Die Photovoltaik-Freiflächenanlage an der B27 zwischen Talheim und Lauffen hat eine Leistung von 3,8 Megawatt Peak und einen Jahresertrag von rund 4,1 Millionen Kilowattstunden. Rund 1300 Haushalte können von hier aus mit Strom versorgt werden. Die Kohlendioxid-Einsparung pro Jahr beträgt rund 2500 Tonnen.
In Talheim wird Ökostrom produziert und vor Ort verbraucht
Die Photovoltaik-Freiflächenanlage an der B27 zwischen Talheim und Lauffen geht voraussichtlich Anfang 2026 ans Netz. Hauptabnehmer sind die bmk-Steinbruchbetriebe.

Die mehr als 7000 Photovoltaik-Module sind montiert. Starkstromkabel und Glasfaser liegen in einem Meter Tiefe. „Es wurden zehn Wechselrichter mit einer Leistung von jeweils 330 Kilowatt installiert, die den erzeugten Strom zur Trafostation weiterleiten. Von hier wird der Strom ins Netz eingespeist“, sagt Projektleiter Giuseppe Turano von der Zeag Energie AG Heilbronn. Die Trafostation wird allerdings erst im Oktober geliefert. Voraussichtlich ab Anfang 2026 wird auf dem ehemaligen Acker an der B27 zwischen Talheim und Lauffen Ökostrom produziert. Hauptabnehmer ist der benachbarte bmk-Steinbruch.
Bürgerenergie-Gesellschaft gegründet
Im Mai 2022 hat der Talheimer Gemeinderat den Grundsatzbeschluss gefasst, im Gewann Obere und Untere Neckarhalde eine Photovoltaik (PV)-Freiflächenanlage zu errichten. Noch im selben Jahr wurde die Erneuerbare Energien (EE) Bürgerenergie Talheim GmbH & Co. KG gegründet, in deren Auftrag die Zeag den 4,8 Hektar großen Solarpark betreibt.
Das Genehmigungsverfahren sei dank der guten Zusammenarbeit mit Landratsamt, Regionalverband und Landesdenkmalbehörde vergleichsweise schnell über die Bühne gegangen, findet Bürgermeister Rainer Gräßle: „Die Behörden waren relativ angetan von der Idee, vor allem, nachdem damals schon feststand, dass wir den Strom produzieren und vor Ort verwerten.“
Talheimer Steinbruch deckt ganzjährig 40 Prozent seines Strombedarfs
Der in der Nachbarschaft gelegene Steinbruch von bmk wird direkt mit der PV-Freiflächenanlage verbunden und nutzt den dort gewonnenen Solarstrom für die Produktion. „Das Unternehmen deckt ganzjährig bis zu 40 Prozent seines Strombedarfs, der Rest wird ins öffentlich Stromnetz eingespeist“, so Zeag-Sprecherin Jini Srisuphannaraj.
Die Vorbereitungen für die Bauarbeiten haben im Februar dieses Jahres mit der Vergrämung von Vogelarten wie Feldlerche und Wiesenschafstelze begonnen. Metallstützen mit Flatterband wurden dort aufgestellt, wo die PV-Module später hinsollten. „Rund um den bestehenden Hochspannungsmasten haben wir eine Fläche von 700 Quadratmetern als Lebensraum freigelassen“, erklärt Projektleiter Giuseppe Turano.
Mehr Artenvielfalt durch naturbelassene Flächen an der B27
Weitere Wiesenflächen mit heimischen Gräsern und Blumen sowie ein Erdhügel für Wildbienen und ein Teich sind ebenfalls vorgesehen. Auch unter den Modulen wird entsprechendes Saatgut ausgebracht. Eine Studie habe gezeigt, dass Solarparks im Vergleich zu landwirtschaftlicher Nutzung von Flächen die Artenvielfalt fördern, sagt Jini Srisuphannaraj.
Neun solcher Solarparks betreibt die Zeag von Neckarwestheim bis Braunsbach. „Für dieses Projekt gab es viel zu berücksichtigen“, sagt Projektentwicklerin Dorothee Stockhausen. Hochspannungsmasten der Transnet BW und der Syna müssen für die jeweiligen Unternehmen für Wartung und Reparaturen erreichbar bleiben. Beim Montieren der Module konnten die normalerweise 4,5 Meter langen Pfosten unter dem Transnet BW-Masten nicht am Stück in den Boden gerammt werden. Außerdem verläuft auf dem Grundstück eine Nato-Pipeline. „Das fehlt uns natürlich an Fläche für die Stromerzeugung“, bedauert Talheims Kämmerer Dieter Uhler.
2,9 Millionen Euro kostet das Projekt. „Ohne den Steinbruch wäre die Wirtschaftlichkeit im Grenzbereich gewesen“, so Uhler. „Wir müssen den Strom auf dem freien Markt verkaufen.“ Für Bürgermeister Rainer Gräßle hat die PV-Freiflächenanlage „Symbol- und Strahlkraft. Mit ihr können wir die Energiewende mitgestalten“.

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