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Obst, Gemüse und Kräuter

Annette Kaufmann ist die „Gsälzfee“: Aus ihrem Garten in Schwaigern kommen nicht nur Fruchtaufstriche

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In ihrem bunten Garten wächst allerlei. Als „Gsälzfee“ kreiert die gebürtige Heilbronnerin verschiedenste Produkten. Die verkauft sie dann auch auf kleinen Märkten in der Region.

Annette Kaufmann stellt aus Obst, Gemüse und Kräutern verschiedenste Produkte her. Unter dem Namen "Gsälzfee" verkauft sie ihre Kreationen auch auf kleinen Märkten.
Annette Kaufmann stellt aus Obst, Gemüse und Kräutern verschiedenste Produkte her. Unter dem Namen "Gsälzfee" verkauft sie ihre Kreationen auch auf kleinen Märkten.  Foto: Klara Landes

Bis vor neun Jahren war Annette Kaufmann Führungskraft in einem großen SB-Warenhaus. Auch danach blieb sie im Bereich Dienstleistungen tätig. Jetzt kümmert sie sich mit ihrem Mann um ihren etwas über ein Ar großen Garten. Als „Gsälzfee“ verkauft sie allerlei selbstgemachte Produkte aus ihrem Obst, Gemüse und ihren Kräutern. „Beim Obstschnippeln konnte ich entspannen“, erklärt die mittlerweile 64-Jährige ihren damaligen Ausgleich. 

Als gebürtige Heilbronnerin verbrachte Annette Kaufmann auch einen Großteil ihres Lebens dort. Auf dem Winterdorf lernte sie ihren jetzigen Mann kennen, der damals in Stetten wohnte. Sie machten sich auf die Suche nach einem neuen gemeinsamen Zuhause. Als Kaufmann den Dreiseitenhof in Schwaigern fand, „da konnte ich mein Glück gar nicht fassen“. Nun pachten sie den Hof seit mittlerweile zehn Jahren. 

Angefangen habe es mit Quittengelee: Hin und wieder brachte sie ein Glas mit, wenn sie zu Besuch war. Mit der Zeit hätten die Leute auch  nach ihren Fruchtaufstrichen gefragt. Die Idee zur „Gsälzfee“ sei ihr durch ihre Tochter gekommen, erklärt Kaufmann. Sie selbst experimentiere gerne und probiere Neues aus: In einem Buch habe sie beispielsweise von den Vorteilen eines Kupferkessels gelesen, darin koche sie nun ihre Fruchtaufstriche. „Ich brauche weniger Kochzeit und weniger Hitze und das Aroma bleibt viel besser erhalten.“ 

Gsälzfee in Schwaigern: Sie will Menschen eine Freude bereiten

Auf kleinen Märkten bietet sie ihre Produkte an. Neben Veilchensirup, Bärlauchpesto und veganem Senf-Kaviar stelle sie natürlich auch das namensgebende Gsälz her. Wobei es nur Marmelade sei, wenn Zitrusfrüchte darin befänden, erklärt die Wahl-Schwaigernerin. „Deshalb sind es eigentlich Fruchtaufstriche, die ich mache.“ Diese verkauft sie auch an ihrer Marmeladen-Bar, ein kleiner Selbstbedienungs-Kühlschrank vor ihrem Haus. 

Anbau, Produktion, Recherche und Verkauf betreibe sie als Hobby, erklärt Kaufmann, nicht wegen des Verdienstes.  Außerdem lerne sie bei solchen Gelegenheiten „Herzensmenschen“ kennen und könne anderen Menschen eine Freude bereiten. Darum gehe sie etwa zu den Nikolaus- und Frühlingsmärkten der Richard Drautz Stiftung in Heilbronn. Die Senioren dort würden durch ihre Marmelade auch an früher erinnert, so die 64-Jährige weiter. Anekdoten könnte sie noch viele erzählen; „Begegnungen, die mir einfach gut tun“, sagt sie und lächelt.

Ob Veilchensirup, Bärlauchpesto oder Fruchtaufstrichen, in ihrem Garten wächst allerlei

„Von A bis Z haben wir alles“, erzählt die Rentnerin auf einem Rundgang durch ihren Garten in Schwaigern. So richtig gehe die Arbeit aber erst nach den Eisheiligen los. „Wir sind trotzdem draußen, haben trotzdem was zu tun“, sagt Kaufmann. Noch hielten die meisten Pflanzen ihre Blütenpracht zurück, doch das werde sich ändern. Dabei deutet Kaufmann auf ein Gewächs in ihrem Beet: Sie schätze, dass diese Artischocke noch etwa drei Meter hoch werde. Diese Variante trage dann vor allem dunkellila Blüten. „ Da ist der ganze Busch dann voll mit Hummeln und Bienen – alles mögliche.“ Die Insekten seien wiederum gut für die anderen Pflanzen. Davon hat Kaufmann viele: Darunter Stachelbeeren, Johannisbeeren, einen Khakibaum, Himbeeren und Rhabarber. Im Gewächshäuschen ziehen Kaufmann und ihr Mann neue Pflanzen wie rote Beeren und Radieschen an, später sollen in dem Häuschen Tomaten wachsen. Bis auf Mangos und Orangen kaufe sie keine Früchte dazu, alles stamme aus dem eigenen Garten oder werde ihr etwa von Nachbarn aus deren Garten gegeben.

Annette Kaufmanns Garten kommt ohne chemische Mittel aus

Verwendet würden nur Ursaaten, erklärt die 64-Jährige, solche Sorten also, die sich auch vermehren ließen. Statt chemischer Mittel setzt Kaufmann nach eigener Aussage auf Kaffeesatz zum Düngen oder nutzt ihren Komposthaufen. Von einem Bekannten hole sie regelmäßig Pferdemist, eine „natürliche, gute Düngung“; im Gegenzug erhalte dieser Heu von Kaufmanns Wiese. Denn selbst dort gebe es Rohstoffe: „Wir haben auf der Wiese ganz viele Kräuter“, erklärt die Rentnerin.

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