Banken sollten ihre Kunden besser schützen müssen
Banken sollten ihren Teil dazu beitragen müssen, fragwürdige Überweisungen zu verhindern, meint unser Autor. So viel Übergriffigkeit zum Schutz der Kunden darf sein in einer neuen Realität, in der Betrugsversuche plötzlich Normalität sind.
Der Betrug lauert überall. Inzwischen ist es doch so, dass fast jeder dritte Anruf auf dem Handy von irgendwelchen Betrugsnummern aus dem Ausland stammt. Und jede dritte Mail auf irgendwelche betrügerischen Seiten verlinkt, auf denen man seine Kontodaten eingeben soll. Es wird immer schlimmer.
Wer in diesen Zeiten sein Geld auf betrügerische und gefälschte Tradingplattformen überweist, der ist doch selbst schuld – werden manche sagen. Ist er das?
Ein Manko: Sorgfaltspflichten für Banken sind gesetzlich kaum definiert
Einerseits ja, es gehört eine große Portion Naivität dazu, daran zu glauben, dass einem Unbekannte selbstlos zu Reichtum verhelfen wollen. Andererseits: Die vielen Betrugsmaschen sind so perfide geworden, dass kaum noch jemand ausschließen kann, nicht selbst einmal auf einen Betrug hereinzufallen.
Banken erwarten trotzdem, dass ihre Kunden jederzeit über aktuelle Maschen informiert ist. Sorgfaltspflichten für Banken dagegen sind gesetzlich kaum definiert. Kommt es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen, werden sie auch nur selten geprüft. Es ist an der Zeit, dass Banken mehr dafür tun, ihre Kunden zu schützen. Dass sie mehr tun müssen.
Nicht nur die Anwälte der Opfer sagen das – denen man noch unterstellen könnte, dass es nur eine Strategie im Interesse ihrer Mandanten ist. Auch bei den Ermittlern der Heilbronner Polizei sieht man ein präventives Agieren der Banken als Schlüssel zur Bekämpfung des dreisten Kryptobetrugs.
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