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Kommunales Wärmenetz in Unter- und Obereisesheim geplant

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Bis 2040 soll die Abkehr von fossilen Energien gelingen. Dafür ist aber noch viel zu tun. Die Sanierung der teilweise alten Gebäude wäre der erste Schritt. 

In Untereisesheim gibt es viele ältere Gebäude. Die Gemeinde will nun die Sanierung voran bringen.
In Untereisesheim gibt es viele ältere Gebäude. Die Gemeinde will nun die Sanierung voran bringen.  Foto: U.J.Alexander

Die Gemeinde Untereisesheim hat den Abschlussbericht für die kommunale Wärmeplanung vorgelegt. Diese wird in einem so genannten Konvoi zusammen mit Bad Friedrichshall und Bad Wimpfen erstellt. Mit 4566 Einwohnern und einer Fläche von weniger als vier Quadratkilometern ist Untereisesheim eine der kleineren Gemeinden im Landkreis Heilbronn. 

Der Gebäudebestand ist zu mehr als 40 Prozent vor 1979 errichtet worden. 1278 Häuser wurden analysiert, davon werden fast 90 Prozent für privates Wohnen genutzt. „Gebäude, die zwischen 1949 und 1978 erbaut wurden, stellen mit 31,6 Prozent den größten Anteil am Gebäudebestand dar und bieten somit das umfangreichste Sanierungspotenzial“, heißt es in dem Abschlussbericht. 

Gesamter Wärmebedarf in Untereisesheim: 24 Gigawattstunden

Altbauten vor 1919 gibt es nur 32 in Untereisesheim. Zahlenmäßig am stärksten sind die „Nachkriegsbauten“ mit über 400. Von 1979 bis 1990 waren es 255 und zwischen 1991 und 2000 rund 200. Ab dem Jahr 2000 wurden etwa 250 Häuser neu gebaut. „Um das Sanierungspotenzial jedes Gebäudes vollständig ausschöpfen zu können, sind gezielte Energieberatungen und angepasste Sanierungskonzepte erforderlich.“

Im Gemeindekern befinden sich einige ältere Gebäudeblöcke aus der Zeit vor 1919, während jüngere Bauten an den Randlagen des Ortsteils zu finden sind. Der Wärmebedarf des gesamten Ortes wurde mit etwas über 24 Gigawattstunden berechnet. Private Wohngebäude machen 78,8 Prozent, öffentliche 5,9 Prozent aus. Gewerbegebäude brauchen 13,5 Prozent des Wärmebedarfs. 

Unsanierte Gebäude und veraltete Heizungen

Öl- und Gasheizungen dominieren in Untereisesheim mit 33,8 beziehungsweise über 50 Prozent. Fasst die Hälfte der fossilen Heizanlagen sind 20 Jahre oder älter, bei fast einem Fünftel ist die 30-Jahre-Marke überschritten. Diese müssen nach derzeit nach aktueller Gesetzeslage bis spätestens 2044 ersetzt werden. 

Wärmepumpen machen erst 6,9 Prozent der Heizsysteme aus. Wärmenetze gibt es in Untereisesheim nicht. Die Analyse sieht einen „dringenden Bedarf an technischer Erneuerung und Umstellung auf erneuerbare Energieträger, um den hohen Anteil fossiler Brennstoffe in der Wärmeversorgung zu reduzieren“. Der größtenteils unsanierte Gebäudebestand und veraltete Heizungsanlagen sind das Hauptproblem. 

Anschluss an ein „kaltes Wärmenetz“ in Obereisesheim?

Flusswärme aus dem Neckar, Solarthermie oder Erdwärmekollektoren könnten die Lösung sein, die aber „wirtschaftlich herausfordernd“ sein könnten. Den gesamten Strom- und Wärmebedarf durch erneuerbare Energien zu decken, sei aber ein ambitioniertes Ziel. Bis zum Jahr 2040 sollte eine jährliche Sanierungsquote von zwei Prozent erreicht werden, um den Wärmebedarf zu senken.

Für die Nachbarkommune Obereisesheim sei der Bau eines kalten Nahwärmenetzes geplant, heißt es in dem Bericht. „Mit diesem Prüfgebiet ist der potenzielle Anschluss an das zu errichtende Nahwärmenetz zu untersuchen. Die interkommunale Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen kann zur Ausschöpfung möglicher Synergien und positiver Nebeneffekte beitragen.“

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