Grippe auf dem Vormarsch: SLK-Klinikverbund erklärt aktuelle Lage im Raum Heilbronn
Das Gesundheitsministerium berichtet über Häufung bei Grippefällen. Im Heilbronner SLK-Klinikverbund sind vor allem Ältere von Influenza betroffen. Die Lage in den Kinderarztpraxen ist aktuell entspannt.
Das Grippe-Geschehen wird in der Region Heilbronn derzeit unterschiedlich bewertet. Während der SLK-Klinikverbund von einer Grippewelle spricht, reagiert der Sprecher der Kinderärzte im Raum Heilbronn gelassen. „Im Moment liegen die Zahlen nicht höher als jahreszeitlich bedingt“, so Dr. Hans Ulrich Stechele. Vor Weihnachten sei die Lage angespannter gewesen.
Der SLK-Klinikverbund verzeichnet erhöhte Grippe-Zahlen. „Für den SLK-Klinikverbund lässt sich aktuell festhalten, dass wir uns inmitten einer Influenza, einer echten Grippe-Welle befinden, die jedoch saisonüblich ist“, teilt Sprecher Mathias Burkhardt auf Anfrage mit. Besonders bei Erwachsenen wird „tendenziell eine höhere Belastung als beispielsweise im vergangenen Jahr“ festgestellt.
Grippewelle im Raum Heilbronn: Welche Menschen besonders betroffen sind
Das Ende der Grippewelle kann laut SLK noch nicht abgesehen werden. Erwachsene, die wegen einer Influenza stationär aufgenommen und behandelt würden, seien vorwiegend ältere Menschen. Sie müssen in aller Regel medikamentös behandelt werden. Sie tragen teilweise auch Folgeerkrankungen wie Lungenentzündung davon. In der Kinderklinik zeigt sich laut Kliniksprecher im Vergleich zum Vorjahr ein ähnliches Niveau der zu behandelnden Kinder.
Dabei fällt allerdings auf: „Die sonst eher übliche Erholung der Fallzahlen um die Weihnachtszeit, beziehungsweise um den Jahreswechsel herum, ist in dieser Saison so nicht zu sehen. Stattdessen sind die Fallzahlen schon seit der Vorweihnachtszeit durchgehend hoch.“

Warum ein Hohenloher Mediziner nicht von einer Grippewelle reden möchte
„Wir sehen derzeit eine jahreszeittypische Häufung von Influenza-Fällen und behandeln im Hohenloher Krankenhaus aktuell eine einstellige Zahl von Patientinnen und Patienten mit nachgewiesener Influenza. Darunter sind überwiegend ältere Menschen“, erläutert der Ärztliche Direktor des Hohenloher Krankenhauses Dr. Holger E. Wolff. Von einer „Grippewelle“ möchte der Mediziner dabei nicht sprechen. Die Klinik sei aber auf eine Verschlimmerung vorbereitet: „Sollten sich die Influenza-Fälle deutlich erhöhen, haben wir trainierte Abläufe und Strukturen, um ihnen zu begegnen.“
Die erhöhten Zahlen des SLK-Klinikverbands passen zu dem Bild, das das Gesundheitsministerium zeichnet. Demnach rollt die Grippewelle weiter über Baden-Württemberg, wobei die Zahlen deutlich schneller als im vergangenen Jahr steigen. Seit Anfang Dezember und bis zur ersten Januarwoche 2026 wurden demnach 6526 bestätigte Grippefälle an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 1451. Auch die Fallzahlen anderer Atemwegsinfektionen wie Corona nehmen zu.
Welche Personen von der Influenza besonders bedroht sind
Besonders gefährdet sind nach Einschätzung der Ständigen Impfkommission (Stiko) ältere Menschen, chronisch Kranke sowie Säuglinge und Kleinkinder. Schwere Verläufe mit Krankenhausaufenthalt treffen vor allem Menschen mit Vorerkrankungen, Personen über 60 Jahre sowie sehr kleine Kinder.
Die Stiko rät vor allem älteren Menschen, chronisch Kranken, Schwangeren, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen sowie medizinischem Personal zu einer Impfung. Bis sich der volle Impfschutz aufgebaut hat, dauert es zehn bis 14 Tage.
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