Öffnung
Samstag und Sonntag, 20. und 21. Dezember, jeweils ab 10 Uhr
Besucher kommen nicht nur für den perfekten Baum nach Prevorst: Ein ganzes Dorf gestaltet den außergewöhnlichen Weihnachtsmarkt.

Die zweijährige Mila darf mal anfassen. Der Baum stupft nicht, ist ja auch eine Nordmanntanne, und damit auch vom Kleinkind genehmigt. Wie der Baum aussehen muss? „So, dass er der Frau gefällt“, meint Marc Körner augenzwinkernd. Die kann das genauer ausführen. „Nicht zu buschig, nicht zu breit, so, dass man schön Kugeln reinhängen kann und man die Deko auch sieht“, listet Christiane Körner auf. Die Familie aus Kleinbottwar wurde am Samstag auf dem Prevorster Christbaummarkt fündig, wie jedes Jahr. Der dichte Nebel hielt auch viele andere nicht davon ab, sich ihren perfekten Weihnachtsbaum auszusuchen.
Frisch geschlagen, regionales Produkt – das zieht die Leute in den kleinen, hochgelegenen Oberstenfelder Teilort. Zehn Christbaumbauern bieten ihre Bäume an, die sie das ganze Jahr über hegen und pflegen, aber letztlich sind Weihnachtsbäume ein Naturprodukt, die wachsen einfach unterschiedlich. „Glücklicherweise sind die Geschmäcker verschieden, manche wollen sie buschig, andere schlank, stachelig, nicht stachelig“, stellt Harald Kunz, Vorsitzender des organisierenden Christbaumvereins, fest. Und manche mögen genau die, die einen scheinbaren Fehler wie eine schiefe Spitze haben.
Nordmanntannen machen 90 Prozent des Angebots aus, sind auch am meisten gefragt, aber es gibt auch Nobilis-, Colorado- und Korktannen, Blaufichten oder Schwarzkiefer. „In letzter Zeit werden Colorado mehr nachgefragt, weil sie im Gegensatz zur Nordmanntanne schön duften.“ Das dritte Adventswochenende ist das stärkste. Der Trend geht eindeutig dazu, dass die Menschen ihre Bäume früher aufstellen. „Dann haben sie länger was davon, erst recht, weil viele nach den Feiertagen in den Urlaub fahren.“
Die Bäume stehen im Fokus, sind aber längst nicht alles, was die Menschen anlockt. „In den 1950ern sind mein Opa und Vater noch nach Großbottwar, Ludwigsburg, andere sogar nach Stuttgart gefahren, um ihre Bäume zu verkaufen“, erzählt Harald Kunz. Nach und nach kamen die Kunden stattdessen nach Prevorst, der Markt entwickelte sich und irgendwann gab es die erste Bewirtung von der Feuerwehr. Heute bieten 35 bis 40 Stände selbstgemachte Produkte, und viele Nachbarn beteiligen sich an der Bewirtung auf der etwa ein Kilometer langen Marktstrecke.
„Meine Mutter hat früher Selbstgestricktes und Gehäkeltes verkauft. Als sie altersbedingt ausgestiegen ist, wollten wir das aber fortführen, weil es einfach Spaß macht“, weiß Marc Hellbach. Bei ihm gibt es Glühwein, Crêpes und Chili con Carne. „Das ist eine gute Sache, man lernt immer wieder neue Leute kennen, die dann wiederkommen.“ So wie Wolfgang und Heide aus Remseck, die ihren Nachnamen nicht verraten wollen. „Wir kommen jedes Jahr her, weil das einfach nett ist zum Durchlaufen“, meint Helga. „Und man bekommt einen frischen Baum zum guten Preis, den man manchmal schon beim Reinfahren im Rückspiegel sieht“, ergänzt der Gatte. Heute sei ihm der genau vor der Nase weggeschnappt worden, aber er ist sicher, dass es eine Alternative geben wird.
Viele Aussteller sind schon lange dabei, so wie Barbara Wohlgemuth aus Erdmannhausen. Sie hat das Backhaus mit Naturdekorationen ausstaffiert, bietet dazu alten Weihnachtsschmuck und Marmelade. „Ich komme schon seit 44 Jahren nach Prevorst, erst nur mit Keramik, dann wurde es immer mehr Naturdekoration“, sagt Madame Gestrüpp, so ihr Spitzname. Kränze aus Zapfen, Moos und Hasel, ausgesägte Engel aus Rinde, alles Einzelstücke. „Das Material finde ich überall.“ Zum Christbaummarkt kommt sie gern. „Hier kann ich Sachen anbieten, die anderswo nicht gehen.“
Samstag und Sonntag, 20. und 21. Dezember, jeweils ab 10 Uhr
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