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Haus in Bad Rappenau-Bonfeld komplett aus Holz gebaut

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Birgit Wacker und Christoph Schäfer leben in einem Holzhaus in Bad Rappenau-Bonfeld. Wieso sie sich dafür entschieden haben und welche Eigenarten das Wohnen in dem besonderen Eigenheim hat.


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Das Eigenheim als Bausatz, jeder der aus Finnland angelieferten Holzbalken war fertig versägt und nummeriert. So wurde das Haus von Birgit Wacker und Christoph Schäfer einst in dem Neubaugebiet in Bad Rappenau-Bonfeld angeliefert. Drei Wochen lang verarbeitete Schäfer Balken um Balken, indem er diese verschraubte und verzapfte, bis das Holzhaus inklusive Fenstern regendicht auf dem Grundstück stand.

Seit 22 Jahren wohnt das Ehepaar nun in dem Holzhaus in Bonfeld und ist mit seiner Entscheidung bis heute zufrieden. „Wir würden auf jeden Fall wieder aus Holz bauen“, sagt Wacker überzeugt.

Haus in Bad Rappenau-Bonfeld aus Holz gebaut – diese Vorteile führten zur Entscheidung

Auf ein Holzhaus aufmerksam wurden Wacker und Schäfer über ein Geschäft in Neckarwestheim, das sie regelmäßig besuchten. Dieses war in Holzbauweise errichtet. Das Material überzeugte die beiden – auch wegen seiner Nachhaltigkeit. Daraufhin fragten sie bei der Firma an, die das Gebäude gebaut hatte.


Was dem Ehepaar auch gefiel, waren die Möglichkeiten, ein solches Haus individuell zu planen – wichtig für die junge Familie mit drei Kindern. So sei das Eigenheim letztlich auch günstiger als ein vergleichbares, individuell geplantes Haus in anderer Bauweise gewesen, sagt Schäfer. Das lag nicht zuletzt an den vielen Eigenleistungen – in dem Maß auch nur möglich durch die Holzbauweise. Sechs Tage die Woche verbrachte ihr Mann auf der Baustelle, berichtet Wacker.

Fünf Schlafzimmer, zwei Bäder, Büro, Wohnzimmer, Küche – all das ist auf 180 Quadratmetern Wohnfläche entstanden. Außerdem gibt es einen Balkon. Die Familie zog Dezember 2003 in ihr Eigenheim.

Auch im Inneren ist alles aus nordischer Kiefer: Holzhaus in Bad Rappenau-Bonfeld

Im Inneren dominiert ebenfalls Holz. Hinter den elf Zentimeter dicken Außenbalken und einer Isolierschicht aus behandelten Holzchips wäre theoretisch ein regulärer Trockenbau mit gestrichenen Wänden oder Tapeten möglich gewesen. „Ich wollte aber nicht mehr streichen“, scherzt Schäfer über die Entscheidung, innen ebenfalls alles aus dem Naturmaterial zu gestalten.

Letztlich gefällt dem Maschinenbauingenieur und seiner Frau aber einfach die Optik. Alle Wände, Fenster, Böden und Türen sind aus einem Material: Nordischer Kiefer. Nur das Bad ist teils gefliest, in der Küche liegt ein Linoleum-Boden.

„Man sieht jede Macke, aber hier wird gelebt“, sagt Wacker. Der Lieblingsort der beiden ist das Wohnzimmer mit Kachelofen und zwei großen Terassentüren in den Garten. Das Haus ist von außen nicht gestrichen oder lasiert – also vollständig unbehandelt. Deshalb wird das Holz nach und nach immer dunkler.

Eigenarten eines Holzhauses: Besonderes Eigenheim in Bad Rappenau-Bonfeld

Direkt nach dem Bau war das Holz noch fast weiß, erzählt Schäfer. Manchmal werde er gefragt, ob das Haus dann nicht langsam verwittert, sagt Wacker. Doch dem ist nicht so: Etwa alle zehn Jahre verwittere ein Millimeter Holz, erklärt Schäfer – bei elf Zentimeter dicken Außenbalken also kein Anlass zur Sorge.

Nicht nur dunkler ist das Haus mit der Zeit geworden, es hat sich auch noch etwas gesetzt. Die Struktur, deren tragende Balken überwiegend auf dem aus Porenbetonsteinen bestehenden Keller stehen, hat im Laufe der Jahre unter dem Gewicht des Dachs nachgegeben. Das sei aber völlig normal. Am Schornstein ist laut Schäfer zu erkennen, dass das Dach heute circa zehn Zentimeter tiefer ist als noch vor 22 Jahren. Im Haus sei gelegentlich mal ein Knarzen zu hören.

So reagieren Menschen auf das Holzhaus in Bad Rappenau-Bonfeld

Das Holz merke man auch am Geruch, sagt Wacker. Obgleich sie es selbst – außer nach dem Nasswischen – nicht mehr wahrnimmt, bekomme sie die Rückmeldung oft von Gästen. Der Geruch des Materials falle Menschen meist auf, wenn sie das erste Mal hereinkommen.

Die Leute sind neugierig, erzählt Wacker, reagieren positiv auf das Holzhaus. Doch an eine Anekdote erinnert sie sich besonders: Ihre Kinder kamen einmal aus der Grundschule zurück und berichteten, Klassenkameraden hätten sie gefragt, ob sie in ihrer „Holzhütte“, in der sie leben, überhaupt Strom hätten.

Nachhaltigkeit im Eigenheim: Holzhaus in Bad Rappenau-Bonfeld mit Fotovoltaikanlage

Das Material ist keineswegs das einzig Nachhaltige an dem Eigenheim. Statt Ziegeln findet sich auf dem Haus eine Dachbegrünung, das ablaufende Wasser wird zusätzlich in eine Zisterne geleitet. Eine thermische Solaranlage unterstützt die Heizung und liefert warmes Wasser, außerdem gibt es eine Fotovoltaikanlage – die wurde aber erst einige Jahre nach dem Einzug auf das Dach gebaut, erzählt Wacker.

Grundsätzlich sei eine Gasheizung verbaut, doch seit die Kinder aus dem Haus sind, wird sie kaum mehr gebraucht, erzählt Schäfer. Das Holz isoliere auch gut. Die Energie aus Solar und dem großen Kachelofen im Wohnzimmer, der die Heizung zusätzlich unterstützt, reiche aus. 

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