Stimme+
Bildung 

Jugendliche nutzen Stadtbücherei als gemeinsamen Lernort für die Schule

   | 
Lesezeit  3 Min
Erfolgreich kopiert!

Die im Juni 2024 umgebaute Stadtbibliothek bietet eine Vielzahl an Medien und Angeboten. Mitarbeiter und Jugendliche erklären, warum die Bücherei ein guter Lernort ist. 

Von Clara Eilish Hurley
Die Stadtbücherei im Heilbronner K3 ist für viele Jugendliche eine Anlaufstelle, um mit Mitschülern zu lernen.
Die Stadtbücherei im Heilbronner K3 ist für viele Jugendliche eine Anlaufstelle, um mit Mitschülern zu lernen.  Foto: Seidel, Ralf

„Hier lerne ich mit meinen Jungs“, sagt Alpi. Er ist 14 Jahre alt und besucht mit seinen beiden Kumpels regelmäßig die im Juni 2024 umgebaute Stadtbücherei im K3 in Heilbronn, um sich auf Prüfungen vorzubereiten. Die drei Jugendlichen sitzen in einem der abgeschirmten Glasräume. Sie sind gekommen, weil es hier ruhiger sei, als in der Schule oder zu Hause. 

Fachbereichsleiterin Mareike Ludwig erklärt, dass die Bücherei in Heilbronn von laut nach leise konzipiert ist. Das bedeutet, dass es verschiedene Bereiche gibt, die die Besucher nutzen können. Die Treppe hoch im Obergeschoss trifft man gleich auf die Infostation, sowie Ausleihe. Rechts daneben ist eine größerer Platz mit Tischen und Sitzkojen. Der Platz ist gedacht zum Spielen von Gesellschaftsspielen, aber auch hier tummeln sich die Jugendlichen zum Lernen. 


Schüler nutzen Fachliteratur für Seminararbeiten in der Schule

An einem der Tische sitzen Zara, Franzi und Melissa. Sie besuchen die 11. Klasse des Gymnasiums. Alle drei müssen eine Seminararbeit schreiben. Dafür brauchen sie entsprechende Fachliteratur. Im Internet haben sie geschaut, ob die Bücherei die Bücher hat, die sie suchen. Franzi fügt hinzu, dass die Atmosphäre der Bücherei angenehm ist, es gute Sitzmöglichkeiten gibt und dass das Gebäude gut von der Schule aus zu erreichen ist. 

Links von der Infostation befindet sich dann gleich der Kinderbereich, der für Besucher von null bis zwölf Jahren gedacht ist.  Auch hier ist es rappelvoll. Viele Kinder laufen umher, sprechen miteinander und entdecken immer wieder ein neues Buch. Auch eine Mutter ist mit ihrem Sohn gekommen, um zu lernen.

Kostenlos, aber mit Zeitkontrolle: Kinder können Computer nutzen

An einem abgeschirmten Tisch etwas weiter hinten in der Kinderabteilung sitzt Christina. Sie ist zwölf Jahre alt und erzählt, dass sie regelmäßig in die Stadtbücherei kommt, um zu lesen und zu lernen. Gerade sitzt sie an einem der Computer, die Kinder kostenlos, aber mit Zeitkontrolle nutzen können. Sie erstellt dort eine Präsentation, weil sie zu Hause keinen Computer habe. Die Zwölfjährige liest auch gerne und regelmäßig. Abenteuerbücher und die Buchreihe „Die Schule der magischen Tiere“ möge sie besonders. 

Auch bei den Jugendlichen sind Trends unter den Büchern zu erkennen, bestätigt Fachbereichsleitung Mareike Ludwig. Aktuell ganz oben: Englische Jugendbücher. Aber auch Fantasy-Bücher, Manga und Romane fänden großen Anklang. Die Fachbereichsleiterin erklärt, dass die Jugendlichen Buchempfehlungen vor allem über  sozialen Medien wie Instagram und TikTok, aber auch über Plattformen wie BookTalk erhielten. Hier tauschen sich die jungen Menschen aus, erstellen Zusammenfassungen von Büchern oder machen für sie Werbung.

„Der Trend geht nach oben“, sagt Mareike Ludwig. Immer mehr Jugendliche sollen durch Social Media auf Buchempfehlungen zurückgreifen. Gerade internationale Empfehlungen führten dazu, dass die Jugendlichen englische Literatur bevorzugen, so Ludwig. Aktuell habe der Jugendbereich einen Bestand von 6135 Medien. Bücher werden zu zwei Drittel ausgeliehen, der Rest der Ausleihe setze sich aus CDs, DVDs und anderen Medien zusammen. 

Bibliothekarin: Jugendliche werden häufig Stammgäste

Die Bibliothekarin der Jugendbibliothek, Amelie Gaßner, betont, dass sich unter den Jugendlichen vermehrt Stammgäste befinden. „Jugendliche kommen in ihren Gruppen“, sagt die Bibliothekarin. „Die Bücherei ist für sie wie ein zweites Wohnzimmer, der dritte Ort neben zu Hause und der Schule.“

Mareike Ludwig stimmt zu: „Die Bibliothek wird als guter Lernraum wahrgenommen.“ Zu Hause gebe es vielleicht nicht die Ruhe, wie in der Bücherei, um zu lernen. Zudem sein die Jugendlichen hier unter sich und hätten die Möglichkeit, in Gruppen zu lernen. Auch biete die Bibliothek durch ihr breites Angebot viel Inspiration und gute Quellen, so Ludwig. 

Die beiden Bibliothekarinnen sind sich einig, neben jeder Menge Angebote, einer Reihe von verschiedenen Sitzmöglichkeiten, gebe es auch immer eine Ansprechperson, die bei Nachfragen behilflich sein kann. 

Die Stadtbibliothek gelegen im K3 in Heilbronn stellt 150.000 - 160.000 Medien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur Verfügung. Darunter Bücher, CDs, DVDs, Hörspiele und Schalplatten. Besucher können Anschaffungsvorschläge für Medien hervorbringen und es gibt verschiedene Angebote. Darunter Führungen für Schüler, Lesungen oder auch Recherche Trainings für Kinder und Jugendliche. Der Jugendbereich der Bibliothek ist ab 13 Jahren vorgesehen und stellt neben zahlreichen Sitzmöglichkeiten, zum Beispiel auch einen Musikraum für die Jugendlichen zur Verfügung. Zudem besteht die Möglichkeit, sich bis 19 Jahren einen kostenlosen Bibliotheksausweis zu beschaffen, mit welchem auch Notebooks zum Arbeiten ausgeliehen werden können. 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben