Weniger Hausärzte in Heilbronn: Auch sie haben ein Recht auf Work-Life-Balance
Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass die Versorgung der Hausärzte in Baden-Württemberg im Vergleich schlecht aussieht, auch im Raum Heilbronn. Von jungen Fachkräften mehr Arbeitsstunden zu fordern, löst das Problem aber nicht, meint unsere Autorin.
Baden-Württemberg steht bei der Hausarztversorgung so schlecht da wie kaum ein anderes Bundesland. Die Region Heilbronn bildet da keine Ausnahme. Das ist keine Überraschung, sondern ein Umbruch, der sich seit Jahren abzeichnet.
Für viele ältere Ärzte war die eigene Praxis eine Lebensaufgabe. Jüngere Mediziner können sich damit nicht mehr identifizieren. Sie wünschen sich geregelte Arbeitszeiten. Wer das als mangelnde Einsatzbereitschaft versteht, ist auf dem Holzweg. Vielmehr ist es ein Symptom für einen gesellschaftlichen Wandel, der die Arbeitswelt in ihrer Gesamtheit widerspiegelt.
Hausarztmangel in Heilbronn: Lösungsansätze müssen ausgebaut werden
Work-Life-Balance ist eine Errungenschaft, auf die jeder Mensch ein Recht haben sollte – auch und gerade in körperlich und mental herausfordernden Berufsfeldern. Dass viele ältere Ärzte vor der Rente stehen, ist ein strukturelles, demografisches Problem. Personell ist das kaum auszugleichen. Man kann von den jungen Fachkräften nicht verlangen, einfach mehr zu arbeiten.
Es braucht effizientere Prozesse, besser gesteuerte Patientenströme und vor allem weniger Bürokratie. Nicht für alles ist ein persönlicher Termin nötig. Die Ansätze sind da, zum Beispiel das E-Rezept, die digitale Krankschreibung und Telemedizin. Diese Optionen müssen besser ausgebaut und genutzt werden.
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