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Straßenkunst-Festival

Gute Laune in der City: Clownerie und Akrobatik zur besten Einkaufszeit

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Beim fünften Heilbronner Straßenkunst-Festival am Samstag, 17. Mai, zeigten 15 nationale und internationale Ensembles ihr Können. Nicht nur die Künstler waren gut aufgelegt.

Beim Straßenkunstfestival in der Heilbronner Innenstadt begeistert Herr Konrad alias Philipp Marth aus Hamburg sein Publikum mit Comedy und Jonglage auf dem Hochrad.
Beim Straßenkunstfestival in der Heilbronner Innenstadt begeistert Herr Konrad alias Philipp Marth aus Hamburg sein Publikum mit Comedy und Jonglage auf dem Hochrad.  Foto: Berger, Mario

Heilbronner Straßenkunst-Festivals wurde die Innenstadt am Samstag einmal mehr zur Bühne. 15 Ensembles aus Deutschland und dem Ausland sorgten zur besten Einkaufszeit für gute Unterhaltung bei den Passanten. „Wir möchten die Innenstadt als lebendigen Treffpunkt neu erlebbar machen“, sagte Irina Guzina, City-Managerin in der Heilbronner Marketing GmbH (HMG).

Bei Akrobatik, Jonglage, Clownerie und Musik bildeten sich von mittags bis abends immer wieder Menschentrauben rund um die professionellen Ensembles. Ausgesucht hatten sich die Organisatoren dafür sieben Spielorte zwischen Kiliansplatz, Nikolaikirche, Hafenmarktturm und Neckarbühne. Die Künstler gaben sich im Halb-Stunden-Takt die Klinke in die Hand. Sogenannte Walkings-Acts, wie etwa ein scheinbar kopfloser Mann mit Hut sorgten bei den Passanten immer wieder für Verblüffung.

Niederschwellig und nahbar: Die Künstler waren bestens aufgelegt. Das Publikum banden sie immer wieder in ihre Show ein. Regelrecht wie von der Tarantel gestochen präsentierten sich etwa die Twins’ Trip aus Argentinien. Sie zündeten auf dem Kiliansplatz ein Feuerwerk der guten Laune.

Herr Konrad findet das Heilbronner Publikum großartig

Zum Lachen brachte auch Herr Konrad sein Publikum mit Comedy und Jonglage. Seit 40 Jahren ist Herr Konrad, der mit bürgerlichen Namen Philipp Marth heißt, im Geschäft. Seit etwa 30 Jahren betreibt er seine Auftritte hauptberuflich – im Sommer auf der Straße, im Winter in Varietés. Das Heilbronner Publikum finde er „großartig“, sagte Herr Konrad. Die Taktung sei allerdings ein wenig zu eng. „In 30 Minuten das Programm durchzubringen, wird schon ein bisschen hektisch.“

Mit Körperbeherrschung und Muskelkraft legten die Sway-Sisters aus Stuttgart akrobatische Einlagen hin.
Mit Körperbeherrschung und Muskelkraft legten die Sway-Sisters aus Stuttgart akrobatische Einlagen hin.  Foto: Berger, Mario

„Wir wollen den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern“, sagte die City-Managerin. Die Veranstaltung sei „eine schöne Verbindung“ zwischen einem Besuch in der Innenstadt und Unterhaltung. Mit den großen Veranstaltungen in der City sei das Straßenkunst-Festival zwar nicht zu vergleichen. „Aber es ist schon mehr als ein ganz normaler Samstag“, so Irina Guzina. Ziel sei es, die Innenstadt zu beleben.

Stuttgarterin kommt wegen des Festivals zum ersten Mal nach Heilbronn

Eine 48 Jahre alte Stuttgarterin ist an diesem Samstag zum ersten Mal in Heilbronn. Ihren Namen will sie nicht nennen. Daraus, dass sie eigens wegen des Straßenkunst-Festivals und der Veranstaltung „Wein im Berg“ von der Landeshauptstadt nach Heilbronn gekommen ist, macht sie aber kein Geheimnis. „Ich liebe das“, sagt sie. Und ihr erster Eindruck von Heilbronn? „Ganz ehrlich: es ist eine ganz normale Kleinstadt“, sagt die Stuttgarterin.

Die Twins’ Trip bezogen bei ihrer Jonglage und Clownerie auch das Publikum mit in die Show ein.
Die Twins’ Trip bezogen bei ihrer Jonglage und Clownerie auch das Publikum mit in die Show ein.  Foto: Berger, Mario

Vom Festival nichts gewusst hat dagegen Julia Lang aus Bad Rappenau. Sie kommt zum Shoppen nach Heilbronn. „In Bad Rappenau gibt es zu wenige Angebote“, sagt sie. Dass die Künstler zeigen, was in ihnen steckt, kommt der Bad Rappenauerin gelegen. „Und wenn das Wetter passt, ist es umso schöner.“ Das meint auch ihre Schwester Hanna Schweiger. Auch sie kommt aus Bad Rappenau, um einzukaufen.

Kraftvolle Akrobatik vor der Nikolaikirche und Singen gegen Glockengeläute

Während die beiden genüsslich in ihre Waffeln beißen, zeigen die Sway-Sisters aus Stuttgart kraftvolle Akrobatik vor der Nikolaikirche und Gitarrist und Sänger Max Paul gibt alles, um in der Kirchbrunnenstraße gegen das Glockengeläute der Kilianskirche anzukommen.

Zum inzwischen fünften Mal sorgte das Straßenkunst-Festival am Samstag für gute Unterhaltung in der Heilbronner Innenstadt. Erwachsen ist es aus der Kulturinitiative 2022. Ein Jahr später ging das Festival an den Start. „Wir brauchten mehr Anziehungskraft und mussten eine solche Veranstaltung auch breiter bewerben“, sagt Irina Guzina, Citymanagerin bei der HMG. Seitdem findet das Straßenkunst-Festival zweimal jährlich statt. Der nächste Termin ist für Juli vorgesehen.

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