Ausstellung im Rathaus Schwaigern: Hartmut Wolff bringt mit Acryl Emotionen auf die Leinwand
Im Rathaus zeigt der Künstler aus Schwaigern 27 seiner abstrakten Werke. Inspiration holt sich der sportbegeisterte Hartmut Wolff etwa aus der Natur. Am 30. April ist die Vernissage.

Irgendwo müsse es schon immer in ihm geschlummert haben, vermutet Hartmut Wolff. Dass er einmal Künstler wird, das hätte er früher aber nicht gedacht. „Das hat niemand gedacht“, sagt der Schwaigerner. Hier ist er geboren, hier lebt er und hier im Rathaus stellt Wolff von Donnerstag, 30. April, bis Mittwoch, 11. Juni, seine Werke aus. Eröffnet wird die Ausstellung um 18 Uhr mit einem Sektempfang.
27 seiner Bilder hängen auf drei Etagen und zeigen abstrakte Acrylmalerei. Auf die Leinwände bringt der 72-Jährige Emotionen, zentrale Themen sind zudem die Natur und Kontraste. „Ich bin jetzt kein Künstler, der politisch etwas ausdrücken will“, erklärt Wolff. Ihn begeistere besonders die Freiheit. „Ich kann machen, was ich will.“ Überall gebe es Limits. Beim Malen aber sind ihm keine Grenzen gesetzt.
Bilder mit Acrylfarbe: Künstler aus Schwaigern zeigt abstrakte Kunst im Rathaus
Früher arbeitete er als Fernmeldetechniker, später schulte er auf Fitnesstrainer um. Er nahm an zahlreichen Triathlons teil, nahm an nationalen und internationalen Meisterschaften teil und war durch den Sport viel in der Natur unterwegs. Etwa im Spätjahr, wenn die Sonnenblumen herunterknicken und dunkler werden – das habe ihn inspiriert. Vor sechs oder sieben Jahren fing er an, mit Aquarell zu malen. Ungefähr ein Jahr später sei er bereits auf Acryl umgestiegen und habe begonnen, größere Bilder zu malen. „Dann bin ich immer mehr ins Abstrakte gegangen.“ Zum Schluss seien es nur noch Farben gewesen. Bei manchen Werken erkennt man das Motiv am Titel, andere wirken mit ihren Farben und Strukturen auf den Betrachter.
Künstler Hartmut Wolff stellt 27 seiner Werke im Rathaus Schwaigern aus
„Die Strukturen mache ich mit Acryl-Spachtelmasse“, erklärt Wolff. Die trage er gerne mit einem großen Spachtel auf. Doch das macht er nicht bei jedem seiner Bilder. „Die Farben müssen stimmen, dann überlege ich, ob Struktur passt“, sagt der Schwaigerner über den Prozess. In aller Regel fertige er aber zuerst eine Skizze an. In seinem Atelier verbringt er viel Zeit. „Es kann sein, dass ich da den ganzen Tag rumwurschtle“, sagt Wolff. Die meisten Einfälle habe er morgens. Und wenn er einmal keine Lust habe, dann male er eben nicht.
Seinen Lebensunterhalt finanziert Wolff durch seine Rente. Von der Kunst, erklärt er, könnte er nicht leben, das schaffen nur sehr wenige. Freuen würde er sich aber dennoch, wenn er bei der Ausstellung ein oder zwei Bilder verkaufen kann. So könne er die Unkosten decken. Alleine der Keilrahmen und der Rahmen kosten wenige hunderte Euro, hinzu kommen Materialien und Arbeitszeit, erzählt Wolff. In seinem Werk „Drachenblut“ beispielsweise stecken acht bis zehn Stunden Arbeit.
Triathlet und Künstler: Hartmut Wolff aus Schwaigern malt abstrakte Acrylbilder
Beigebracht hat sich der Künstler aus Schwaigern alles selbst. Das kreative Schaffen ist aber nicht ganz neu gewesen für ihn. „Meine Mutter hat früher auch bisschen Kunst gemacht.“ Und sein Bruder ist ebenfalls Künstler.
Es bereite Hartmut Wolff Freude, seine Kunst zu zeigen. „Das will ich auch nicht im Verborgenen halten, das kommt vom Sport“, vermutet der 72-Jährige. Dort zeige man seine Leistungen und Erfolge auch gerne. Und trotzdem, verkauft er ein Stück, dann „reist das ein Stück von mir raus“. All seine Werke sind Unikate, genauso bekomme er sie nicht noch einmal hin. Und es gibt ein Werk, das stellt er gar nicht aus, das ist sein persönliches Bild, erklärt Wolff. Was er mit diesem Bild verbinde, das möchte er nicht sagen.
Die Werke, die Wolff aber zeigt, sind nicht nur im Rathaus in Schwaigern und auf dem Instagram-Account des Künstlers zu sehen. In diesem Jahr stellt er auch zum dritten Mal auf der Arte Kunstmesse auf der Burg Stettenfels aus. Und auch in Zukunft erhofft er sich, an weiteren Ausstellungen teilzunehmen. Große Bilder möchte er malen, ausdrucksstark. „Ob ich dabei berühmt werde, weiß ich nicht.“
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