Birgit Bordt hat während ihrer Tour auf den Kilimandscharo Spenden für die SLK-Stiftung „Große Hilfe für kleine Helden“ gesammelt, sowie für die Kinderhilfsaktion Herzenssache des SWR und die Hubert-Schwarz-Stiftung, die Schulen in Tansania baut. Als sie nach ihrer Reise aufs Konto geschaut hat, sei sie erst enttäuscht gewesen. Aber sie wisse jetzt, dass manche erst spenden wollten, wenn sie wieder da ist. Eine Summe möchte sie deshalb noch nicht bekanntgeben, plant aber eine Spendenübergabe im April. Wer noch spenden möchte, kann sich per E-Mail (baer1967@gmx.net) oder Instagram (birgitbordt) an Birgit Bordt wenden.
Trotz Sturz: Birgit Bordt hat es auf den Kilimandscharo geschafft
Hardthäuserin besteigt den höchsten Berg Afrikas. Kurz hatte sie allerdings Angst, der Traum wäre vorbei.



Es lief nicht alles rund, am Ende stand Birgit Bordt aber am Gipfel des Kilimandscharo und war einfach nur glücklich. „Der Sonnenaufgang war so gigantisch“, schwärmt sie. Alle Anstrengung habe sich gelohnt. Dabei dachte sie am vierten Tag – zwei Tage vor der letzten Etappe – die Reise wäre für sie vorbei.
Beim Sturz aufs Gesicht hat es laut geknackt
Sie war auf dem Lava Tower, einem circa 100 Meter hohen Vulkanschlot aus erstarrtem Lavafels, der auf rund 4.600 Metern Höhe am Kilimandscharo liegt. Auf dem Weg nach unten stürzte Birgit Bordt und krachte mit dem Gesicht auf einen Stein. „Ich habe es Knacken gehört und dachte, meine ganze Gesichtshälfte ist kaputt.“ Schnell stellte sich aber heraus, dass es nur die Brille war, die das Geräusch verursacht hatte. Neben dem Gesicht hatte auch das Schienbein etwas abgekriegt. „Es war dann aber nicht so schlimm.“
Das war bereits der zweite Dämpfer, den die Hardthäuserin auf ihrer Reise erleben musste. Zugesetzt hatte ihr auch der Abschied von Hubert Schwarz, dem Bergführer, über den sie die Gruppen-Tour gebucht hatte. Der 70-Jährige war bereits 40 Mal auf dem Kilimandscharo. Diesmal ging es ihm aber nicht gut. Er war bereits krank angekommen, berichtet Birgit Bordt. „Nachts hat er viel gehustet.“ Die ersten Etappen fielen ihm sichtlich schwer.
Der Bergführer der Kilimandscharo-Tour muss nach drei Tagen abbrechen
Am dritten Tag musste er abbrechen. „Es gab einen tränenreichen Abschied.“ Sie habe im Vorfeld viel mit ihm telefoniert und sich mit ihm sicher gefühlt. Als Ersatz sprang der Arzt ein, der die Gruppe begleitete. Auch andere Teilnehmer der zwölfköpfigen Gruppe mussten aus gesundheitlichen Gründen abbrechen.
Birgit Bordt steckte die Belastung und die Höhe jedoch gut weg. Auch ihre Blessuren vom Sturz schränkten sie nicht weiter ein. Sie ist sich sicher: Ihr Fitness- und Höhentraining hat sie perfekt auf die langen Wege und den Aufstieg vorbereitet.
Auf der letzten Etappe frieren selbst heiße Getränke in der Thermoskanne ein
Die letzte Etappe hatte es aber trotzdem in sich. Um 23 Uhr wurde die Gruppe geweckt, nach einem Frühstück ging es los. „Uns erwartete ein Schneesturm. Das war der Wahnsinn.“ Es war so kalt, dass ihre Thermoskannen mit heißen Getränken eingefroren war. „Auch meine Brille war zugefroren, ich habe nichts gesehen.“ Sie hätten sich bewegt wie bei einer Mondmission – „ganz schwerfällig, ein Schritt nach dem anderen.“
In sechs Tagen hat sich die Gruppe nach oben gearbeitet. Immer begleitet von rund 60 Personen, die Zelte, Lebensmittel, Toilettenhäuschen, Stühle und alles, was auf der Tour benötigt wurde, hochtrugen. „Wir hatten nur einen leichten Tagesrucksack auf dem Rücken“, berichtet Birgit Bordt. Die Verpflegung am Berg sei „unfassbar gut“ gewesen. Sie sei überrascht gewesen, was das Team alles gekocht habe. „Es gab Pizza, Hähnchen mit Pommes, immer frischen Salat und Obst, Pfannkuchen. Das war der Wahnsinn.“
Der Zeh ist seit dem Abstieg vom Kilimandscharo blau
Der Rückweg nach unten dauerte zwei Tage. „Das hat mein Zeh mir übel genommen“, erzählt Birgit Bordt. Sie habe eine Riesenblase gehabt, die ihr bis heute Probleme mache. Birgit Bordt ist nach einer Safari und einem Urlaub in Sansibar seit Ende Januar wieder zu Hause. Der Zeh ist immer noch blau und der Nagel wird sich wohl ablösen, erzählt sie. Das Gesicht sei aber gut verheilt.
Ihrer Familie hatte sie von ihrem Sturz gar nichts erzählt. Bei einem Facetime-Anruf mit ihrem Mann habe sie die Gesichtshälfte versteckt. Die Kommunikation sei insgesamt aber ohnehin schwierig gewesen, was ihre Familie belastet habe. „Mein Mann war verzweifelt, als ich mich nicht gemeldet habe.“ Er habe die Agentur kontaktiert und auch ihre Tochter habe herumtelefoniert und ihr geschrieben: „Mama, bitte melde dich, wir machen uns Sorgen.“ Das las Birgit Bordt aber erst viel später. „Ich hätte sagen sollen, dass ich mich erst wieder nach neun Tagen melde“, weiß sie heute. Jetzt bleibe sie erst einmal zu Hause und fahre nicht mehr ohne ihren Mann weg. Auch wenn sie bereits mit einer Reise nach Nepal liebäugele. Vielleicht wird das ihr nächstes Abenteuer.

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