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Neuenstadt profitiert von gut gefülltem Sparstrumpf

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Der Haushaltsplanentwurf 2026 enthält Investitionen von 18 Millionen Euro. Zu den größten Brocken gehört das neue Rathaus.

Einer der größten Kostenpunkte im Haushalt 2026 in Neuenstadt ist die Rathauserweiterung und -sanierung.
Einer der größten Kostenpunkte im Haushalt 2026 in Neuenstadt ist die Rathauserweiterung und -sanierung.  Foto: Seidel, Ralf

Die Stadt Neuenstadt ist schuldenfrei und investiert dieses Jahr knapp 18,4 Millionen Euro. „Unser Haushalt 2026 ist ein örtliches Konjunkturpaket mit allen kommunalen Schwerpunkten, die es gibt“, sagte Bürgermeister Andreas Konrad bei der Einbringung des Haushaltsplanentwurfs. Trotzdem weist auch der Etat in Neuenstadt wie in vielen  anderen Städten und Gemeinden im Landkreis Heilbronn ein negatives ordentliches Ergebnis aus. Mit den vorgestellten Zahlen beschäftigen sich nun die Fraktionen, bevor das Zahlenwerk zur Abstimmung gestellt wird.

Feuerwehr-Neubau, Rathaus-Erweiterung und Grundschul-Sanierung sind Pflicht

Andreas Konrad betonte in der Sitzung: „Wir konzentrieren uns auf die Pflichtaufgaben.“ Dazu gehöre die Rathaussanierung genauso wie der Feuerwehr-Neubau und die Erweiterung der Grundschule Stein. „Das sind Zukunftsinvestitionen, die wir lange Zeit geplant haben.“ Getreu dem Motto, das Kämmerer Frank Fleisch in seiner Präsentation nannte: „Heute investieren, morgen handlungsfähig bleiben.“

Die größten Posten auf der investiven Ausgabenseite sind dieses Jahr drei Projekte: die Erweiterung und Sanierung des Rathauses mit rund vier Millionen Euro, die Sanierung und Aufstockung der Grundschule Stein, die voraussichtlich eine Million Euro kostet, sowie die Erschließung des Baugebiets „Daistler III“. Hierfür sind 8,7 Millionen Euro vorgesehen.

Durch das Baugebiet kommt aber auch Geld in die Kasse, sobald Grundstücke verkauft werden. Kämmerer Frank Fleisch rechnet dieses Jahr mit Erlösen aus Bauplatzverkäufen – nicht nur im „Daistler III“ – von zehn Millionen Euro. Zwei Millionen Euro erhält die Stadt aus dem Landessanierungsprogramm. Insgesamt stehen den investiven Ausgaben 12,6 Millionen Euro an Einnahmen gegenüber. 

Personal kostet die Stadt Neuenstadt 11,6 Millionen Euro im Jahr 

Im Ergebnishaushalt, der die laufenden Kosten der Verwaltung abbildet, stehen auf der Einnahmenseite die Schlüsselzuweisungen und Steuern ganz oben. Einer der größten Brocken auf der Ausgabenseite sind mit 11,6 Millionen Euro die Personalkosten.

Etwas mehr wird nur noch für die Sach- und Dienstleistungen ausgegeben (zwölf Millionen Euro). Diese umfassen laut Frank Fleisch einen bunten Strauß an Aufgaben. Beispielsweise fallen die Straßenunterhaltungen darunter. Ein großer Kostenfaktor sind auch die Transferaufwendungen, in denen die Umlagen enthalten sind, die die Stadt zahlen muss. Diese sind deutlich angestiegen, sagte Fleisch. 

In allen Bereichen stehen hohen Ausgaben nicht ganz so hohe Einnahmen gegenüber. Glück für die Stadt Neuenstadt ist, dass sie einiges auf der hohen Kante hat. Die liquiden Eigenmittel betrugen zum Jahresanfang fast 15 Millionen Euro. Der Sparstrumpf leert sich bis Jahresende aber rapide – auf neun Millionen Euro.     

Mit Blick auf die kommenden Jahre wird sich die Situation noch verschlechtern. Ende 2027 rechnet Frank Fleisch nur noch mit 5,8 Millionen Euro an Eigenmitteln.

Grundstücksverkäufe spülen wieder Geld in die Kasse

Im Planungszeitraum bis 2029 wirken sich aber vor allem Grundstücksverkäufe positiv aus. Im Gebiet „Daistler III“, das derzeit erschlossen wird, kommen noch weitere Grundstücke auf den Markt. Daneben gilt als weiteres Standbein die Innerortsentwicklung in allen Ortsteilen, heißt es im Haushaltsplan.

Die Grundstückspolitik sei seit Jahren darauf ausgerichtet und soll auch weitergeführt werden. „Für die Finanzierung der Investitionen in 2026 und 2027 sind ausreichend Finanzmittel vorhanden, ab 2028 sind Kredite vorgesehen“, so der Kämmerer.

In einem Ausblick hebt er hervor, dass Neuenstadt einen „sehr hohen Investitionsbedarf mit Großprojekten“ hat. Diese seien zwar realisierbar, gleichzeitig müssten aber künftige Investitionen genau geprüft werden. Die Pflichtaufgaben hätten Priorität. 

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