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Hardthausen kann laufenden Betrieb kaum bezahlen - Bürgermeister fordert Reformen

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Der Gemeinderat verabschiedet den Haushalt 2026. Ab 2027 sieht es jedoch „schaurig“ aus, sagt die Kämmerin. 

Eine der größten Investitionen im Haushaltsjahr 2026 ist der Neubau der Feuerwehr in Gochsen.
Eine der größten Investitionen im Haushaltsjahr 2026 ist der Neubau der Feuerwehr in Gochsen.  Foto: Seidel, Ralf

Trotz der finanziell angespannten Lage, betonte Kämmerin Susanne Heuser in der Gemeinderatssutzung: „Hardthausen geht es gut, wir haben wunderbare Standards geschaffen.“ Das sei positiv, auch wenn die nächsten Jahre beim Blick in den Finanzplan „schaurig aussehen“. Der Haushalt 2026, den der Gemeinderat einstimmig verabschiedete, weist ein Defizit von 1,19 Millionen Euro im ordentlichen Ergebnis aus.

Gemeinde könnte an höheren Hebesätzen nicht vorbeikommen 

Noch kann die Gemeinde das Minus mit Rücklagen ausgeglichen. „Ab 2027 haben wir aber ein Problem“, sagt die Kämmerin. Hauptgrund für die gravierende Verschlechterung ist der Rückgang der Schlüsselzuweisungen des Landes, während gleichzeitig die zu leistenden Umlagen an das Land und den Landkreis stiegen. Man müsse die Entwicklungen beobachten und im Herbst überlegen, wie es weitergeht. Der laufende Betrieb sei das, was am meisten „schmerzt“. Hier seien die Kosten hoch und das Geld knapp. Im Haushaltsplan steht deshalb ganz klar, dass Hebesatzerhöhungen möglich sind. Zudem sei eine konsequentere Aufgabenkritik nötig. 

Während der laufende Betrieb kaum zu stemmen ist, gibt es für Investitionen sogar zusätzliches Geld. Drei Millionen Euro bekommt die Gemeinde aus einem Sondervermögen des Landes. Das fließt laut Heuser unter anderem in den Bau des neuen Feuerwehrhauses in Gochsen und in die Sanierung der Gemeindehalle in Lampoldshausen. Abzüglich dieser drei Millionen Euro, plant Hardthausen mit 2,4 Millionen Euro an Investitionsbedarf bis 2029 ein.

Zusätzliche Schulden sind im Laufe des Jahres notwendig

In diesem Zeitraum sind theoretisch auch drei Millionen Euro an Kreditaufnahmen möglich, 1,7 Millionen allein in diesem Jahr. Wann und in welcher Höhe ein Kredit aufgenommen wird, hängt davon ab, wann die 2026 geplanten Baumaßnahmen begonnen werden können und wie die eingeplanten Zuschussmittel fließen, heißt es im Haushaltsplan. Ohne Zuschüsse wären die geplanten Investitionen gar nicht möglich.  

Bürgermeister Thomas Einfalt forderte erneut Reformen und „ausfinanzierte Vorgaben“. Auch die Kämmerin betonte, dass es noch nie so viele gesetzliche Verpflichtungen gegeben habe, die nicht nicht entsprechend mit Geld von Land oder Bund finanziert worden wären. „Unser Einfluss ist begrenzt“, betonte Einfalt. Deshalb könne man auch nicht davon ausgehen, dass alle Vorhaben, die jetzt im Finanzplan bis 2029 stünden, auch umgesetzt würden. „Wir müssen die Lage jedes Jahr neu bewerten.“

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