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KI an Schule: Umfassende Hausarbeiten fallen weg

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Die Kultusminister befassen sich damit, wie Künstliche Intelligenz im Unterricht eingesetzt werden könnte, was das für die Bildungsgerechtigkeit und die Lehrerfortbildung bedeutet. Das steht in dem Papier.

An vielen Schulen im Land wird bereits Künstliche Intelligenz eingesetzt.
An vielen Schulen im Land wird bereits Künstliche Intelligenz eingesetzt.  Foto: Uli Deck

Künstliche Intelligenz (KI) gehört schon jetzt an vielen Schulen in der Region zum Unterricht, auch in der Lehrerausbildung in Heilbronn liegt hier ein Schwerpunkt. KI soll aber noch stärker an Schulen eingesetzt werden. Der schulische Bildungsprozess soll dabei die Perspektive von Schülern ernstnehmen: Ihre Lebenswelt sei in hohem Maße auch von KI-Anwendungen geprägt. Das steht in einem Papier der Kultusministerkonferenz, die eine Handlungsempfehlung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungsprozessen erarbeiten will. Der vertraulicher Entwurf liegt stimme.de vor. 

Durch KI werden sich Prüfungen verändern. Wegfallen oder weiterentwickelt sollen dem Entwurf zufolge jene Prüfungsformate, bei denen "nicht einwandfrei" die eigenständige Leistung von Schülern beurteilt werden kann. Das dürfte auf die umfassenden Hausarbeiten im Rahmen der Gleichwertigen Feststellung von Schülerleistungen (GFS) zutreffen, die Schüler zu Hause machen. Laut dem Entwurf können KI-Anwendungen auch Lehrer dabei unterstützen, Arbeiten zu korrigieren und bewerten. 

Die Kultusminister nehmen die Bildungsgerechtigkeit in den Blick. Dazu gehören unter anderem der Zugang zu Geräten und Programmen, aber auch auf Mediennutzung und Erziehung liegt der Fokus. Lehrern biete KI neue und entlastende Möglichkeiten, um gezielter auf die einzelnen Schüler einzugehen. Und es heißt in der Empfehlung: "Bei der Entwicklung weiterer KI-Anwendungen achten die Länder verstärkt auf die digitale Teilhabe aller."

KI an Schulen: In Deutsch, Mathe und Fremdsprachen soll es losgehen

In einem ersten Schritt sollen bei "Lernen mit KI" die Basiskompetenzen in den Fächern Deutsch, Mathematik sowie den Fremdsprachen in den Blick genommen werden. Der Einsatz "in allen übrigen Fächern" solle weiter aus-gearbeitet werden.

Es geht den Kultusministern zudem um die Aus- und Fortbildung von Lehrern. Ihnen sollen die notwendigen Ressourcen und Freiräume zur Verfügung gestellt werden. Für Pädagogen bedeutet es zudem, "sich in diesem Prozess selbst als Lernende zu begreifen, die eigene Rolle kontinuierlich zu reflektieren und zu verändern".

So reagiert die GEW auf die geplante Handlungsempfehlung

Harald Schröder von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt es, dass Lehrer fortgebildet werden sollen. Der GEW-Sprecher im Kreis Heilbronn will den KI-Einsatz schon früh in vielen Fächern sehen - gerade bei Jugendlichen, die vor einem Schulabschluss stünden. Im Berufsleben komme KI vielfältig auf sie zu. Harald Schröder sieht Potenzial für KI, beispielsweise um die Kinder individueller zu fördern. Das kann seiner Ansicht nach in den Schulalltag integriert werden: In speziellen Stunden können Kinder von der KI eigene Aufgaben erhalten und dann auch schnell eine Rückmeldung bekommen.

"Es ist absolut notwendig, dass man sich Gedanken macht", sagt auch Viviane Kalisch. Die Vorsitzende des Heilbronner Gesamtelternbeirats begrüßt die geplante Handlungsempfehlung der Kultusminister. "KI macht vor Schule nicht halt."

iPads für Schüler in Heilbronn

Die Stadt Heilbronn und die Dieter-Schwarz-Stiftung ermöglichen es, dass alle Schüler und Lehrer in Heilbronn ein eigenes digitales Endgerät bekommen können. Die ersten Schulen haben sich mit einem entsprechenden Konzept beworben, nun sollen in einem ersten Schritt fast 10.000 iPads samt Zubehör gekauft werden. Darum geht es am Donnerstag im Gemeinderat. In einem nächsten Schritt werden Notebooks und Microsoft-Geräten gekauft. 

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