Krankenhaus Möckmühl: Die Mischung stimmt

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Serie: 50 Jahre Krankenhaus Möckmühl (Teil 2) - Solide Grundversorgung und Spezialisierung machen Klinik zukunftsfähig

"Die gefühlte und die messbare Qualität ist im Lot."
          Dr. Thomas Jendges
"Die gefühlte und die messbare Qualität ist im Lot." Dr. Thomas Jendges

Serie: 50 Jahre Krankenhaus Möckmühl - Mund-zu-Mundpropaganda, davor haben Teams in Krankenhäusern Respekt. Patienten kommen oder bleiben weg. Im besten Fall läuft das so ab, dass sich ein Patient aus Solingen auf einen OP-Tisch im Möckmühler Krankenhaus legt, um sich viele hundert Kilometer von zuhause mit einem individuellen Gelenk-Implantat versorgen zu lassen − weil sein Bekannter aus Ludwigshafen positive Erfahrungen gemacht hat.

Heute kommen 40 Prozent der Patienten aus Nachbarkreisen oder sogar von weiter weg, die restlichen 60 Prozent sind aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn, erklärt Ingeborg Schneider, Betriebsleiterin im Möckmühler Krankenhaus.

Wandel

Unter anderem diese Zahlen zeigen, wie sehr sich die Krankenhauslandschaft in den letzten Jahren gewandelt hat, und mit ihr das kleinste Haus im Verbund der SLK-Klinken. Seit 2001 gehört das ehemalige Kreiskrankenhaus dazu. "Top-Medizin in häuslicher Atmosphäre auf dem Land", prägt SLK-Geschäftsführer Dr. Thomas Jendges als Schlagwort. Von der Versorung des Knochenbruchs über die Bauch-OP bis zur Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm wird dort alles erledigt. Dr. Wolfgang C. Baugut aus der Inneren Abteilung ist der dienstälteste Chefarzt der SLK-Kliniken. Doch diese für Menschen im nördlichen Landkreis so wichtige solide Grund- und Akutversorgung würde das Haus allein wirtschaftlich nicht tragen.

Deshalb hat man rechtzeitig die Weichen in Richtung Profilierung gestellt. Bereits Chefarzt Johannes Körner hatte sich einen überregionalen Ruf mit seinem Spezialgebiet Krampfadern erarbeitet. 16 Ärzte gehören heute zur Klinik. Neben der Grundversorgung punktet das Haus mit Hochspezialisierung. In der chirurgisch-orthopädischen Abteilung werden unter der Regie der Oberärztin Ortrun Wischmeyer im Jahr 700 Arthroskopien (Gelenkspiegelungen) gemacht.

Seit 2003 gibt es in der Abteilung Innere Medizin außerdem den rheumatologischen Schwerpunkt, der von Oberärztin Dr. Maria Humm fachärztlich betreut wird. Viele Rheuma-Erkrankungen enden in zerstörten Gelenken, deswegen kann hier Hand in Hand gearbeitet werden. 370 künstliche Gelenke werden im Jahr eingesetzt. "Es ist immer ein Team, das so eine Leistung erbringt", sagt Chefarzt Dr. Burkhard Schropp und verweist auf "flache Hierarchien, die hohe Motivation der Mitarbeiter und ihre Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz". Mit Operationen wie der zweireihigen Refixation der Rotatorenmanschette im Schultergelenk bewege man sich in der Kategorie der Masterclass-Operationen.

186 Mitarbeiter sind das Gesicht des Krankenhauses, allein 50 davon arbeiten in der Pflege. Möckmühl setzt zudem seit ein paar Jahren auf Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten, die dort operieren.

Gute Noten ergeben auch immer wieder die Patientenbefragungen. "Im SLK-Verbund haben wir die besten Werte in Möckmühl", kommentiert Jendges. Dazu kommen auch gute externe Bewertungen: "Die gefühlte und die messbare Qualität ist im Lot." Die Abstimmung zwischen den Verantwortlichen sei vorbildhaft. Das "gute Miteinander" führt Jendges auf die jahrelange gute Führung innerhalb des Hauses zurück.

Herausforderung

Das Krankenhaus mit der Mischung aus Grundversorgung und Spezialisierung wird von den Verantwortlichen als zukunftsfähig eingestuft. Der Wind im Gesundheitssystem ist trotzdem scharf. Im Finanzierungssystem seien die Grundversorgungsleistungen zu niedrig angesetzt, so Jendges. "Deshalb sind viele kleine Krankenhäuser in tiefroten Zahlen." Für Möckmühl gilt das jedenfalls nicht.

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