„Kerners“ in Weinsberg eröffnet: Neuer Gastronom belebt Traubenplatz mit schwäbischer Küche
Es kommt wieder Leben auf den Weinsberger Traubenplatz: Seit Sonntag hat das „Kerners“ geöffnet. Der neue Inhaber setzt auf schwäbische Küche – und hat noch weitere Pläne.
Sertan Erdag freut sich: „Das war ein schöner Start.“ Er hatte es nicht groß angekündigt, denn er wollte ein sogenanntes „soft opening". Und doch war der Traubenplatz in Weinsberg (Landkreis Heilbronn) am vergangenen Sonntag um die Mittagszeit voll, sagt der Inhaber des „Kerners“. Der gebürtige Weinsberger will den öffentlichen Platz zur belebten Mitte der Stadt machen. „Die Außenbewirtung ist täglich geöffnet, von 11.30 Uhr bis 20.30 Uhr gibt es durchgängig warme Küche.“ Bei schlechtem Wetter können die Gäste im ehemaligen Café am Traubenplatz sitzen. Dort ist auch die Küche.
„Kerners“ in Weinsberg: Schwäbische Gerichte auf dem Traubenplatz
Schwäbische Gerichte kommen auf den Tisch: Zwiebelrostbraten zum Beispiel, Kässpätzle oder Wurstsalat. Sertan Erdag steht nicht selbst am Herd, sondern beschäftigt nach eigenen Angaben drei Köche. Nach Jahren als Programmierer in der Automobilindustrie steigt er nun in die Gastronomie ein: „Ich möchte gerne mit Menschen arbeiten“, sagt der 33-Jährige. Sein Kernteam sei vorhanden. „Das Team wird nun sukzessive aufgebaut.“

Bis zu 150 Sitzplätze auf dem Weinsberger Traubenplatz
Bis zu 150 Sitzplätze kann er auf dem Traubenplatz anbieten. Auf den Tischen stehen frische Blumen, mehrere große Palmen sollen dem Platz ein mediterranes Flair verleihen. Zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft im Juni plant Erdag ein Fandorf. Und auch sonst hat er die eine oder andere Idee. Bürgermeisterin Birgit Hannemann freut sich, dass der Platz, der der Stadt Weinsberg gehört, nun wieder „belebt ist und dass Gastronomie draußen stattfinden kann“. Die Rathauschefin hofft „auf viele Gäste, damit das Angebot lange bestehen bleibt“.
„Kerners“ in Weinsberg: Wie geht es mit dem ehemaligen Haxenkeller weiter?
Die Stadt Weinsberg ist auch Eigentümerin des ehemaligen Cafés. Es ist seit ein paar Jahren an die Barfüßer-Gruppe aus Ulm verpachtet. Diese hat es wiederum seit Februar an Sertan Erdag weiterverpachtet, nachdem zuvor der Vertrag mit Daniel Böttcher ausgelaufen war. Der Grantschener hatte im August vergangenen Jahres begonnen, den Traubenplatz vom Café aus mit seinen Maultaschen zu bewirten, sein Projekt aber im Januar 2026 beendet.
Im Eigentum der Barfüßer-Gruppe ist der frühere „Barfüßer-Haxenkeller“, später „Kelly´s Irish Pub“, der seit ein paar Jahren leer steht. Ihn hat das Unternehmen ebenfalls an Erdag verpachtet. Das Nutzungsrecht für die Bewirtung des Traubenplatzes wiederum ist an Keller und Café gekoppelt. Im Kellerlokal wollte Erdag ursprünglich ebenfalls bereits mit schwäbischen Gerichten, auch aufwendigeren, loslegen. Eigentlich war die Eröffnung zu Ostern geplant gewesen, sagt er. Doch daraus wurde nichts. Die Eröffnung dieses „Kerners“-Standbeins verzögert sich, einen Eröffnungstermin für den Keller mit 180 Sitzplätzen vermag Erdag noch nicht zu nennen.
„Kerners“ soll Weinsberg repräsentieren
Hauptgründe seien Lieferschwierigkeiten bei der Grundausstattung der Küchentechnik und ein Wasserschaden. Außerdem müsse das Brandschutzkonzept überarbeitet werden. Das alles sei bedauerlich, zumal er schon viel in Eigenleistung erledige und in der Küche viel auf eigene Kosten ausgetauscht habe. Das Kellerrestaurant verfügt über eine Bühne. Diese soll noch vergrößert, die Technik erneuert werden.
Mit seinem Gastronomie-Konzept möchte Sertan Erdag Weinsberg und die Region repräsentieren. Daher auch der Name „Kerners“. Das Logo taucht im Städtle bereits gut sichtbar auf. Dass er den Nachnamen des Weinsberger Dichterarztes verwenden darf, sei mit dem Kernerverein abgestimmt, sagt Erdag.
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