Buckelpiste zwischen Güglingen und Sachsenheim: Land plant umfangreiche Erneuerung der L1110
Seit langem wird der schlechte Zustand der Strecke zwischen Eibensbach und Ochsenbach bemängelt, nun soll sie gerichtet werden. Die Bauarbeiten könnten schon 2025 beginnen. Auch der Abschnitt zwischen Güglingen und Kleingartach könnte saniert werden.

Immer wieder Schlaglöcher, fehlender Belag an vielen Stellen und eine Tempobegrenzung auf 50 km/h wegen Straßenschäden: Die L1110 von Güglingen-Eibensbach nach Ochsenbach (Sachsenheim) ist nur eines von vielen Beispielen für die marode Straßeninfrastruktur in Deutschland. Auch der Abschnitt zwischen Güglingen und Kleingartach befindet sich in einem schlechten Zustand.
Firmen melden schlechten Zustand an Stadt Güglingen
Seit Jahren wird die Situation der beiden Landesstraßen im Zabergäu kritisiert. „Wir hören immer wieder von ortsansässigen Firmen, dass diese Strecken in einem katastrophalen Zustand sind“, bestätigt Güglingens Bauamtsleiter Edwin Gohm. Wie groß der Wunsch nach einer Sanierung sei, zeige sich insbesondere dann, wenn die Straße gesperrt ist – sei es für Baumpflegearbeiten oder, wie aktuell zwischen Eibensbach und Ochsenbach, für Vermessungsarbeiten. „Viele hoffen dann, dass endlich etwas passiert und die Straße saniert wird“, so Gohm.
Die Stadt Güglingen habe das Land mehrfach auf den schlechten Zustand der Landesstraßen hingewiesen und Druck ausgeübt, berichtet der Bauamtsleiter. Denn zuständig für die Erfassung und Bewertung des Straßenzustands ist das Verkehrsministerium Baden-Württemberg. Die Verantwortung für die bauliche Erhaltung liegt beim Regierungspräsidium Stuttgart mit der Außenstelle Heilbronn.
Die Planungen liegen schon beim Ingenieursbüro
Nun gibt es gute Nachrichten: „Das Regierungspräsidium Stuttgart plant derzeit die Sanierung der L1110 zwischen Eibensbach und Ochsenbach“, das teilt ein Sprecher auf Stimme-Nachfrage mit. Konkret sind die Erneuerung der gesamten Fahrbahndecke, die Instandsetzung von Stützwänden, die Erneuerung der Straßenausstattung sowie die Verbesserung der Straßenentwässerung vorgesehen. „Wann die Arbeiten beginnen und wie lange sie dauern, können wir aktuell nicht sagen.“
Die Planungen für die Maßnahme liegen derzeit bei einem beauftragten Ingenieurbüro. Konkretere Aussagen seien in dieser frühen Phase nicht möglich, so die Pressestelle. Allerdings sei es nicht unwahrscheinlich, dass die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen, erklärt das Verkehrsministerium. Die Stadt Güglingen begrüßt die geplante Sanierung, so Edwin Gohm.
Für den Abschnitt der L 1110 zwischen Güglingen und Kleingartach stellt das Regierungspräsidium zwar „bereichsweise Erhaltungsbedürftigkeit“ fest, doch ein Sanierungszeitraum steht nicht fest. Im aktuellen Erhaltungsprogramm bis 2025 ist dieser Abschnitt nicht enthalten, da die notwendigen Haushaltsmittel fehlen. „Wie es ab 2026 weitergeht, können wir noch nicht sagen“, teilt die Pressestelle mit.
Alle vier Jahre erfasst das Land den Zustand der Straßen
Das Erhaltungsprogramm wird auf Basis der alle vier Jahre stattfindenden Zustandserfassung und -bewertung (ZEB) der Landesstraßen erstellt, zuletzt im Jahr 2021. Die Straßenbauverwaltung hat daraufhin ein Erhaltungsmanagement für die Jahre 2022 bis 2025 aufgestellt, das sich an den verfügbaren Haushaltsmitteln und durchschnittlichen Kosten für Erhaltungsmaßnahmen orientiert.
Aufgrund des allgemeinen Straßenzustands der L1110 zwischen Güglingen und Kleingartach wurden jedoch Voruntersuchungen zum Baugrund veranlasst und eine erste Sanierungsplanung erstellt. Die nächste Zustandserfassung und -bewertung ist für dieses Jahr vorgesehen. Sollte der betroffene Streckenabschnitt ins Erhaltungsprogramm aufgenommen werden, könnte eine Sanierung innerhalb der Programmlaufzeit erfolgen.
Neue Ortsumfahrung führt zu Umwidmung
Im Dezember 2024 wurde die lang ersehnte Ortsumfahrung der L 1103 zwischen Pfaffenhofen und Güglingen fertiggestellt. Nach Ansicht des Landes bringt die neue Umfahrung eine deutliche Verkehrsentlastung, reduziert Lärm und senkt die Schadstoffbelastung. Zudem ergeben sich für beide Kommunen neue Gestaltungsmöglichkeiten entlang der alten Ortsdurchfahrten.
Mit der Fertigstellung einer Ortsumgehung werden bestehende Landesstraßen oft herabgestuft und in die Zuständigkeit der jeweiligen Kommune überführt. Dies ist eine gängige Praxis, um die Zuständigkeiten „an die veränderte Verkehrssituation anzupassen und den Kommunen mehr Gestaltungsspielraum für die innerörtliche Verkehrsplanung und Stadtentwicklung zu geben“, heißt es auf der Webseite des Landes.
In Güglingen soll die Maulbronner Straße per Gemeinderatsbeschluss von einer Landes- zur Gemeindestraße umgewidmet werden. Dadurch würde die Stadt für deren Unterhalt und Sanierung verantwortlich. Solche Umwidmungen sind oft Teil der Planungen und erfolgen in Abstimmung mit den Kommunen. Sie bieten Chancen für die Neugestaltung, bringen aber auch finanzielle Belastungen mit sich.
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Stimme.de
Kommentare
Veronika Heip am 31.03.2025 16:02 Uhr
Das ist wirklich eine Überraschung. Auf meine Nachfrage beim noch amtierenden Bürgermeister kam die Aussage, dass die Straße zwischen Eibensbach und Ochsenbach noch gut befahrbar wäre.
So ändern sich die Dinge.
Drücken wir die Daumen, dass das Projekt auch umgesetzt wird.