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Bad Rappenau und Gundelsheim

"Finde Toilettensituation erschreckend": Gibt es auf Faschingsumzügen ein Klo-Problem?

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Lange Schlangen vor Toiletten und Wildpinkler in privaten Gärten: Besucher des Bad Rappenauer Faschingsumzugs beschweren sich über zu wenig Erleichterungsmöglichkeiten. Was sagt die Stadt dazu?

Von Kirsi-Fee Rexin
Faschings-Fans beim Leiergassenumzug in Eppingen
 Foto: Lina Bihr

Tausende zog es am Wochenende auf den Faschingsumzug der Wolfsstecher nach Bad Rappenau. Während die mehr als 50 Gruppen für ausgelassene Stimmung bei den feiernden Zuschauern sorgten, trübte eine andere Sache bei manchem die Feierlaune: Die Suche nach dem stillen Örtchen. In den sozialen Netzwerken beschwerten sich einige darüber, dass die Stadt sich aus ihrer Sicht nicht um ausreichend Erleichterungsmöglichkeiten gekümmert habe.

„Ich finde die Toilettensituation immer erschreckend“, schreibt eine Userin auf Facebook. „Mir wurde auch erzählt, dass sich an so manchen Hecken lange Männerschlangen aufgereiht haben, um sich zu erleichtern.“

Klo-Mangel bei Faschingsumzügen? Wolfsstecher-Präsident Udo Krämer: „Wir hatten wesentlich mehr Toiletten als letztes Jahr.“

Die Diskussion um fehlende Dixi-Klos beim Umzug am vergangenen Samstag in Bad Rappenau kann Udo Krämer nicht nachvollziehen. „Das entspricht nicht den Tatsachen“, betont der Präsident des Rappenauer Carneval Verein die Wolfsstecher. „Aus unserer Sicht gab es da kein Problem, wir hatten wesentlich mehr Toiletten als letztes Jahr.“

Am Marktplatz habe es zusätzlich zwei Toiletten gegeben und im Bereich der Babstadter Straße, wo der Umzug einfällt, sei nochmals ein Klo aufgestellt worden. „Das wurde gemeinsam mit dem Ordnungsamt im Vorfeld abgesprochen, das war in Ordnung so.“ Zudem hätten die Lokale ihre Toiletten geöffnet gehabt. „Es gibt leider immer ein paar Leute, die meinen, sie müssen in Gärten pinkeln. Aber darauf haben wir keinen Einfluss, da kann ich 100 Dixi-Klos aufstellen.“ Dennoch wolle man dieses Thema nun im Nachgang nochmal gemeinsam mit der Stadt besprechen.


Auf Nachfrage bei der Stadt erklärt der stellvertretende Ordnungsamtsleiter hingegen schon jetzt, dass man im kommenden Jahr mehr Toiletten aufstellen wolle. „Wir haben zwar dieses Jahr schon auf sieben Klos aufgestockt, aber 2025 werden es mehr sein“, verspricht Andreas Lämmle. Die Schwierigkeit bei dieser Sache sei immer die variable Zuschauerzahl. „Angesichts der Rückmeldungen, die wir bekommen haben und auch aus unserer eigenen Wahrnehmung beim Umzug selbst, brauchen wir wohl tendenziell noch mehr Toiletten.“

Wildpinkler an Fasching: Wie hat sich Gundelsheim vorbereitet, wenn der Umzug durch die Stadt zieht?

Gundelsheim hat anlässlich des Faschingsumzugs am Dienstagmittag extra 20 mobile Dixi-Klos bestellt, die entlang der Strecke stehen. „Aus der Erfahrung heraus wissen wir, dass die öffentlichen Toiletten in der Stadt nicht für die Menge an Menschen ausreichen“, berichtet Ordnungsamtsleiter Marcel Reinhard.

Auch im Aufstellungsbereich in Richtung Industriegebiet habe man Toiletten aufgestellt, damit sich Gruppen und Besucher, die eine längere Anreise haben, direkt erleichtern können. Dennoch: „Beschwerden wegen Wildpinklern gehen erfahrungsgemäß trotzdem jedes Jahr ein, leider“, bedauert Reinhard. Für diejenigen, die eine barrierefreie Erleichterungsmöglichkeit benötigen, stehe die Toilette im Rathaus zur Verfügung.

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