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Beschluss im Gemeinderat
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Haushalt 2026 in Roigheim: Zuversichtlich, aber mit wenig Spielraum

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Der Roigheimer Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Haushalt für 2026 beschlossen. Eines steht fest: In den kommenden Jahren muss die Kommune einen Sparkurs fahren. 

Priorität in Roigheim habe in den kommenden Jahren die Erfüllung der „Pflichtaufgaben“, sagt Bürgermeisterin Sandra Schöll. Der Gemeinderat hat jüngst den Haushalt für 2026 beschlossen
Priorität in Roigheim habe in den kommenden Jahren die Erfüllung der „Pflichtaufgaben“, sagt Bürgermeisterin Sandra Schöll. Der Gemeinderat hat jüngst den Haushalt für 2026 beschlossen  Foto: Archiv/Daniel Hagmann

„Wir planen zwar mit einem positiven ordentlichen Ergebnis für 2026, der finanzielle Handlungsspielraum unserer Gemeinde ist aber trotzdem sehr eng“, sagt Sandra Schöll und zieht mit Blick auf die Haushaltszahlen ihrer Kommune ein gemischtes Fazit. Schöll ist in der kleinsten Gemeinde im Heilbronner Landkreis Bürgermeisterin sowie Kämmerin in Personalunion und stellt das Zahlenwerk in der jüngsten Gemeinderatssitzung vor.

Der Haushaltsplan für das Jahr 2026 sieht im Gesamtergebnishaushalt ordentliche Erträge von rund 4,5 Millionen Euro vor, im Vorjahr waren es noch knapp 300 000 Euro weniger. Dem gegenüber stehen die ordentlichen Aufwendungen, die sich auf 4,4 Millionen Euro belaufen (2025 waren es rund 55 000 Euro weniger). Die Gemeinde plant also mit einem positiven Ergebnis von 87 100 Euro.

Trotzdem müsse man einen Sparkurs fahren, sagt Sandra Schöll. Ausgaben müssten gekürzt oder gestrichen, Verträge geprüft werden, so die Bürgermeisterin. „Das ist nicht lustig, tut auch manchmal weh. Aber wie bei vielen Kommunen ist die Lage schwierig.“

Personalkosten werden in Roigheim mit Sorge betrachtet

Besonders ins Gewicht bei den Ausgaben schlagen die Personalkosten. Den Anteil mit rund 39 Prozent findet Sandra Schöll „erschreckend“, normal seien zwischen 25 und 27 Prozent. Für das Jahr 2026 sind für diesen Bereich rund 1,7 Millionen Euro veranschlagt, damit liegt man 89 300 Euro über dem Planansatz des Vorjahres.

Als Gründe sieht die Bürgermeisterin die Tariferhöhungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst, beziehungsweise die Besoldungsanpassungen für Beamte, sowie Stellenveränderungen in der Verwaltung. „Der größte Teil fließt in die Kinderbetreuung, daran können und wollen wir nichts ändern“, sagt Siegfried Schwab (Liste Aktives Roigheim).

Berücksichtigt für 2026 sind bei den Personalberechnungen ein Abgang im Bauhof und der neue Bauamtsleiter, der ab März in Roigheim seinen Dienst antritt. „Bei den Kindertageseinrichtungen sind wir froh, dass wir so gutes, langjähriges Personal haben. Und wir müssen auch etwas dafür tun, dass die Angestellten zufrieden sind“, sagt Schöll.

Ein weiterer großer Posten sind die Transferaufwendungen – also Zuweisungen und Zuschüsse an Dritte sowie Umlagen an Land und Landkreis, die in Roigheim für das Jahr 2026 mit rund 1,5 Millionen Euro veranschlagt werden (im Vorjahr waren es 1,3 Millionen Euro).

„2025 haben wir mit 313 661 Euro ein sehr gutes Ergebnis bei der Gewerbesteuer erzielt“, sagt Sandra Schöll, die von Gesprächen mit Gewerbetreibenden berichtet. „Die haben mir gesagt, die nächsten Jahre werden nicht mehr so gut.“ Deshalb habe man für 2026 mit einen „vorsichtigen Ansatz“ von 250 000 Euro geplant. „Die Gewerbesteuer ist eine Diva“, so die Rathauschefin.

Haushalt in Roigheim: Investitionen, aber Konsolidierungskurs

„Auf den überwiegenden Anteil unserer Erträge und Aufwendungen haben wir keinen Einfluss, was unsere Gestaltungsmöglichkeiten stark einschränkt“, sagt Sandra Schöll. Priorität habe deshalb die Erfüllung der „Pflichtaufgaben“. Im Haushalt 2026 sind deshalb auch einige Unterhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen bei Straßen und Feldwegen eingeplant. Dazu kommen Investitionen, etwa in den Bauhof, in das Kanalnetz oder in die Feuerwehr.

„Den eingeschlagenen harten Konsolidierungskurs müssen wir zumindest über unseren Finanzplanungszeitraum bis 2029 weiter verfolgen. Ich bin aber sehr zuversichtlich und hoffe, dass es ab 2030 bergauf geht“, so Schöll. Große Diskussionen gibt es im Roigheimer Gemeinderat nicht, der Haushalt wird einstimmig vom Gremium beschlossen. 

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