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"Low-tech-Neubau"

Kirchheimer Schule auf dem Laiern wird moderner Bildungsstandort

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Nach vier Jahren Bauzeit werden die Sanierung und Erweiterung der Grund- und Gemeinschaftsschule auf dem Laiern gefeiert. 13,6 Millionen Euro wurden in das Gesamtprojekt investiert. Die Schule ist nun auch für den Ganztagesbetrieb gerüstet.

Offizielle Einweihungsfeier im erneuerten Bestandsgebäude: Kreative Beiträge der Schulgemeinschaft, wie der Aufritt der Bläsergruppe, dürfen nicht fehlen.
Foto: Lina Bihr
Offizielle Einweihungsfeier im erneuerten Bestandsgebäude: Kreative Beiträge der Schulgemeinschaft, wie der Aufritt der Bläsergruppe, dürfen nicht fehlen. Foto: Lina Bihr  Foto: Lina Bihr

Der Übergang vom „Stammhaus“ in den neuen Anbau der Schule auf dem Laiern vollzieht sich über einen lichtdurchfluteten Steg, der die Gebäudeteile auf mittlerer Ebene miteinander verbindet. Von hier aus fällt der Blick auf den atriumähnlichen Innenhof, bevor man in den minimalistisch gestalteten Erweiterungsbau tritt. Lange fehlte der Platz, doch nun stehen 50 weitere Räume zur Verfügung – 27 Klassenzimmer, Fachklassen und Kursräume. Hier befinden sich auch Räume für Inklusion, die Kernzeit und ein Aufenthaltsraum mit Cafeteria.

Flächentechnisch hat sich die Schule auf dem Laiern verdoppelt und zeichnet sich durch einen Neubau aus, der mit praktischer Nutzung und sparsamer Technik überzeugt. Mehr Raum bedeutet auch mehr Möglichkeiten für veränderte Lernformen, mehr Teamarbeit, Austausch und Gemeinschaft – ganz im Sinne einer Gemeinschaftsschule.

Schulleiterin: Vier Jahre Baustelle waren auch "eine Zumutung"

Genutzt wird der Anbau bereits seit zwei Jahren, offiziell eingeweiht wurde er am Samstag. Zum Schuljahresbeginn wurde nun auch die Sanierung des Altbaus abgeschlossen. Nach vier Jahren, einem Monat und drei Tagen Bauzeit ist das zweite „Gigaprojekt“ der Gemeinde vollendet, wie Bürgermeister Uwe Seibold betont – neben dem Neubau der Gemeindehalle.

Die Schule auf dem Laiern ist jetzt ein moderner Bildungsstandort, der über die neueste Technik und Ausstattung wie digitale Tafeln verfügt – insgesamt wurden 13 Kilometer Datenleitungen verlegt. Die Schule sehe sich für den Ganztagesbetrieb gerüstet, der Grundstein für die Zukunft und die Ausbildung kompetenter Schülerinnen und Schüler sei gelegt, so Uwe Seibold beim offiziellen Teil der Einweihungsfeier. Den müsse es eben geben, erklärt Kirchheims Bürgermeister fast entschuldigend – der bunte Empfang durch die Bläserklasse und die reizende Modenschau der Schüler hätte das „nicht verdient“ gehabt.

Schulleiterin: Vier Jahre Baustelle waren eine "Zumutung"

Grund zur Entschuldigung gibt es jedoch nicht. Denn die ungezwungene Gesprächsrunde mit Schülern, Lehrern, Eltern, der Schulleitung, Landtagsabgeordneten und Architekten bietet einen interessanten Einblick in die Neuerungen. Viel Dank überbringt Schulleiterin Simone Brett der Gemeinde und Schulpolitik. Durch deren Investitionen und Unterstützung sei es möglich gewesen, einen „Meilenstein in der Kirchheimer Schulgeschichte“ zu setzen, sagt Brett. Die Grund- und Gemeinschaftsschule sei „eine wichtige, starke und hochmoderne Bildungseinrichtung geworden“.

Vier Jahre lang liefen die Bauarbeiten parallel zum Schulbetrieb, nicht ohne die eine oder andere Überraschung. Es sei eine besondere Herausforderung gewesen, sagt Brett, „und manchmal auch eine Zumutung“. Letztlich sei jedoch alles gut verlaufen, und die Schulgemeinschaft gehe gestärkt aus dieser Zeit hervor, die auch von Krisen wie der Pandemie geprägt war. „Wir sind froh, dass alles fertig ist“, sagt Brett.

Gemeinde investiert hohen Eigenanteil

Nicht alles war schlecht am alten Schulgebäude aus dem Jahr 1986, betonen Architekt Arne Fentzloff und Bauleiter Simon Otterbach vom Stuttgarter Büro 109. Schon damals sei vorausschauend an einen Nahwärmeanschluss gedacht worden. Im Altbau wurden letztlich die Steuerungs-, Elektro- und Frischwassertechnik erneuert und Ionisatoren zur Luftregulierung angebracht. Je unauffälliger die Sanierungsmaßnahmen ausfallen, desto besser habe man seinen Auftrag erfüllt, sagt Otterbach. Der Chorprojekt „Song United“ umrahmt abschließend den offiziellen Teil, ehe das Schulfest beginnt.

Die Sanierung des Altbaus und der Bau der Erweiterung schlagen mit Gesamtkosten von 13,6 Millionen Euro zu Buche. Rund 9,2 Millionen Euro entfallen auf den Neubau, der von Oktober 2020 bis Dezember 2022 errichtet wurde. 4,4 Millionen Euro kostete die Sanierung des bestehenden Gebäudeteils, die von April 2022 bis September 2024 lief. Gefördert wurde die Maßnahme mit fünf Millionen Euro. Die Gemeinde hat aus eigenen Mitteln rund 8,6 Millionen Euro investiert, was für sie eine enorme Investition darstellt, so Bürgermeister Uwe Seibold. 

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