Ideen für Obersulm: Alleen, grüne Ortsmitte, Klima-Oase oder Naturabenteuer im Wald
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Ein Trio aus dem Obersulmer Rathaus hat acht Vorschläge für Klimaschutz und Klimaanpassung erarbeitet. Der Bund fördert die Projekte mit 90 Prozent. Räte, Vereine, Schulen und Bürger werden einbezogen.
Alleen, wie hier in der Löwensteiner Straße, sollen geschlossen werden. Weitere Baumpflanzungen im Förderprogramm sind am Sportcentrum, in Gänswiesen, in der Sulm-, Michelbach- und Silbergrubenstraße sowie am Fußweg zur Realschule vorgesehen.
Foto: Mario Berger
Etwa 30 bis 40 Hochstämme innerörtlich gehen in Obersulm jährlich kaputt, sei es durch Krankheit oder Trockenheit. „Wir versuchen, alle zu ersetzen“, berichtete Thomas Schwarz, im Rathaus zuständig für die Grünflächen, dem Gemeinderat. Künftig will er das Augenmerk mehr auf Alleen legen, auf Grünzüge, wo ausreichend Platz und Erde zum Gedeihen der Bäume vorhanden ist. „Der ökologische Effekt ist größer“, nannte er den Grund. Alleen sind ein Baustein des Aktionsprogramms „Natürlicher Klimaschutz – ländliche Kommunen“. Weitere Ideen in diesem Förderprogramm des Bundes wurden jetzt dem Gremium präsentiert. Ziel der acht Vorschläge ist es, Klimaschutz und -anpassung zu realisieren.
In die Jahre gekommen und nicht mehr attraktiv ist der Waldlehrpfad im Eichswald. Davon konnte sich der Gemeinderat bei der Waldbegehung im Oktober 2024 selbst ein Bild machen. Deshalb soll dieser Weg zukunftsfähig gemacht werden, nannte Alexander Bartelmann, der im Rathaus auch für Natur und Umwelt zuständig ist, ein weiteres Mosaikteil des Programms. Wald und Klima sollen zum Naturabenteuer verknüpft werden mit Erlebnisflächen, mit Informationen zum Waldsterben und zur Bedeutung des Waldes als Klimaschützer.
Sportplatz Greut als Erholungsfläche für Klima und Mensch
Zwischen TSV-Sportheim und der Hofwiesenhalle könnte eine innerörtliche Naturzone mit mehr Grün entstehen. Das ist einer der Vorschläge im Aktionsprogramm "Natürlicher Klimaschutz - Ländliche Kommune".
Foto: Mario Berger
Bislang ist der alte Sportplatz Greut in Sülzbach nur eine Brachfläche, die zur naturnahen Klima-Oase werden soll. Bäume und Sandsteinmauern könnten das Areal zu einem Begegnungsort machen, als Erholungsfläche für Klima und Mensch. Retentionsflächen, die Starkregen aufsaugen, berücksichtigen den Aspekt der Klimaanpassung.
Klimaschutzmanager Stefan Fuchs, der mit Schwarz und Bartelmann die Konzeptvorschläge erarbeitet hat, ging auf das Umfeld der Hofwiesenhalle ein. Der Schilfgürtel oberhalb des Willsbacher Sportplatzes soll renaturiert werden. Auch hier könnte eine Retentionsfläche entstehen. Als Teil des „Grünen Bandes Sulm“ schlägt Fuchs zwischen Sportheim und Halle eine innerörtliche Naturzone vor mit mehr Grün. Das setzt die Entsiegelung von Flächen voraus, womit der Überhitzung im Sommer entgegengewirkt werden soll.
Ein Rückszugsort für die Eichelberger
Das gilt auch für die ungenutzten Asphaltflächen in der Dorfmitte von Eichelberg. Bereits in diesem Jahr sollen sie beseitigt werden, um eine grüne Ortsmitte an der Kolbensteige/Eichstraße als Rückzugsareal an heißen Sommertagen zu schaffen. Ortsvorsteherin Pamela Grimm-Baumann und der Verein Eichelberg Aktiv sind bereits einbezogen.
„Es ist nichts in Stein gemeißelt“, machte Fuchs deutlich, dass die Ideengeber im Rathaus Ortschaftsrat, Gemeinderat, Vereine, Schulen und Bürger einbeziehen. Schließlich lautet die Devise „Gemeinsam für ein lebenswertes und klimagerechtes Obersulm“.
Digitales Kataster für alle Grünflächen
Im Programm gefördert wird auch ein digitales Grünflächenkataster. Bei einer Enthaltung stimmte der Gemeinderat der Auftragsvergabe an die Firma Green GIS für 94.000 Euro zu. Alle öffentlichen Grünflächen werden mit der Art der Bepflanzung erfasst. So können Pflegepläne hinterlegt und die Aufträge an den Bauhof mit den notwendigen Informationen weitergeleitet werden. „Wir agieren nicht nur papierlos, sondern haben die Chance, damit die Qualität zu halten und den ökologischen Effekt zu unterstützen“, machte Schwarz deutlich. „Weil wir zur richtigen Zeit die richtige Pflege machen.“
Das Aktionsprogramm stieß auf ein positives Echo. „Super gut“, lobte FWV-Fraktionssprecher Ulrich Hohl. Monika Steg stellte für die SPD heraus, dass das Trio sich sehr viele Gedanken gemacht habe. „Wir gehen mit“, meinte der CDU-Fraktionsvorsitzende Nico Knapp. „Einfach nur gut“, kommentierte Helmut Hornung für die Grünen die „zukunftsträchtigen Maßnahmen“.
Nicht nur positive Reaktionen
Karl Ulrich Vollert (FWV) mahnte an, die Umsetzung selbst zu machen und keine Ingenieure zu beauftragen. Alexander Heinrich (FWV) wollte den Sportplatz Greut nicht renaturiert haben. Es sei der einzige Platz, wo Kinder in Sülzbach, ohne zu stören, Fußball spielen könnten. Um die Hofwiesenhalle herum ist es für ihn ausreichend grün. „Ich weiß nicht, ob wir übers Ziel hinausschießen.“
Die Gemeindeverwaltung ist stolz, dass Obersulm als eine von acht Kommunen in Baden-Württemberg und von 122 deutschlandweit ins Förderprogramm aufgenommen wurde. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Michael Link hatte die Bewerbung im Haushaltsausschuss des Bundestags nachdrücklich unterstützt, wie Bürgermeister Björn Steinbach betonte. Das Konzept aus Obersulm hatte auch dadurch überzeugt, dass die Bevölkerung bei den Projekten einbezogen werden soll.
Die Gesamtkosten in Obersulm belaufen sich auf 824.736 Euro. Der Bund fördert die Maßnahmen, die Synergien zwischen Klimaschutz und biologischer Vielfalt erzeugen, bis 2030 mit 742.262 Euro, das sind 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten.
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