Tagespflege erhält Klimaanlage – Schutz vor Hitze wird immer wichtiger
Ältere Menschen leiden oft stärker unter heißen Sommertagen. Nun hat die Katharinenpflege der Diakonie in Lauffen eine Klimaanlage bekommen. Zu verdanken haben sie das einem Wettbewerb.

Ältere und pflegebedürftige Menschen reagieren oft sensibel auf Hitze und gehören zu einer Risikogruppe, die ohne Vorkehrungen gesundheitliche Probleme entwickeln kann. Darüber informiert unter anderem die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (Klug).
Besonders für Seniorenheime und Pflegeeinrichtungen wird Hitzeschutz eine immer größere Herausforderung. „Wir sind eine Tagespflege, die sehr hell ist und viele Fenster hat“, erklärt Andrea Täschner, stellvertretende Teamleiterin der Katharinenpflege in Lauffen. Durch die hohe Sonneneinstrahlung heize sich das Gebäude im Sommer schnell auf. Zur Anlage gehöre auch ein kleiner Garten, in dem sich die Hitze staue.
Katharinenpflege in Lauffen: Hitze im Sommer ist eine Gefahr für Risikogruppen
Täschner arbeitet seit 25 Jahren in der Pflege, hat einige heiße Tage erlebt. Gefährlich wird es besonders in Kombination mit manchen Medikamenten oder Vorerkrankungen, erklärt Täschner. Auch problematisch: „Ältere Leute haben weniger Durstgefühl.“ Dehydrierung belastet laut Klug im Ernstfall die Nieren und das Herz-Kreislauf-System.
Bislang sei man mit Abdunklung und Ventilatoren gegen die Wärme angegangen. „Das geht aber auch nicht immer“, gibt Täschner zu bedenken. Als das Thermometer vergangenes Jahr bis zu 40 Grad anzeigte, stießen diese Maßnahmen an ihre Grenzen. „Wenn die Sommer sich weiter so entwickeln, muss man handeln“, meint sie. Seit kurzem verfügt die Einrichtung in der Körnerstraße über eine Klimaanlage. Gesponsert wurde das Gerät von der Bosch-Initiative „Cool Spots“. Gemeinsam mit acht anderen Gewinnern wurden die Katharinenpflege der Diakonie und die Demenz-WG in Lauffen aus 70 Bewerbern aus ganz Deutschland ausgewählt.
Eingereicht wurde die Bewerbung durch die Stadt Lauffen, der die Immobilie in der Körnerstraße gehört. „Menschen im Alter tun sich schwerer mit Hitze und können das nicht mehr so leicht kompensieren“, erzählt Bürgermeisterin Sarina Pfründer. Von der Katharinenpflege sei es „ein schönes Angebot, dass die Senioren tagsüber hierher kommen können“. Oftmals seien das Menschen, die sonst den ganzen Tag alleine zu Hause wären. „Das ist eine lustige, gesellige Gruppe“, sagt die Rathauschefin.
Schutz vor Hitze: Klimaanlagen als Vorschrift in Pflegeheimen?
Insgesamt zwölf Plätze hat die Katharinenpflege, rund 40 Menschen kommen regelmäßig hierher. Der Großteil der gemeinsamen Aktivitäten spielt sich im Gemeinschaftsraum ab, wo die Klimaanlage installiert ist. Die Atmosphäre ist freundlich, die Menschen zufrieden. „Wir freuen uns immer, wenn wir kommen können“, berichtet etwa Wolfgang Riedel. „Wir alten Leute brauchen ein bisschen Zerstreuung.“
Langfristig könnten Klimageräte zur obligatorischen Ausstattung in sozialen Einrichtungen gehören, vermutet Täschner. „Ich könnte mir vorstellen, dass das irgendwann als Standard festgelegt wird.“ Zum Beispiel könnte das in Form von Bauvorschriften passieren, sodass Kühlungssysteme automatisch mit installiert werden oder bestehende Einrichtungen nachrüsten müssen.
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