. Die Zahl der Betten ist heute so groß wie 1960. Mit 105 war das Haus gestartet, heute sind es 100. Allerdings wurden im ersten Jahr nur rund 1000 Patienten stationär behandelt, die im Schnitt länger als drei Wochen ein Bett belegten. Heute sind es 4000 Patienten, die keine sechs Tage mehr verweilen, und obendrein 14 000 ambulante Fälle. "Es wird ja auch nicht mehr der Pflegetag bezahlt, sondern wir bekommen eine Fallpauschale", erklärt Schneider die Zusammenhänge.

Verwaltungschefin Ingeborg Schneider hat die Veränderungen in der Klinik miterlebt und mitgesteuert.Foto: Gleichauf
Verwaltungschefin Ingeborg Schneider hat die Veränderungen in der Klinik miterlebt und mitgesteuert.Foto: Gleichauf

Für den guten Ruf des Krankenhauses im Land sorgte anfangs vor allem die Schwesternschule. Dort wurden von 1962 bis 1991 insgesamt 353 Schüler zu Schwestern und Krankenpflegern ausgebildet. Inzwischen hat sich die Klinik unter anderem auf die Endoprothetik spezialisiert, künstliche Knie- oder Hüftgelenke fallen in diesen Bereich. Die Ausstattung ist in vielen Bereichen auf dem neuesten Stand − mit einem Computertomographen und neuen Röntgengeräten. Geholfen hat bei der Anschaffung ein anfangs anonymer Spender. Der Siglinger Arnfried Meyer hatte der Klinik im Jahr 1999 eine Stiftung mit inzwischen zwei Millionen Euro Grundkapital zur Seite gestellt. "Das war ein Glücksfall", sagt Schneider.

Mehr über die Arnfried-Meyer-Stiftung, die Menschen in der Möckmühler SLK-Klinik und die medizinische Bedeutung des Standorts gibt es in den nächsten Wochen in mehreren Teilen dieser Serie zum Jubiläum. Die SLK-Klinik feiert das 50-jährige Bestehen mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 9. Mai.

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