Stimme+
Hausdirektorin wechselt

Nach über 25 Jahren: Leitungswechsel im Haus Zabergäu in Brackenheim 

   | 
Lesezeit  2 Min
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

Nach über 25 Jahre verabschiedet sich Lilli Haldenwanger und übergibt die Leitung vom Haus Zabergäu an Kerstin Wulle. Die Pflegeeinrichtung in Brackenheim gibt es seit 50 Jahren.

Kerstin Wulle (links) übernimmt die Hausdirektion der Pflegeeinrichtung Haus Zabergäu von Lilli Haldenwanger, die das Haus über 25 Jahre geleitet hat.
Kerstin Wulle (links) übernimmt die Hausdirektion der Pflegeeinrichtung Haus Zabergäu von Lilli Haldenwanger, die das Haus über 25 Jahre geleitet hat.  Foto: Klara Landes

Nach 25,5 Jahren gibt Lilli Haldenwanger die Leitung im Haus Zabergäu ab. Was sie nun vorhat? „Nichts und reisen“, erklärt die 64-Jährige und schmunzelt. Ein bisschen schwer falle ihr der Abschied schon, erklärt Haldenwanger. „Ich freue mich auf keine Termine mehr, auf keine tiefschürfenden Gespräche“, sagt sie – darauf, ungebunden zu sein. 

Lilli Haldenwanger gibt Hausdirektion von Haus Zabergäu an Kerstin Wulle weiter

40 Jahre arbeitete Haldenwanger bei der evangelischen Heimstiftung, 1986 begann ihre Laufbahn in Besigheim mit einem Anerkennungspraktikum. „Dann war ich relativ schnell Wohnbereichsleitung.“ Später wurde die Frau aus Großbottwar Pflegedienstleitung. Sie sei gefragt worden, ob sie in Brackenheim arbeiten möchte. So wechselte Haldenwanger im Oktober 2000 in das Haus Zabergäu und war zuletzt für 140 Mitarbeiter, 115 Bewohner und zusätzlich acht betreute Wohnungen zuständig. 

Dabei hatte Lilli Haldenwanger ursprünglich gar keinen Pflegeberuf ergriffen – sie lernte Polsterin. Als die Firma, in der sie damals arbeitete, bankrott ging, legte man ihr auf dem Arbeitsamt nahe, einen anderen Beruf zu erlernen, erzählt die 64-Jährige. Sie geht in Rente und überlässt ab 1. Mai das Feld Kerstin Wulle. Haldenwangers Rat an ihre Nachfolgerin: „Die Mitarbeiter im Auge behalten, deren Stimmung“, spricht sie das Arbeitsklima als wichtigen Faktor an.

Leitungswechsel in Pflegeeinrichtung in Brackenheim: Neue Hausdirektorin in Haus Zabergäu

Die 48-jährige Wulle aus Walheim ist seit 18 Jahren bei der evangelischen Heimstiftung und hatte seit 2016 die Hausdirektion in Walheim und Ingersheim inne. „Ich bin sehr froh, dass Frau Wulle sich beworben hat und es auch geworden ist“, sagt Regionaldirektorin Sarah Setzer. Von den Einrichtungen, für die sie im Stadt- und Landkreis Heilbronn sowie im angrenzenden Raum zuständig ist, sei Brackenheim die größte. Es sei traurig, dass Haldenwanger gehe, aber auch schön, dass durch die Erfahrung Wulles das Haus in guten Händen sei.

Und die neue Hausdirektorin für Brackenheim ist auch schon bereit: „Ich freue mich wirklich, dass es jetzt losgehen darf.“ Die Fußstapfen, die ihre Vorgängerin hinterlasse, seien so groß, dass sie „ihre eigenen“ machen müsse. Doch zunächst werde sie ankommen und schauen, wie es hier läuft. „Kennenlernen ist erst mal das Wichtigste.“ 

Größte Pflegeeinrichtung im Zabergäu: Bürgermeister Csaszar lobt Arbeit von Haus Zabergäu

Für Wulle begann der Weg in die Pflege mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr 1995, daraufhin fing sie ihre Ausbildung in Backnang an. „Als das Pflegeheim in Walheim gebaut wurde, bin ich 2008 als Fachkraft eingestiegen.“ Später wurde sie Wohnbereichs- und Pflegedienstleitung. Die Sinnhaftigkeit des Berufs und das Privileg, die Menschen an ihrem Lebensende zu begleiten, das seien Dinge, warum sie in der Pflege geblieben sei. „Der Umgang mit den Menschen“, ergänzt Haldenwanger und die Abwechslung etwa, seien für sie selbst Gründe gewesen. 

Das Haus leiste tolle Arbeit, lobt Brackenheims Bürgermeister Thomas Csaszar, die Bewohner würden sich hier wohlfühlen. „Das Haus Zabergäu ist die größte Pflegeeinrichtung hier im Zabergäu“, erklärt er. Viele Bürger der Stadt seien hier im Alter untergebracht. Und die Einrichtung sei auch einer der größten Arbeitgeber. 

50 Jahre Haus Zabergäu: Pflegeeinrichtung in Brackenheim seit 1976 bewohnt

Seit mittlerweile 50 Jahren gibt es den Standort der evangelischen Heimstiftung in Brackenheim. Im Mai 1974 wurde der Grundstein gelegt, am 2. Januar 1976 zogen die ersten zwölf Bewohner ein. 2002 erfolgte der Spatenstich für den Neubau, der zwei Jahre später fertiggestellt wurde. Daraufhin wurde das Haus bis 2007 generalsaniert. In dem Zuge wurden die Zimmer auch hauptsächlich nur noch mit einem Bett ausgestattet. Derzeit steht das Thema Personalbemessungssystem im Raum, das deutschlandweite Vorgaben zum Personaleinsatz macht und in den kommenden Jahren umgesetzt werden soll, erklärt Setzer. 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben