Kletterkosmos und Abenteuerhügel
Die Grundschule Zaberfeld bekommt einen Natur-Erlebnis-Schulhof. Das Projekt soll zum Alleinstellungsmerkmal in der Region werden.

Es ist eher die Ausnahme, dass kommunale Projekte im Eiltempo initiiert und umgesetzt werden. In Zaberfeld gibt es nun ein solches Beispiel. Und es beginnt mit einer Entschuldigung. Bürgermeisterin Diana Danner entschuldigte sich in der jüngsten Sitzung beim Gemeinderat, dass das Gremium etwas spät von dem Vorhaben informiert worden ist: "Aber auch ich bin überrascht worden." Es geht um den naturnahen Schulhof an der Grundschule. Letztere wird derzeit bekanntlich generalsaniert, und genau dies will die Gemeinde für das Projekt nutzen.
Diana Danner hatte vor wenigen Monaten erst zufällig Meike Paasch kennengelernt, eine Fachplanerin für naturnahe Gärten und Landschaften. Im kleinen Team mit Grundschulrektorin Elisabeth Schäfer und Konrektorin Nadine Hentschke-Jost thematisierte das Frauen-Quartett die Neuplanung des Schulhofs.
Natürliche Elemente sollen zur Bewegung anregen
Der naturnahe Schulhof setzt auf natürliche Elemente, die Kinder zur Bewegung anregen, ihre Kreativität fördern und wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen. Die Kinder, so heißt es in der Vorlage, "erleben die Natur hautnah, entwickeln ein gesteigertes Umweltbewusstsein und finden in einem solchen Schulhof einen Rückzugsort im oftmals stressigen Schulalltag". Eine derartige Umgebung biete neben Spiel und Entspannung auch wertvolle Lernmöglichkeiten. "Dieses Projekt wird uns ein weiteres Alleinstellungsmerkmal in Zaberfeld verschaffen", sagte die Bürgermeisterin und ergänzte: "Wir können nicht mit Arbeitsplätzen als Standortfaktor punkten. Aber ein naturnaher Schulhof ist in dieser Form einmalig im Landkreis Heilbronn."
Für die Fachplanerin Meike Paasch sind die Schulkinder zentral. Daher haben die Kinder ihre Ideen und Vorschläge in 18 Wunschkisten kundgetan. Darin lagen Blätter, Kastanien, Sträucher, Federn und Hölzer. Meike Paasch hat diese Themen in ein Gesamtkonzept gegossen und dieses nun in der jüngsten Ratssitzung präsentiert.
Doch der naturnahe Schulhof ist mehr als ein Spielplatz für Kinder. Er hat den Anspruch, ein Klimaanpassungskonzept zu sein. Er fördert den Wasserrückhalt, kühlt den Schulhof, schafft naturnahe Lebensräume und Bildungsräume, die das Klima und das Bewusstsein für Naturerfahrungen fördern.
Eine Sand-Baustelle und ein Abenteuerhügel
Auf dem Schulhof entstehen, sofern die Pläne entsprechend umgesetzt werden, unter anderem ein Tipi-Dorf, ein Kletterkosmos, eine Chill-Area, eine Sand-Baustelle, eine Minirutsche, ein Abenteuerhügel und mehrere Wildblumenwiesen.
Die Zeit drängte, denn dieses Klimaanpassungskonzept musste bis zum 15. Dezember erarbeitet sein. Mit diesem Datum endete die Frist, um die Fördermittel zu beantragen. Die Materialkosten belaufen sich laut Plan auf rund 130 000 Euro. Und zwar unter der Voraussetzung, dass die anstehenden Arbeiten ausschließlich von Eltern und Freiwilligen erledigt werden. Die Bereitschaft bei den Eltern sei groß, teilte Meike Paasch in der Ratssitzung begeistert mit. Darüber hinaus hat die Audi AG ihre Unterstützung zugesagt und schickt eine Woche lang 16 Auszubildende zur Mithilfe nach Zaberfeld.
Die Gemeinde rechnet mit einer Förderung in Höhe von rund 80 Prozent der Kosten. Somit müsste Zaberfeld lediglich etwa 26 000 Euro selbst finanzieren. Hinzu kommt jedoch der Pflegeaufwand.
Stichwort Unterstützung
Bei einem Elternabend, bei dem das Projekt vorgestellt wurde, hatten sich bereits viele Eltern als Helfer oder auch mit Sachspenden angemeldet. Darüber hinaus sind auch die Bauhofmitarbeiter im Rahmen einer Videokonferenz mit eingebunden worden. Denn ihre Hilfe wird bei der Umsetzung des Projektes ebenfalls gebraucht. Der Pflegeaufwand soll sich, laut Planung, gegenüber den bisherigen Rahmenbedingungen nicht erhöhen. Finanzielle Unterstützung gibt es zudem von mehreren Banken.
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