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Drei deutsche Kardinäle dabei

Konklave in Rom startet: Wünsche aus Heilbronn an neuen Papst

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In Rom beginnt am Mittwoch das Konklave. Gläubige aus der Region Heilbronn äußern ihre Hoffnungen an den neuen Papst – und sagen, an welchem Vorgänger er sich orientieren sollte. 


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Die Welt schaut auf Rom, wo nach dem Tod von Franziskus an diesem Mittwoch das Konklave zur Wahl eines neuen Papstes beginnt. Auf dem Petersplatz werden Tausende gebannt zum Petersdom blicken, genauer: auf den extra installierten Kamin der Sixtinischen Kapelle, wo in einigen Stunden oder Tagen – wer weiß? – weißer Rauch aufsteigt und alle „Habemus Papam!“ rufen.

Bei vielen Gläubigen werden Erinnerungen wach, etwa bei Pfarrer Hansjörg Häuptle aus Gundelsheim. Im Sommer 2024 stand der Vize-Dekan hier mit Dutzenden Pilgern aus dem Dekanat Heilbronn-Neckarsulm, die bei der internationalen Ministrantenwallfahrt Papst Franziskus zujubelten und nahe kamen, oder zumindest seinem Papamobil.

Konklave in Rom beginnt – Hoffnungen an neuen Papst aus Raum Heilbronn

„Seine Offenheit und Zugewandtheit, seine Kultur des Zuhörens, letztlich die Nähe zu den Menschen“, haben Häuptle stets beeindruckt, aber auch seine inspirierenden Gesten. „Ich hoffe auf einen Papst, der den von Franziskus eingeschlagenen Weg weitergeht, hin zu einer synodalen Kirche, hin zu den Armen, zur Bewahrung der Schöpfung, einer, der die Themen der Zeit erkennt, entsprechende Impulse gibt, der aber gewiss auch eigene Akzente setzt“.

Spekulieren, wer denn von den 133 Kardinälen „papabile“ sei, will Häuptle nicht. „Die kommen inzwischen ja aus allen Ecken der Welt, viele müssen sich selber erstmal kennenlernen.“

Konklave in Rom: Neuer Papst sollte „Heiße Eisen“ anpacken

Auch die Böckinger Kirchengemeinderatsvorsitzende und Diözesanrätin Eva Anding erhofft sich vom neuen Pontifex, dass er den Weg des Argentiniers „mutig weitergeht“. Darüber hinaus sollte er zu „heißen Eisen“ wie etwa Diakonat der Frau, Freiwilligkeit beim Zölibat, Synodalität bei Entscheidungsfindungen „Stellung beziehen, diese weiterentwickeln und gewisse Ungleichzeitigkeiten im Blick auf die Weltkirche zulassen“.

Auf dem Petersplatz werden in den nächsten Tagen Tausende gebannt zum Petersdom blicken: so wie hier bei der Ministrantenwallfahrt 2024, wo viele Gläubige aus der Region Heilbronn bei einer Papstaudienz waren.
Auf dem Petersplatz werden in den nächsten Tagen Tausende gebannt zum Petersdom blicken: so wie hier bei der Ministrantenwallfahrt 2024, wo viele Gläubige aus der Region Heilbronn bei einer Papstaudienz waren.  Foto: Hansjörg Häuptle

Einen Favoriten hat auch Eva Anding nicht: „Erstens maße ich mir nicht an, mich beim papabilen Personal wirklich  auszukennen, zum anderen hoffe ich auf die Entwicklungsfähigkeit des Gewählten und last but not least auf den Heiligen Geist, der in vielen Gebeten momentan in dieser Sache geradezu bestürmt wird“.

Erwartungen und Hoffnungen an den neuen Papst aus der Region Heilbronn

Auch Dekan Roland Rossnagel spekuliert nicht. Nur soviel: Der Gewählte sollte „erfahren haben, wie befreiend und solidarisch Gott wirkt“. Dann könne er Menschen in Not beistehen und sie die Nähe Gottes glaubwürdig erfahren lassen:  So wie es der eigentliche Auftrag der Kirche sei.

Zudem sollte er eine „Kultur des gegenseitigen Zuhörens“, wie sie Franziskus in der Weltsynode einbrachte, weiterführen. „Wenn wir Menschen aus allen Teilen der Welt, Bischöfe und Laien, Männer und Frauen, zu Wort kommen lassen, einander ohne Vorfestlegungen aufmerksam zuhören und dann gemeinsam entscheiden, kann sich eine neue Gestalt von Kirche herausbilden.“

Diese Form des Zuhörens und Verstehens könnte laut Rossnagel auch „heilsam in Gesellschaft und Politik wirken“. Der seitherige Austausch in der Bischofssynode habe die „Ungleichzeitigkeit und die Unterschiedlichkeit“ der Probleme in der Welt gezeigt. So wünscht sich Rossnagel „sehr, dass sich diese Einsicht unter dem neuen Papst festigt und verschiedene Wege in den einzelnen Erdteilen möglich werden, ohne die Gesamtheit der Kirche zu gefährden“.

Prälat Ralf Albrecht will auf Stimme-Anfrage erst gar nicht in der Verdacht einer „Selbstüberschätzung der Evangelischen“ kommen und  betont deshalb, keinen „Wunschzettel, womöglich noch mit Namensranking“ aufzustellen. „Wir wissen nicht besser, was unsere katholischen Geschwister brauchen“, sagt der Heilbronner Regionalbischof und nennt bewusst nur wenige Stichworte, die er jeder kirchlichen Leitungsperson in diesen Zeiten wünscht: „In Glaube und Hoffnung tief gegründet, reformstark, modern, kommunikativ, dialogbereit, zuversichtlich.“

Konklave zur Papstwahl: Fünf Favoriten für die Neubesetzung des Heiligen Stuhls

2005 löste die Wahl des Bayern Joseph Ratzinger, respektive Benedikt XVI., einen wahren Papst-Hype aus, so nach dem Motto „Wir sind Papst!“. Der neue Pontifex dürfte kaum aus Deutschland kommen. Unter den 133 Kardinälen sind aber drei Deutsche: der frühere Benedikt-Vertraute und erzkonservative apostolische Richter Gerhard Ludwig Müller (Mainz), der fortschrittliche Erzbischof von München und Freising Reinhard Marx und der reaktionäre Erzbischof von Köln Rainer Maria Woelki.

Die Favoriten auf den Heiligen Stuhl kommen aus anderen Ländern: Vatikan-Staatssekretär Pietro Parolin (Italien), der progressive Franziskus-Vertraute Luis Antonio Tagle (Philippinen), Peter Turkson (Ghana), der für Klimaschutz und Soziales steht,  der Traditionalist Peter Erd(o) (Ungarn) und der konservative  Angelo Scola (Italien), dessen Name schon 2014 bei der Wahl von Franziskus genannt wurde. 

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