Heilbronner Weg in den Allgäuer Hochalpen ist bereit für Wanderer
Die hochalpine Wanderroute Heilbronner Weg in den Allgäuer Hochalpen bei Oberstdorf ist nicht für Spaziergänger geeignet. Rolf Maier vom Deutschen Alpenverein Heilbronn hat ihn nun – wie jedes Jahr – für erfahrene Wanderer freigeschaufelt.

Dieses Jahr erhielt Rolf Maier zahlreiche Anrufe von Bekannten, ob es ihm denn gut gehe. Denn ein 69-jähriger Tourenleiter des Deutschen Alpenvereins ist auf dem Heilbronner Weg ausgerutscht und 25 Meter abgestürzt. Die Allgäuer Zeitung hatte darüber berichtet. Ein Hubschrauber flog den Mann verletzt ins Tal.
Rolf Maier aus Kirchardt-Berwangen ist ebenfalls 69 Jahre alt und regelmäßig auf dem Wanderweg unterwegs - seit Jahren schaufelt er ihn zu Beginn der Saison frei, so auch in der vergangenen Woche. Zusammen mit 15 weiteren Bergsteigern schuftete Maier auf der Höhe. Am Anfang der Saison ist das üblich, um die hochalpine Strecke zwischen der Rappenseehütte und der Kemptner Hütte bei Oberstdorf begehbar zu machen. Dort gibt es jede Menge steile und gefährliche Passagen.

Allerdings ist Maier selbst nicht verunfallt. "So etwas kann aber immer passieren", sagt er. Wichtig sei, sich auf Eventualitäten vorzubereiten und vor allem: die Ausrüstung müsse stimmen. Hochwertige Wanderschuhe seien entscheidend und zu Beginn der Saison brauche man eine spezielle Schaufel, mit der man sich in Schnee und Eis festhacken könne. "Dann hast du gut Halt", so Maier. Dieses Jahr seien ohnehin die Bedingungen außergewöhnlich gewesen. Das Vorhaben, den Heilbronner Weg bewanderbar zu machen, habe man aufgrund der Wetterverhältnisse um eine Woche nach hinten verschoben.
Das sind die Grundvoraussetzungen für eine Wanderung auf dem Heilbronner Weg
Geregnet und geschneit habe es in den letzten Wochen auf der Höhe, berichtet Rolf Maier - umso mehr Arbeit gab es für Maier und sein Helfer von der Alpinschule Oberstdorf oberhalb von 2000 Metern zu erledigen. Es sei viel Schnee gewesen, sagt Maier, aber er sei gut zu spuren gewesen – sodass Wanderer nun eine gut begehbare Strecke vorfinden.
Grundvoraussetzungen für eine Wanderung über den Heilbronner Weg sind laut Maier: Alpinerfahrung, Schwindelfreiheit, Trittsicherheit, Umgang mit Schneefeldern. Rutsche man auf einem Schneefeld ab, helfe nur eines: sich auf den Bauch drehen und Liegestütz-Haltung einnehmen. Nur so könne man abbremsen. Immer wieder gibt es in dem Gebiet auch Lawinenabgänge - deshalb ist gut beraten, wer immer mal wieder einen Blick nach oben wirft und schneebeladene Hänge zügig quert.
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