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Haushalt 2026 in Langenbrettach: Ernste, aber nicht aussichtslose Lage

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In der jüngsten Gemeinderatssitzung hat die Verwaltung den Haushaltsplanentwurf für 2026 vorgestellt. Klar ist: In Langenbrettach ist in den kommenden Jahren ein Sparkurs notwendig. 

Die Kommune Langenbrettach steht in den kommenden Jahren vor großen finanziellen Herausforderungen.
Die Kommune Langenbrettach steht in den kommenden Jahren vor großen finanziellen Herausforderungen.  Foto: Archiv/Adrian Hoffmann

„Es geht mir darum, ein politisches Signal zu senden, ein Ausrufezeichen. Ein ,Weiter so’ ist nicht mehr möglich“, sagt Langenbrettachs Bürgermeister Timo Natter in der jüngsten Gemeinderatssitzung, in der der Haushaltsplanentwurf der Kommune für 2026 eingebracht wird. „Die globalen Entwicklungen enden nicht an den Grenzen unserer Gemeinde, sondern schlagen sich direkt auf den Haushalt nieder“, so Natter.

Die Kommune stehe in den kommenden Jahren vor großen finanziellen Herausforderungen. „Wir waren bislang ein Stück weit in einer heilen Welt“, sagt dann auch Kämmerin Lena Wagenblast. Doch die Zeiten hätten sich geändert.

Im Gesamtfinanzhaushalt steht für Langenbrettach für 2026 ein Minus von 9,4 Millionen Euro. Die Planungen für die ordentlichen Aufwendungen liegen bei 13,1 Millionen Euro, dem gegenüber stehen Erträge von 12,8 Millionen Euro – und damit ein Minus von 284 400 Euro. „Der Ressourcenverbrauch kann nicht erwirtschaftet werden“, sagt Wagenblast.

Personalkosten sind auch in Langenbrettach hoch

Wie in vielen anderen Kommunen sind es vor allem die Personalkosten, die mit 4,8 Millionen Euro 37 Prozent der Kosten verursachen. Dazu kommen Transferaufwendungen mit 4,5 Millionen Euro, vor allem für die Kreis- und Finanzausgleichsumlage. Auf vieles habe die Kommune wenig bis keinen Einfluss, betont die Kämmerin.

Die Wirtschaft und damit auch die Gewerbesteuer befinde sich in einer instabilen Phase. Nach Höhen und Tiefen plane man bei dieser 2026 mit 2,4 Millionen Euro und damit „vorsichtig optimistisch“.

„Aktuell sieht es so aus, als ob es Langenbrettach in keinem der kommenden Jahre gelingt, den Haushaltsausgleich zu erreichen“, sagt Lena Wagenblast. Die langfristige Finanzplanung der Gemeinde sehe „nicht gut aus“. Man erwarte durchweg negative Ergebnisse zwischen minus 1,5 und 1,8 Millionen Euro.

Doch Wagenblast betont: „Es ist eine Momentaufnahme. Für die Jahre 2027 bis 2029 ist noch nichts in Stein gemeißelt. Der Gemeinderat und die Verwaltung müssen Entscheidungen treffen, so dass man am Ergebnis noch etwas ändern kann.“ Aber: „Wir kommen mit den geplanten Investitionen und dem Geld, das wir momentan auf dem Konto haben, nicht hin.“ Deshalb sei die Aufnahme von Krediten notwendig. Um die Liquidität zu erhalten, müsse man beispielsweise 2027 einen Kredit von 8,4 Millionen Euro aufnehmen, „das wird uns die Rechtsaufsichtsbehörde aber wohl so nicht genehmigen“.

Finanzen in Langenbrettach: Vorhaben ändern oder verschieben

Die Hoffnung liegt für die Gemeinde auf positiv stabilen Gewerbesteuerzahlungen. Man wolle, so weit es möglich ist, Investitionen kritisch prüfen und Prioritäten setzen. Geplante (Groß-)Projekte sind unter anderem die Sanierung der Kita Helmbundweg und der Talhalle, der Straßenbau und der geplante Generationenpark. Man müsse überlegen, so Wagenblast, anstehende Vorhaben zu ändern oder zu verschieben – auch, um mögliche Förderungen oder günstigere Angebote zu erhalten.

„Wir müssen uns künftig fragen: Was darf von der Gemeinde erwartet werden, und was ist auch Eigenverantwortung der Bürger“, so die Kämmerin. „Resignation ist keine Option“, bleibt Bürgermeister Timo Natter zuversichtlich. Die Lage sei ernst, aber nicht aussichtslos, so der Rathauschef. Im März soll der Haushalt im Gemeinderat beschlossen werden.

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