Mit zwölf Jahren Unternehmer: Heilbronner Schüler gründen Altglas-Abholservice
Marius und Paul bieten mit „Radlglas“ eine Altglas-Abholung per Fahrrad in Leingarten, Nordheim und Kirchhausen an. Bald soll Heilbronn folgen. Wie sie auf diese Idee kamen.
Für viele ist das Entsorgen von Altglas eine lästige Pflicht – für die beiden zwölfjährigen Heilbronner Sechstklässler Marius Löding und Paul Ehrler wurde es zur Geschäftsidee: „Radlglas“. „Wir bieten Altglas-Abholung an der Haustür per Fahrrad an“, erklärt Marius aus Leingarten. Doch wie kam es zu dieser Idee?
Schüler gründen Altglas-Abholservice mit dem Fahrrad – so funktioniert „Radlglas“
„Tatsächlich war mir langweilig in den Sommerferien“, erzählt Marius. „Mein Vater hatte nie Lust, das Altglas wegzubringen – das Auto würde dreckig und so weiter.“ Als seine Mutter ihn schließlich motivierte, den wachsenden Glasbestand im Hause Löding zu entsorgen, kam ihm die Idee zu „Radlglas“.
Gemeinsam mit seinem Vater entwickelte Marius eine Website, gestaltete 1600 Flyer und verteilte sie in Leingarten. „Ich habe schon immer von einem kleinen Start-up geträumt“, sagt er stolz – mit dem Selbstbewusstsein eines jungen Unternehmers. Auch Mitschüler Paul aus Kirchhausen war schnell begeistert. Seitdem wird Altglas per E-Bike und Fahrradanhänger abgeholt.
„Radlglas“: Wie zwei Heilbronner Schüler ein Start-up auf zwei Rädern gründeten
Das Ganze funktioniert so: Über E-Mail, Website oder Telefon kann ein Abholtermin vereinbart werden. Die Bezahlung – fünf Euro – erfolgt direkt an der Haustür. Mit vollem Anhänger geht es anschließend zum Altglascontainer. Zum Abholgebiet gehören Leingarten, Nordheim und Kirchhausen. Aktuell gibt es sogar ein Weihnachtsangebot: „Nur 3,50 Euro pro Abholung“, sagt Marius erfreut. „Ich würde uns selbst buchen – ich hätte auch keine Lust, das Glas wegzubringen.“

Ein Geschäft neben der Schule führen – stressig? „Nein, nein, wir freuen uns immer, wenn ein Auftrag reinkommt“, sagt Paul. Derzeit erhalten sie wöchentlich zwei bis drei Anfragen. Etwa 30 Fahrten sind im Register verzeichnet. Ihre Anhänger: stets gut gefüllt. „Wir haben gezählt“, berichtet Marius. „190 Flaschen passen rein.“
Marius Löding von „Radlglas“: „Das Ganze macht uns sehr stolz“
„Das Ganze macht uns sehr stolz“, sagt er weiter. „Wir haben schon eine große Reichweite, waren im Radio und im Fernsehen.“ Sogar in der Bahn auf dem Weg zur Schule seien sie schon erkannt worden. „Wir wollen die Welt ein bisschen besser machen“, sagt Paul. „Andere motivieren, eine ähnliche Idee zu haben – oder bei uns mitzuhelfen“, ergänzt Marius. Tatsächlich soll „Radlglas“ bald auch in Heilbronn starten. „Dafür suchen wir gerade Mitarbeiter“, so Paul mit einem Grinsen.
Stolz ist auch Marius’ Vater Jan Löding. Er hat den beiden sein altes Bürozimmer im Wohnhaus als Geschäftszentrale überlassen. „Die Jungs sind zwölf – wir behalten im Blick, was sie machen, geben ihnen aber die Freiheit“, sagt er stellvertretend für die Eltern der beiden. Angemeldet sei das Geschäft bislang nicht. „Wenn es größer wird, machen wir das natürlich. Im Moment sollte man sie einfach machen lassen“, findet Löding. „Es würde aber irgendwie zu Deutschland passen, wenn jetzt jemand käme und etwas einfordern würde.“
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Kommentare
Klaus Bierl am 11.12.2025 10:48 Uhr
Sagenhaft, die sind erst zwölf.
Günther Knapp am 10.12.2025 12:31 Uhr
Spitzenidee der Jungen! Oft ist bewundernswert welche vernünftige Gedanken sich 15jährige machen.