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Bürgermeisterwahl in Güglingen

Rücktritt von Ulrich Heckmann: Gemeinderäte zeigen sich überrascht

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Amtsinhaber Ulrich Heckmann hat seine Kandidatur für die Bürgermeisterwahl zurückgezogen. Für die Gemeinderats-Fraktionen kommt die Entscheidung unterwartet. Das sagen sie zu den Vorwürfen. 

Im Güglingen ist am 16. Februar 2025 Bürgermeisterwahl.
Foto: Archiv/Veigel
Im Güglingen ist am 16. Februar 2025 Bürgermeisterwahl. Foto: Archiv/Veigel  Foto: Veigel\, Andreas

In Güglingen hat der Bürgermeister-Wahlkampf eine unerwartete Wendung genommen: Amtsinhaber Ulrich Heckmann hat seine Kandidatur zurückgezogen (wir berichteten). Er habe keine Kraft für den Wahlkampf, sagte Heckmann in einer Gemeinderatssitzung. Als Gründe nannte er unter anderem die von Misstrauen und fehlendem Respekt geprägte Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat.

In einem exklusiven Stimme-Interview warf Heckmann außerdem Bürgermeisterkandidat Michael Tauch vor, dass dieser seine Kandidatur geplant hatte, bevor sein Mann im Rathaus angestellt wurde. Für Ulrich Heckmann stellt das einen Vertrauensbruch dar. Michael Tauch hat die Vorwürfe auf Nachfrage entschieden zurückgewiesen.

Neue Liste will sich nicht an „Schlammschlacht“ beteiligen

Für die Fraktionen im Gemeinderat kam Ulrich Heckmanns Rückzug überraschend. Auf einzelne Vorwürfe möchte er nicht eingehen, teilt Frank Naffin, Sprecher der Neuen Liste (NL), mit: „Für diese Schlammschlacht stehe ich nicht zur Verfügung.“

Die Fraktion wolle ihre Arbeit im Gemeinderat „mit der gleichen Professionalität wie bisher bis zum Ende der Amtszeit von Herrn Heckmann fortsetzen“. Noch bis Mai 2025 bleibt Heckmann im Amt. Gleichzeitig freue sich die NL-Fraktion „auf die Zusammenarbeit mit dem künftigen Amtsträger“.

FUW-Vorsitzender Xander: „Halte Vorwurf für nicht gerechtfertigt“

Auch die Freie Unabhängige Wählervereinigung (FUW) bestätigt, von Heckmanns Rückzug überrascht worden zu sein. Falls der Bürgermeister „tatsächlich schon zu Jahresbeginn eine Bewerbung von Herrn Tauch für möglich hielt, wundert mich die Einstellung dessen Ehemanns im Sommer“, sagt Vorsitzender Markus Xander. „Daraus nun Herrn Tauch einen Vorwurf zu machen, halte ich für nicht gerechtfertigt.“

Die Vorwürfe gegenüber dem Gemeinderat seien nicht neu: „Die FUW war und ist immer an einer sachlichen Diskussion interessiert.“

Bürgerunion wünscht sich künftig mehr Zusammenhalt im Gemeinderat

Er könne die Belastung als Grund für Ulrich Heckmanns Rückzug nachvollziehen, auch dass der Frust aus der Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat rührt, sagt Joachim Esenwein (Bürgerunion). „Ich hätte aber nicht damit gerechnet, dass er diesen Schritt geht.“ Auf ihn habe der Bürgermeister im Anschluss an dessen Erklärung gelassen und erleichtert gewirkt.

In nahezu acht Jahren Amtszeit habe Ulrich Heckmann immer wieder versucht, politische Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat zu finden, sagt Esenwein. Der Bürgermeister habe Schlüsselentscheidungen im Rat treffen wollen, die aus seiner Sicht „im Nachhinein richtig“ waren – etwa die neue Kita nicht in Frauenzimmern bauen zu wollen. „Aber er konnte die Entscheidung im Gemeinderat nicht durchbringen.“

Für die Zukunft hofft Esenwein, dass „nicht nur meine Fraktion daran denkt, dass wir im Gremium mehr zusammenarbeiten“. Der Gemeinderat müsse mehrheitsfähiger werden. „Wir müssen über Fraktionsgrenzen hinweg miteinander reden und mehr im Vorfeld abklären. Alles andere ist nicht zielführend“, sagt Esenwein, der sich wünscht, dass noch weitere Bewerberinnen und Bewerber in den Bürgermeister-Wahlkampf einsteigen, „damit die Güglinger eine echte Wahl haben“.

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