Die Gemeinde hat sich zusammen mit dem Städteplanungsbüro Zoll aus Stuttgart intensiv mit einer Spielflächenkonzeption befasst. Der erste Schritt war die Bestandsaufnahme der sieben auf den Ort verteilten Anlagen. Es erfolgte eine Bewertung – nach Zielgruppen, Erlebniswert, Aufenthaltsqualität oder Barrierefreiheit – und eine Analyse. Groß geschrieben wurde die Bürgerbeteiligung mit einer Fragebogenaktion, Online-Pinnwänden für Ideen, Anregungen und Kritik sowie Planungswerkstätten mit den Jugendsprechern und dem Gemeinderat. Die Konzeption, die im Mai im Gemeinderat beschlossen wurde, bildet das Gerüst für die künftige Gestaltung und Weiterentwicklung der Areale.
Jugendliche bekommen eigene Zone im Fleiner Hofwiesenpark
Der Fleiner Freizeitpark soll attraktiver werden: Angedacht sind Pumptrack, Basketball- und Multifunktionsspielfeld sowie Kletterwände. Der Gemeinderat nimmt Priorisierung der Maßnahmen der Spielplatzkonzeption vor.

Ein Kleinkind auf einem Laufrad fährt auf dem mobilen Pumptrack. Ein paar Jugendliche spielen Basketball. Eine Großmutter schiebt ihre Enkelin in der Schaukel an. Radfahrer und Jogger durchqueren den Park, auf Sitzbänken genießen einige Leute den Feierabend. Auch bei nicht idealem Wetter ist an diesem Abend in den Hofwiesen in Flein einiges los. Das mit knapp 12.000 Quadratmetern größte und zentral gelegene Spielgelände ist das beliebteste der Gemeinde. Es soll aber noch attraktiver werden, vor allem für Jugendliche. Deshalb startet die Gemeinde bei der Umsetzung der Spielplatzkonzeption mit diesem Areal. Bei zwei Enthaltungen stimmte der Gemeinderat der Gestaltung der „Freifläche für Jugendliche“ zu.
Dafür ist Platz am nordwestlichen Teil des Geländes, das mit der Böschung an die L1100 reicht. Der Park soll Schritt für Schritt zoniert werden, der Bereich für Jugendliche soll einen Pumptrack, ein Basket- und ein Multifunktionsspielfeld erhalten sowie Kletterwände. Denkbar sind zudem eine Calisthenics-Anlage – Geräte für das Training mit dem eigenen Körpergewicht – eine Graffitiwand sowie weitere Sitzmöglichkeiten und Chillbereiche. Das wird die vertiefte Planung zeigen. Bei der Ausgestaltung werden die Jugendlichen weiter beteiligt.
Bei einem Standort im Außenbereich fehlt die soziale Kontrolle
„Das ist der richtige Ort“, meinte Bauamtsleiterin Annika Gärtner in Sachen Pumptrack. Denn andere Standorte in der Gemeinde, die geprüft worden seien, tangierten teilweise Biotope oder liegen in Überschwemmungsgebieten. Im Außenbereich müssten zudem der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan für eine solche Anlage erstellt werden. Bis zur Baureife würden mindestens zwei Jahre vergehen. Zudem fehle die soziale Kontrolle abseits der Bebauung, führte Gärtner ein weiteres Ausschlusskriterium an. Für die Jugendzone in den Hofwiesen werde eine Höhenvermessung und eine Lärmbetrachtung erfolgen.
Neben einem Trinkbrunnen, für den ein Förderantrag gestellt wird, ist im Freizeitpark auch der Ersatz von Spielgeräten vorgesehen. Die Bürgerstiftung plant weitere Fitness-Geräte aufzustellen.
Spielplatz im Fleiner Samtrotweg wird neu gestaltet
Priorität eins gilt auch für die Neuanlage des Spielplatzes im Samtrotweg mit dem Themenschwerpunkt Landwirtschaft und Weinbau. Ausgerichtet werden die Spielmöglichkeiten auf Kinder bis sechs Jahren. In „Gänsäcker“ wird der Fallschutz erneuert, statt Gummimatten gibt es Rasen. Für die erste Umsetzungsphase sind im Haushaltsplan 200.000 Euro eingestellt.
Mit mittlerer Priorität versehen sind die Einrichtung weiterer Zonen in den Hofwiesen, Ruhebereiche und topografische Bewegungslandschaften. Der Spielplatz Gänsäcker bekommt eine bessere Spielraum- und Aufenthaltsqualität sowie Beschattungselemente. Das Areal in der Fontanestraße soll optimiert und erweitert werden. Eine geringe Priorität hat die Fläche in der Grimmstraße, wo es um Sitzmöglichkeiten geht.
Holger Waldbüßer (Bürgerliste) befürwortete ausdrücklich einen Pumptrack in der ersten Umsetzungsphase in den Hofwiesen. „Da gibt es coole Sachen“, wusste er. Auf Nachfrage von Helmut Kern (FWV) erklärte die Bauamtsleiterin, dass die Anlage für alle Altersgruppen und Sportgeräte auf Rollen geeignet sei. Statt weiter einen mobilen Pumptrack teuer zu mieten, baue man lieber selbst einen, meinte Dr. Jochen Gärtner (SPD).
Albrecht Berroth (FWV) zog seinen Antrag zurück, vor der schrittweisen Umsetzung zuerst eine Gesamtplanung für den Hofwiesenpark zu machen. Dann wäre alles aus einem Guss. Das Ansinnen der Verwaltung sei gewesen, den Fokus auf die Jugendlichen zu legen, meinte die Bauamtsleiterin. Die dargestellte perspektivische Entwicklung sei ein Orientierungsplan, der die Ergebnisse der Planungswerkstatt mit dem Gemeinderat abbilde. Dieser werde verfeinert und mit Kosten versehen.

Stimme.de
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